KW 49 – Novemberwetter und Geschenke

Der Dezember ist da und er sieht aus wie ein November. Regenwetter und Dämmerlicht. Wenn ich mir den Hinterhofgarten betrachte, könnte sogar noch Oktober sein. Ich begrüße ihn mit Apfelstrudel. Den gibt es schon lange in der Lieblingsbäckerei, aber ich habe ihn neu entdeckt.

Ein Päckchen ist angekommen und die Freude war groß. Das Päckchen an sich, also das Paket, ist schon sehr oft von Kassel nach Köln und dann wieder von Köln nach Kassel geschickt worden. Es besteht mittlerweile hauptsächlich aus Klebeband. Der Inhalt vom Päckchen wird mir in Zukunft hoffentlich dabei helfen, dass mir meine liebsten Istanbul – Fotos nicht mehr durch den Laptop hindurch fallen und im großen Nichts verschwinden. Danke, danke, danke liebste Smilla.

Weiterlesen

KW 48 – Eine Dienstreise ins Vergnügen

Mit der Aussicht auf eine halbe Dienst- und die andere Hälfte Vergnügungsreise begann die Woche sehr beschwingt. Montag, Dienstag und Mittwoch also vorfreudiges so-dahin-arbeiten. Am Mittwochnachmittag warte ich am Bahnsteig auf die Kollegin, die in vorletzter Minute angerollkoffert kommt. Sie lacht mich ein wenig aus, denn meine Rollkoffertasche ist recht groß. Ich habe aber keine andere. Kann ja nicht für jede Gelegenheit die passende Tasche haben. Die Fahrt ist im Nu vorüber und so rattere ich mit meiner zu großen Rollkoffertasche durch Neukölln zur lieben M. Wir haben uns im Juni zum letzten Mal gesehen und ich freue mich sehr.  Auf dem Weg dort hin sind die Fenster hell erleuchtet.

Und weil ich so ein Gewohnheitstier bin und die Pizza von um die Ecke so lecker ist, hole ich uns Pizza, wir sitzen in der Küche und erzählen bis halb 1. Am nächsten Morgen werde ich trotzdem früh wach und habe Zeit zum trödeln und im Café sitzen. Dann mache ich mich auf den Weg zum Estrel Congess Center und sehe zwei Zwillingspärchen und einen Mops, etwas gequetscht, in einem Schaufenster sitzen. Keine Zeit sie zu befreien denn die Kollegin erwartet mich pünktlich.

Weiterlesen

KW 47 – Am Ende der Woche zwei Ausstellungen und eine Hochzeitsfeier

**Montag: Arbeiten, lesen, Yoga, lesen, schlafen

**Dienstag: Arbeiten, Einkaufen für Erica, lesen, Spontanbesuch zum Abendessen, lesen, schlafen

**Mittwoch: Arbeiten, lesen, schlafen

**Donnerstag: Arbeiten, lesen, Yoga, Reisetasche packen, lesen, schlafen

Klingt nicht aufregend, war aber durchaus sehr schön. Am Freitag bin ich um 11:45 aus dem Haus gegangen denn der Zug nach Frankfurt fuhr um 12:15. Am Bahnhof angekommen wurden viele Züge angezeigt die um 10:05 etc. fuhren. Ich war verwirrt. Und stellte dann fest: es war erst 11 Uhr statt 12 Uhr. Das lag an den verschiedenen Uhren in meiner Wohnung die sowohl Sommer- als auch Winterzeit anzeigen. Zur Arbeit war ich bisher immer pünktlich. Ich habe eine Stunde in einem Café am Bahnhof verbracht und gelesen. Über der Theke stand BERLIN. Das hat mich dann auch kurz etwas verwirrt.

In Frankfurt bin ich eine Stunde später als geplant angekommen. Dazu gibt es nichts weiter zu sagen. Ich war müde und unlustig und habe überlegt ob ich überhaupt eine Ausstellung beuchen besuchen will. Bin dann aber losgelaufen. Die kühle Luft hat mich aufgemuntert und erfrischt und ich freute mich sehr über lesbische Sichtbarkeit,  sie ist immer noch viel zu wenig vertreten. Ich mochte die Portraits sehr und erinnerte mich später daran im Frühjahr in Berlin im Schwulen Museum schon ein Bild von ihr gesehen zu haben.

Anschließend habe ich mir noch die Arbeiten von Victor Vasarely angesehen. Die haben mir auch Spaß gemacht aber es war auch ein echtes Kontrastprogramm. Hier ein wenig Licht&Schatten denn mehr ist nicht erlaubt.

Weiterlesen

KW 46 – Was ich gemacht habe als ich vergessen wurde

Am Samstag habe ich Samstagsdinge erledigt: Lange schlafen, Wäsche waschen, lesen, staubsaugen, lesen, lesen, Kaffee trinken, lesen, einkaufsfein machen. Um mich anzumelden habe ich bei Erica angerufen. Aber sie ging nicht dran. Ich fahre los und finde den Sonnenschein so schön. In Obermeiser angekommen drücke ich auf die Klingel. Nichts passiert. Nochmal klingeln. Immer noch nichts. Seltsam. Ich hole den Schlüssel aus dem Auto und nun ist mir etwas seltsam ängstlich zumute. Ich schließe die Haustür auf und rufe laut. Keine Antwort. In der Küche ist der Ofen an und knistert vor sich hin. Erica’s Hausschuhe stehen ordentlich neben dem Tischbein, das Kreuzworträtsel liegt an seinem Platz und der Bleistift daneben. Ich laufe rufend durchs ganze Haus. Niemand da. Weil auch der Haustürschlüssel und die gute Jacke nicht da ist, ist Erica vermutlich ausgegangen und hat mich vergessen. Ich klingele beim Nachbarn. Der ist auch nicht da. Dann soll ich wohl nicht einkaufen sondern spazieren gehen. Ich fahre zum Gut Laar an dem ich schon oft vorbei gefahren bin und von dem Erica immer mal erzählt hat. Und weil ich mich ja immer erst ein wenig informiere nachdem ich etwas entdeckt habe, weiß ich erst jetzt, dass ich mich zu einer Mühlenbesichtigung hätte anmelden müssen. Mehr als das rostige Mühlrad bekomme ich also von der Mühle nicht zu sehen. Dafür entdecke ich viele andere Dinge.

Laar wurde 1322 zum ersten Mal erwähnt und gehörte zum Gerichtsbezirk der Herren von der Malsburg. Sie verkauften das Gut 1691 an den hessischen Landgrafen Karl. Später wechselte es noch einige Male den Besitzer und seit 1902 gehört das Gut zu dem auch ein Schloss gehört den Nachfahren von Wilhelm von Starck.

Ein Stück weiter oben ist eine Mauer mit einem Zaun darauf. Ich vermute einen Friedhof.

Weiterlesen

KW 45 – Wechseljahresspaß und wie ich mit nur einem kleinen Handgriff im Jacuzzi saß

**Von Montag bis Freitag habe ich hauptsächlich Dinge von einem Zimmer zum anderen geräumt, gestaubsaugt, mich von den alten Fenstern verabschiedet und die neuen Fenster in Empfang genommen. Ganz trennen konnte ich mich nicht und deshalb dienen zwei der alten Fenster als Bilderleiste. (Die beiden Fotos hier oben sind übrigens von Smilla. Beide sind in Istanbul entstanden, denn dort verabreden wir uns gerne. Und wenn ich es genau betrachte, dann haben wir uns in den letzten Jahren öfter in Istanbul getroffen als in Kassel oder Köln.

**An der Arbeit war es sehr ruhig denn einige Kolleginnen waren bei einer Fortbildung und einige waren krank. Und so waren wir meistens nur zu dritt und haben so rumgearbeitet. Morgen startet der neue Frauenkurs und dafür habe ich allerlei vorbereitet und gemerkt, dass ich mich innerlich noch nicht richtig von dem vorherigen Kurs verabschiedet habe. Abschied ist wirklich ein schwieriges Thema – für mich jedenfalls.

Weiterlesen

KW 44 – Was mir hoffentlich eine Lehre war

Sehr geschäftig war die Woche. Allerlei Termine, Dinge, die beendet werden mussten und  Neues was vorzubereiten war. Und damit ich nicht in wilde, stressige Geschäftigkeit gerate und am Ende wirr und genervt bin, hatte ich mir für den Mittwoch einen Tag im home office (klingt trés chic, oder?) verordnet. Das war sehr toll. Ich habe so viel erledigt und dabei hatte ich die schönste Ruhe. Werde ich in Zukunft öfter einplanen. Mittags bin ich zum Baumarkt spaziert, um für die nächste Arbeitswoche etwas zu besorgen. Unterwegs habe ich mich etwas vor der Frau am Fenster erschrocken, denn ich habe nicht sofort erkannt, dass es eine Puppe ist.

Fast jeden Tag war ich mit der Abschiedsfotodokumentation der Glockenreben auf dem Balkon beschäftigt. Ich habe große Angst nicht genug Fotos zu haben die mich über den Abschiedsschmerz hinweg trösten.

Also habe ich mich bei jedem Wetter auf den Balkon gesetzt, Tee getrunken und ein Foto gemacht.

Weiterlesen

KW 43 – Ein Geburtstag, zwei Abschiede, ein Wahlsonntag

In dieser Woche gab es einen Kindergeburtstag, das unechte Patenkind ist 11 Jahre alt geworden, der sich schon fast wie ein Jugendgeburtstag angefühlt hat.

Ich war mit den letzten Vorbereitungen der Kursabschlussfeier beschäftigt, die dann am Donnerstag mit einem riesigen leckeren Frühstück begann. Es gab Essen aus Syrien, Südkorea, dem Libanon, der Türkei und Deutschland. Es wurde getanzt und gesungen, Zertifikate verliehen und wir haben uns an all die schönen und lustigen Momente erinnert. Und natürlich wurden am Ende auch Tränen vergossen. Ich war wirklich sehr gerührt über diese wunderbaren Frauen die uns drei Kursleiterinnen so ein wunderbares Feedback gegeben haben.

Weiterlesen

KW 42 – Kühe, Ziegen und fast keine Blumen in Oktobersonne

Allerliebstes Lieblingsbild der Woche

Zuerst bin ich noch krank. Am Montag nämlich. Noch schlimme Rotznase und Erschöpftheit. Trotzdem will ich ein wenig durch die Oktobersonne spazieren. Los geht es in sehr langsamer Geschwindigkeit. Von der Haustür bis auf die andere Straßenseite zur Außenstelle vom Plattenladen nebenan. Dort steht ein neues Gerät im Schaufenster. Der Plattenspieler wird mir ein paar Tage später sogar vom Plattenladenmann vorgeführt. Er funktioniert tatsächlich und hat sogar die drei Kinder vom Plattenladenmann überlebt. Pling, pling, pling, plong – so ungefähr geht das Lied.

Natürlich laufe ich zum Friedhof und besuche den Gorilla.

Der Friedhof liegt einfach so sehr günstig für eine kleine Spazierrunde und wenn ich müde werde gibt es dort auch Bänke zum sitzen. Trotz Schnupfen müssen die Füße ins Laub. Die halten es einfach nicht aus in Schuhen wenn das Wetter so schön ist. Die wollen dann raus raus raus. Sie werden total unruhig, zappelig und dann werden die Schuhe von den Füßen geworfen. Die vernünftige Stimme die was faselt von „Du bist erkältet, lass mal lieber die Schuhe an.“ hat überhaupt keine Chance mehr. Ich bin nicht mehr Herrin über meine Füße. Nichts zu machen.

Ab Dienstag konnte ich mich zwar keinen Meter ohne die Nase zu putzen fortbewegen, aber die Arbeit machte nicht Halt vor der Erkältung. Am 25. Oktober ist der letzte Tag vom Frauenkurs und ich musste dafür noch so viel erledigen. Und auch die Yoga – Kurse wollte ich gerne unterrichten, denn durch die Ferien und den Feiertag gab es für die Teilnehmer*innen eine Yoga – Pause von zwei Wochen. Alles in Allem hat es erstaunlich gut geklappt. Und Spaß hat es auch gemacht. Trotzdem war ich am Freitag nach der Arbeit so platt, dass ich eine Stunde tief und fest geschlafen habe.

Weiterlesen

KW 41 Rest – Zu Hause ist es auch schön, aber dann: Leider krank

Am Mittwochmorgen um 8:14 fuhr mein Zug zurück nach Kassel. Neun Stunden Zugfahrt erschien mir fast ein bisschen wenig für all die Dinge die ich gerne machen wollte während der Zug, mich nach Hause fährt. Der Bahnhof und auch der Himmel über dem Bahnhof sahen am Morgen schon mal sehr toll aus.

Und schon nach 1 Stunde hat sich herausgestellt, das es vermutlich nicht bei 9 Stunden bleiben würde. Ich habe also Fotos sortiert, geschrieben, gegessen, gelesen und dann wieder alles von vorne. Im Großraumabteil war außer mir noch eine Gruppe von ca. 10 vielleicht 14-jährigen Jugendlichen. Ich habe sie kaum bemerkt. Einige haben Monopoly gespielt und ich fühlte mich in frühere Zeiten versetzt. Ein paar  schauten manchmal auf ihr Handy, lasen dann aber in echten Büchern weiter und einige hörten Musik. Schräg gegenüber saß ein Mann. Er tat so entschlossen Garnichts, das es eine Freude war. Er saß da und schaute. Aus dem Fenster, auf seine Hände, auf andere Mitreisende. Kein Buch, keine Zeitung, kein Handy, kein Kreuzworträtsel. Stundenlanges schauen. Erstaunlich. Und beneidenswert.

Aus 20 Minuten Verspätung wurden 30 Minuten und dann 36 Minuten. Meinen Anschlusszug in Karlsruhe würde ich nicht bekommen. Nicht schlimm, ich suche mir einen anderen Zug. Dann wurde uns vom Zugpersonal empfohlen besser bis Frankfurt sitzen zu bleiben denn es war unklar wie es weiter gehen würde. Ich befragte die DB Homepage und stellte fest, dass einige Züge ganz ausgefallen waren und andere Züge absurde Verspätungen von z.B. 180 Minuten hatten. Und einen dieser Züge wartete ich dann in Frankfurt. Zuerst bei schönstem Sonnenschein im Café.

Weiterlesen

1 2 3 10