Sonntag, 14. April 2019 – Um die Wüstenschlösser drumherum und Bewegungslosigkeit

In der zweiten Nacht schlafe ich besser. Das mag aber auch daran liegen, dass ich so übermüdet war. Es ist der erste Tag mit der Reisegruppe und ich finde ich habe mich tapfer geschlagen. Ich war gut vorbereitet und wirklich Willens alles richtig zu machen. Treffpunkt war um 8:30 an der Rezeption. Also habe ich den Wecker auf 6:30 Uhr gestellt um genug Zeit für Yoga, Duschen, Tee trinken und trödeln zu haben. Um 8 Uhr saß ich mit einer Tasse Kaffee im Frühstücksraum und um 8:15 wurde ich von einem Herren angesprochen der sich als mein Reiseleiter vorstellte und mich gesucht hatte denn der Bus wartete schon seit 8 Uhr. Das fing also gut an. Nun wurde das zweite Hotel angefahren um dort die restlichen Reisenden abzuholen. Dort habe ich dann die ersten Kamele, die eigentlich Dromedare sind, an einer Hauswand entdeckt.

Wir fuhren zur Zitadelle, wo ich ja am Tag zuvor schon alleine war, was sich als sehr klug herausstellte, denn wir haben für meinen Geschmack viel zu wenig Zeit dort verbracht. Begrüßung durch die Sonntagskatze.

Das Wetter war ganz anders als noch einen Tag zuvor. So richtig schön diesig und ich mochte die Stimmung sehr.

Heute hatte ich Zeit für einen kurzen Besuch im Museum. Gerne wäre ich länger geblieben. Aber ich war ja nicht allein unterwegs… Ein immer wiederkehrender Gedanke.

Ich mochte die Glasflaschen und Vasen ganz besonders.

Zeit zum sitzen und schauen.

Zeit zum stehen und schauen.

Zeit für Sozial Media, nehme ich mal an.

Am Visitor Center schaut jemand um die Ecke.

Und schon war die Zeit um und der Bus wartete schon wieder auf mich.

Nächste Station war das Römische Theater was man zuvor schon vom Zitadellenhügel aus sehen konnte.

Mein Plan war ganz nach oben zu klettern und ich machte mich auch auf den Weg. Nach den ersten Stufen wurde mir schon etwas mulmig. So steil ging es so hoch und ich bekam so eine Mischung aus Höhenangst und Schwindel. Kannte ich bisher nicht von mir.

Also bin ich nur bis zur zweiten Tribüne gekommen. Habe geatmet und möglichst nicht nach unten geschaut und bin dann langsam, mit Blick auf jeweils die nächste Treppenstufe, wieder nach unten geklettert und habe dem Spatz zugehört.

Und die Frau im Punktekleid mit Hut bewundert.

Es folgte eine Stunde Busfahrt durch die Wüste bis wir zur Oase Azraq und seinem Wüstenschloss aus Basaltsteinen.

In der Mitte der Anlage steht eine Moschee die auch heute noch, nicht nur von Spatzen, genutzt wird (das steht zumindest im Reiseführer, vielleicht hat unser Reiseleiter auch etwas dazu gesagt aber ich hab nicht aufgepasst weil herumgeklettert bin).

Die Nachbarschaft bei meiner Kletterei entdeckt.

Orangeene Schubkarren.

Und überall ist es schön staubig und diesig.

 

Anschließend Mittagessen.

Kurze Zwischenbilanz zur Gruppenreise: ich werde unkompliziert zu verschiedenen Orten transportiert und bekomme dazu noch etwas erzählt (wenn ich aufpasse) und auch die Menschen mit denen ich bisher Kontakt hatte waren nett und freundlich. Aber, wie schon geahnt: alles geht so überhaupt nicht in meinem Trödeltempo sondern viel zu schnell. Nächster Halt ist das Wüstenschloss Qasr Amra.

Im Inneren sind Fresken zu bestaunen. Ich entscheide mich für das Dromedar…

… und die Tänzerin.

Bewacht werden wir von Hakem, mit dem ich mich ein wenig unterhalte. Er lebt im Zelt am Visitor Center vom Qsar Amra, zumindest in den Zeiten in denen es genug Wasser gibt. Ansonsten ist er bei seiner Familie in Azraq.

Wieder rein in den Bus und am nächsten Wüstenschloss angehalten. Qsar Kharanah. Im Reiseführer steht: besterhaltenes Wüstenschloss aber wenig Atmosphäre. Ich mag es trotzdem.

Und ganz besonders auch das Drumherum. Wer meint dort wäre nichts zu sehen: Genau das gefällt mir.

Am Eingang gibt es ein Zelt in dem man Souvenirs kaufen kann. Ich suche mir eine Wüstenblume aus.

Und trinke Tee.

Finde hübsche Ohrringe, die ich aber dort hängen lasse.

Nützliche Tücher gegen Wind und Sand.

Eine Art Disco – Kugel.

Und glitzernde Dromedare und Elefanten.

Zurück nach Amman auf der Wüstenautobahn. Der LKW hat riesige Steinblöcke geladen die selbst für Obelix zu groß gewesen wären.

Zurück am Hotel mache ich noch einen Spaziergang um den Block, denn ich finde ich habe mich noch nie so wenig bewegt. Und während mir dieser Gedanke durch den Kopf geht, erinnere ich mich was Günter gesagt hat nachdem er mit Erica von seiner ersten und letzten Rundreise nach Kanada zurückgekehrt ist: „Den ganzen Tag nur im Bus gesessen. Da bewegt man sich ja überhaupt nicht.“ Deshalb haben meine Eltern auch größtenteils getrennt Urlaub gemacht. Erica ist in Gruppen durch die Welt gereist und Günther ist in den Bergen Bayerns und Österreichs geklettert und gewandert. Ich habe sowohl Erica’s „In der Welt herum – Gene“ als auch die „Ich will mich bewegen – Gene“ von Günther.

 

**Falls es jemand wissen möchte: Ich war immer die Letzte die in den Bus gestiegen ist. Dabei habe ich mich wirklich angestrengt pünktlich zu sein. Vermutlich habe ich mir schon an diesem ersten Tag den Groll der ganzen Gruppe zugezogen. Aber ich kann mich ja bessern….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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5 Kommentare

  1. Hallo Liebes … ich schaue gern hier rein ! Du hast einen zauberhaften Schreibstil und die gleiche Liebe wie ich – Katzen ! Ich mag Deine Fotos und verstehe jetzt , warum Du bei Gruppenreise „gezuckt“ hast … Du schlägst Dich tapfer … Und lass die anderen reden … Sieht man eh nicht wieder 😉 ! Hab noch eine tolle Zeit , Deine Heike

    1. Ach, Du bist ja wundervoll. Ich danke Dir sehr.
      Ich finde mich auch tapfer, hihi.Hatte mir die Gruppenreise ja auch selbst ausgedacht. Mache jetzt alles so wie ich es für mich brauche.
      Und: Es ist so sehr toll hier.

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