
Der Bus, der mich zurück nach Amman bringen wird, fährt erst um 11 Uhr und so mache ich noch einen letzten Spaziergang zum Strand, trinke noch einen Kaffee, hole mein Gepäck aus dem Hotel und laufe dann gemütlich zur Busstation.

Der Bus, der mich zurück nach Amman bringen wird, fährt erst um 11 Uhr und so mache ich noch einen letzten Spaziergang zum Strand, trinke noch einen Kaffee, hole mein Gepäck aus dem Hotel und laufe dann gemütlich zur Busstation.

In den nächsten vier Tagen habe ich nichts anderes zu tun als meinen Rhythmus wieder zu finden und in ihm herumzutrödeln. Damit beginne ich sogleich am ersten Morgen. Ich liege lange im Bett herum, trinke Tee, lese ein wenig und schaue Richtung Fenster. Hinaus schauen ist nicht wirklich möglich, in das Fenster rechts neben dem Bett brennt schon die Sonne herein und deshalb bleibt die Gardine zu. Das Fenster gegenüber vom Bett ist weit weg, weil das Zimmer groß ist und außerdem recht wüstensandverstaubt.


Sehr kalt ist es am Morgen in Petra, nur 9°. Nach Tee im Bett und Yoga vorm Bett, ziehe ich meine dicke Jacke an, steige auf die Dachterrasse und trinke dort oben noch einen Tee. Eine Stunde später, als dann der Bus vor der Tür steht, scheint schon wieder die Sonne, kalt ist es aber trotzdem noch.

Wann genau die Reisekrise begann kann ich gar nicht genau sagen. Sie bahnte sich schon seit ein paar Tagen an und gestern während der Busfahrt gingen die unfreundlichen Gedanken und die Selbstzweifel in meinem Kopf so richtig los. Und das geht dann so: “Warum bin ich nur so seltsam, menschenfeindlich, sprechfaul und dadurch unfreundlich?” Und immer so weiter. Bis ich dann an den Punkt komme zu merken das Gruppenreisen einfach zu anstrengend für mich sind. Und wenn ich so angestrengt bin über mehrere Tage, gerate ich irgendwann so in Bedrängnis, dass ich alles gegen mich richte. Was lerne ich also daraus? Besser auf meine Bedürfnisse achten und das bedeutet: Nie mehr eine Gruppenreise. So schnell wie es hier klingt hat sich das Problem leider nicht in Luft aufgelöst. Ich bin zwar seit gestern Nachmittag allein, aber wenn sich so dunkle Gedankenwolken in meinem Kopf bewegen, lösen die sich nicht einfach mal eben wieder auf. Aber es geht schon wieder viel besser und ich genieße das Alleinsein sehr. Und nach den trüben Gedanken, freue ich mich jetzt wieder über die schönen Orte, die ich gesehen habe.

Der Bus steht wieder um 8:30 vor der Tür und alle nehmen ihre angestammten Plätze ein – ich auch, denn den Fehler mache ich nicht zwei Mal. Wir fahren zur Burg Quala’ at ar Rabad nach Ajlun. Kurzer Stop am Visitor Center. Der Ausflug beginnt mit albernen Katzen.

Ich bin um 5:30 aufgewacht. Na sowas. Da lohnt es sich auch nicht mehr sich anzustrengen um nochmal einzuschlafen. Also Yogamatte ausrollen und losturnen, Tee trinken und schreiben, duschen, Sachen packen und, zwar nicht als Erste aber rechtzeitig, im Frühstücksraum sitzen um dann – tata! als Allererste am Bus zu sein.. Das überrascht mich so sehr, dass ich vor Schreck wieder rein laufe, denn ich hab Angst das alle drin auf mich warten. Aber ich hab mir den Platz ganz vorn reserviert und meinen Rucksack dick und breit dort hingelegt. Und dann geht es los. Heute so nach Madaba(ich verlinke jetzt mal die Orte, falls jemand nachlesen möchte was es dort zu sehen gibt). Dort ist eine griechisch orthodoxe Kirche die ich aber nicht besichtige, denn ich brauche Auslauf und es ist mir viel zu voll. Ich frage wie lange die Kirchenbesichtigung dauert und melde mich für die Zeit ab um durch die Straßen zu trödeln. Dabei treffe ich eingesperrte Dromedare.

In der zweiten Nacht schlafe ich besser. Das mag aber auch daran liegen, dass ich so übermüdet war. Es ist der erste Tag mit der Reisegruppe und ich finde ich habe mich tapfer geschlagen. Ich war gut vorbereitet und wirklich Willens alles richtig zu machen. Treffpunkt war um 8:30 an der Rezeption. Also habe ich den Wecker auf 6:30 Uhr gestellt um genug Zeit für Yoga, Duschen, Tee trinken und trödeln zu haben. Um 8 Uhr saß ich mit einer Tasse Kaffee im Frühstücksraum und um 8:15 wurde ich von einem Herren angesprochen der sich als mein Reiseleiter vorstellte und mich gesucht hatte denn der Bus wartete schon seit 8 Uhr. Das fing also gut an. Nun wurde das zweite Hotel angefahren um dort die restlichen Reisenden abzuholen. Dort habe ich dann die ersten Kamele, die eigentlich Dromedare sind, an einer Hauswand entdeckt.


Bis zum Donnerstag verbrachte ich die Woche im Reisefieber, Atemnot und Abschiedstaumel. Am Donnerstag stand dann der Abschied direkt vor mir. Schon wieder habe ich mit meinen Kolleginnen einen Kurs beendet und wir mussten uns von den Teilnehmerinnen verabschieden. Mit jedem Mal wird es ein wenig trauriger und so musste ich diesmal schon während ich die ersten Abschiedsworte sprach, eine kurze Pause machen um meine Tränen zu trocknen. Die Frauen sind einfach unglaublich großartig. Wir haben ganz traditionell mit einem großen Frühstück gefeiert und es gab am Ende eine selbstgemachte Torte einer Teilnehmerin die beim Thema “Lebenslauf und was ich alles kann” nicht nur vergessen hatte ihre Schulbildung zu erwähnen, sondern auch ihr Talent als Tortenbäckerin unterschlagen hat, obwohl sie in ihrem Heimatland professionell Torten hergestellt und verkauft hat. Vielleicht ist es oben durch meine dilettantische Food – Fotografie nicht zu erkennen, aber die Torte ist mit goldenen Herzen und auch sonst mit jeder Menge Goldzeug verziert. Und sie war sehr lecker und weniger süß als man befürchten könnte. Als ich am Nachmittag heim kam, fiel ich sofort in ein Fresskoma, bevor ich dann den letzten Yoga Kurs vor den Ferien unterrichtete. Danach wurde die Tasche gepackt, denn am Freitag sollte das Abenteuer beginnen. Das Abenteuer trägt den Titel “Zum ersten Mal: Jordanien” und begann mit einem Zwischenstopp in Kairo. Dort gab es eine Katze und, wie ich erst etwas später feststellte, Osterhasen. Oder sind es Schafe?

Sehr spät, um 1:45, kam ich in Amman an und wurde von einem sehr fidelen jungen Mann abgeholt. Während wir auf das Taxi gewartet haben, wollte er unbedingt ein Foto von mir machen. Nun gut.

Sehr schöner Flughafen. Werde auf dem Rückflug mehr Gelegenheit zum Fotos machen haben. Ich war einfach zu müde.
