15 KW April 2019 – Wieder ein Abschied und ein erstes Mal: Jordanien

Bis zum Donnerstag verbrachte ich die Woche im Reisefieber, Atemnot und Abschiedstaumel. Am Donnerstag stand dann der Abschied direkt vor mir. Schon wieder habe ich mit meinen Kolleginnen einen Kurs beendet und wir mussten uns von den Teilnehmerinnen verabschieden. Mit jedem Mal wird es ein wenig trauriger und so musste ich diesmal schon während ich die ersten Abschiedsworte sprach, eine kurze Pause machen um meine Tränen zu trocknen. Die Frauen sind einfach unglaublich großartig. Wir haben ganz traditionell mit einem großen Frühstück gefeiert und es gab am Ende eine selbstgemachte Torte einer Teilnehmerin die beim Thema „Lebenslauf und was ich alles kann“ nicht nur vergessen hatte ihre Schulbildung zu erwähnen, sondern auch ihr Talent als Tortenbäckerin unterschlagen hat, obwohl sie in ihrem Heimatland professionell Torten hergestellt und verkauft hat. Vielleicht ist es oben durch meine dilettantische Food – Fotografie nicht zu erkennen, aber die Torte ist mit goldenen Herzen und auch sonst mit jeder Menge Goldzeug verziert. Und sie war sehr lecker und weniger süß als man befürchten könnte. Als ich am Nachmittag heim kam, fiel ich sofort in ein Fresskoma, bevor ich dann den letzten Yoga Kurs vor den Ferien unterrichtete. Danach wurde die Tasche gepackt, denn am Freitag sollte das Abenteuer beginnen. Das Abenteuer trägt den Titel „Zum ersten Mal: Jordanien“ und begann mit einem Zwischenstopp in Kairo. Dort gab es eine Katze und, wie ich erst etwas später feststellte, Osterhasen. Oder sind es Schafe?

Sehr spät, um 1:45, kam ich in Amman an und wurde von einem sehr fidelen jungen Mann abgeholt. Während wir auf das Taxi gewartet haben, wollte er unbedingt ein Foto von mir machen. Nun gut.

Sehr schöner Flughafen. Werde auf dem Rückflug mehr Gelegenheit zum Fotos machen haben. Ich war einfach zu müde.

Weil ich natürlich vor lauter Aufregung nicht gleich schlafen konnte, sondern erst um halb 4 und weil ich trotzdem um halb 7 wach wurde, war ich in einem wirren Zustand als mir der Mensch im Hotel sagte, es wären 5 Nächte gebucht. Dabei war ich davon überzeugt ich müsse in ein anderes Hotel. Kurz zur Erklärung: ich habe eine Gruppenreise gebucht. Warum denn nur werden sich vielleicht einige fragen. Die Antwort lautet: Ich weiß es selbst nicht genau. So aus einem kurzen Anfall von Panik bei dem Gedanken nachts allein in Amman am Flughafen zu stehen. Schon sehr schnell nachdem ich gebucht hatte wusste ich, das es womöglich eine Schnapsidee war. Aber es war ja nun passiert und nicht rückgängig zu machen. Und außerdem hatte ich so viel Spaß bei der Buchung, denn ich war in meinem Lieblingsreisebüro bzw. bei meiner Lieblingsreiseorganisatorin. Sie findet immer genau die richtigen Reisen wenn Erica mit mir irgendwohin will und sie ist einfach ein toller und so lustiger, herzlicher Mensch. Also war die Buchungsprozedur toll und lustig aber kurz danach kamen mir eben Zweifel an der Sinnhaftigkeit des ganzen Unternehmens. Letztendlich bin ich aber nun hier und es ist alles tiptop. Na ja, also die Gruppe die aus 21!!!!! Personen besteht, habe ich noch nicht kennengelernt. Ich wiederhole es gerne nochmal für alle die es vielleicht vergessen haben oder nicht wissen: am alleraller allerliebsten reise ich ja allein. So. Nun Schluss mit dem Gejammer. Der erste Blick aus dem Flurfenster zeigte mir einen Kran. Da kann doch nichts schief gehen.

An der Rezeption wollte ich also nicht glauben das ich 5 Nächte dort bleiben sollte. Ich hatte einen Zettel und auf dem stand was anderes. Also bin ich 30 Minuten durch die Stadt in ein anderes Hotel gefahren, schon auf dem Weg dort hin kamen mir Zweifel und die wurden dann auch bestätigt und so fuhr ich wieder zurück ins erste Hotel und schämte mich ein wenig. Aber alle waren nett, wir lachten zusammen und ich bezog wieder mein Zimmer. Dann wollte ich was erleben und obwohl als erste Unternehmung mit der Gruppe morgen der Besuch der Zitadelle mit tollstem Blick ansteht, wollte ich schon heute und zwar sofort, dort hin um mir einen Überblich über das riesengroße Amman zu verschaffen. 1.812.059 Einwohner (4.044.000 in der Metropolregion) (Volkszählung 2015) hat Amman laut Wikipedia. Auf dem Weg zum Taxi bin ich an diesen riesigen  Wagenrädern vorbei gekommen.

Vorher wollte ich noch Geld holen und habe mich auf dem Weg sehr über die schönen Blumen am Wegesrand gefreut.

Im Reiseführer wurde behauptet alle Taxifahrer kennen die Zitadelle oder die Castle oder Quala. Meiner kannte nix und so haben wir uns durchgefragt. Als wir dann das erste Schild mit „Citadel“ sahen hat er gestrahlt und gesagt es kostet nun 2 JOD mehr. Ich hab gelacht und sie ihm gern gegeben. Der erste Blick hat mich gleich ganz glücklich und frei gemacht.

Und alle Blicke die danach kamen auch.

Weil das kein Reiseblog ist, muss ich nun nichts über die Zitadelle etc. sagen. Da bin ich aber froh. Kann man alles schön im Reiseführer oder im Internet nachlesen. Ich bin einfach überall herum gelaufen und geklettert und habe von oben nach unten oder geradeaus geschaut.

Lange habe ich auf einem Stein gesessen und versucht das Mädchen mit den roten Haaren zu erwischen. Sie ist aber immerzu herumgeklettert und gesprungen und es ist mir nicht wirklich gut geglückt.

Als nächstes waren die Eidechsen und die lustigen Vögel dran.

Für die Eidechse bin ich über Geländer geklettert.

Mit den Vögeln war es schwieriger.

Und dann waren da auch noch Menschen…

… und Steine.

Eine Menge Steine…

Und Menschen auf Steinen sitzend. Ich habe versucht mich mit der Frau zu verständigen. Ist nicht richtig gelungen aber wir haben uns immerhin gemeinsam über die Vögel gefreut.

Beim Blick über die Mauer entdecke ich einen Kleiderschrank. Vielleicht ein Umzug. Oder Sperrmüll.

Ein Stück weiter nach rechts wird gemauert.

Wo klettern noch erlaubt ist.

Nach 3 Stunden staunen, klettern, schauen und knipsen bin ich so müde und suche mir einen Platz zum ruhen. Geradeaus habe ich Blick auf das römische Theater.

Wenn ich nach rechts schaue wünsche ich mich auf die Dachterrasse vom Pasha Hotel. Ein kaltes Bier wäre nicht schlecht.

Und so trete ich den Rückweg an. Der führt mich aber nicht auf der Straße mit ihrem Bürgersteig entlang sondern über einen kleinen Pfad. Glücklicherweise muss ich am Ende nicht die hohe Mauer herunter springen. Das hatte ich unterwegs befürchtet. Es gab eine Treppe.

Und noch einen Spatz zum Abschied.

Ich bin dann noch eine Weile an der Straße entlang gelaufen bevor ich mir ein Taxi angehalten hab. Und das war ein großes Glück denn sonst hätte ich die Katze nicht getroffen. Sehr viele Katzen habe ich bis jetzt noch nicht getroffen deshalb war meine Freude groß aber die Katze zu schnell.

Und weil ich wirklich müde war und es langsam anfing zu dämmern und sicher auch bald die Lichter angehen, war ich froh endlich im Taxi zu sitzen und Heim gefahren zu werden.

Und wie ist es nun in Jordanien? Wie ist die Luft und die Akustik wurde ich heute schon gefragt. Es ist toll. Und die Luft ist staubig und warm und windig und erinnert mich an Marokko und es ist manchmal laut und der Verkehr summt und die Autos hupen und manchmal ganz still und der Wind weht leise und rauscht. Auch ein wenig wie in Marokko. Und es riecht nach Wüste. Das ist ein so toller Duft.

 

 

 

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7 Kommentare

  1. Ach es ist toll das alles zu lesen und ich finde schon dass es ein Reiseblog ist, aber eben ein wie du ihn schreibt. Und das ist toll.
    Ich bin ja sehr sehr gespannt auf die Gruppenberichte. Wer A sagt kann B ja lassen 🙂

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