Vier Tage am roten Meer: Aquaba

In den nächsten vier Tagen habe ich nichts anderes zu tun als meinen Rhythmus wieder zu finden und in ihm herumzutrödeln. Damit beginne ich sogleich am ersten Morgen. Ich liege lange im Bett herum, trinke Tee, lese ein wenig und schaue Richtung Fenster. Hinaus schauen ist nicht wirklich möglich, in das Fenster rechts neben dem Bett brennt schon die Sonne herein und deshalb bleibt die Gardine zu. Das Fenster gegenüber vom Bett ist weit weg, weil das Zimmer groß ist und außerdem recht wüstensandverstaubt.

Das Bett ist toll groß und die Yogamatte hat viel Platz davor.

Allerdings bleibe ich hier nicht, sondern ziehe nach der einen Nacht um. Nicht weil ich so gerne umziehe sondern weil das eigentliche Hotel vorher kein Zimmer frei hatte. Nun also Yoga, duschen und ein Café suchen. Ich finde nicht sofort ein Café sondern hole mir Cappuccino bei der amerikanischen Fastfoodkette (ganz schlimm, aber immerhin habe ich meinen eigenen Becher dabei). Ich setze mich mit Kaffee auf eine Bank und schaue der Krähenfütterung zu.

Ich werde in den nächsten Tagen feststellen, dass es total viele Krähen in Aquaba gibt. Und ich sehe nur eine einzige Möwe von weit weg. Die könnte aber auch eine Taube gewesen sein.

Auf der Suche nach Falafel zum Frühstück komme ich an dieser schönen Bretterwand vorbei. Die finde ich ganz toll und mir fällt sofort eine Person ein der sie auch gefallen wird – darüber freue ich mich und muss ein wenig lachen.

Viele Schalter hat sie auch.

Und das waren oder werden womöglich Steckdosen.

Links neben der Bretterwand ist was mit Kacheln.

Nach dem Falafel-Frühstück bin ich zum Strand gelaufen.

Der Steg machte mich neugierig. Eigentlich war er gesperrt aber ich bin, wie alle anderen, über die Absperrung geklettert. Wirklich sehr marode und ich habe immer genau schauen müssen wo ich hintrete.

Nach dem kleinen Abenteuer habe ich mich auf eine Mauer gesetzt und meine Füße ins Wasser baumeln lassen. Dabei habe ich mich sehr lange mit diesem Mädchen angelacht. Sie ist zuerst nur mit den Füßen ins Wasser gegangen und dann zurück zur Mauer. Und dann immer ein wenig mehr, hat sich dabei oft nach mir umgedreht und mich angelacht, ich habe zurück gelacht und als sie bis zu den Knien im Wasser war Beifall geklatscht. Wir hatten viel Spaß miteinander und ich mochte es besonders gern, wie sie ihre Hände vor Aufregung über das Wasser, zu Fäusten geballt hat. Irgendwann kam eine größere Welle angeschwappt und sie war bis über den Bauch klatschnass. Danach musste sie ersteinmal schnell zu ihrer Familie laufen.

Etwas weiter am Strand entlang liegt ein großes Kreuzfahrtschiff. Da werde ich in den nächsten Tagen hin laufen.

Aber ich glaube ungefähr hier bin ich vorerst umgekehrt, habe meine Tasche gepackt und bin zu meinem  neuen Hotel gerollkoffert. Es war so ungefähr 10 Minuten entfernt. Für mich erstaunlich wie oft man in so kurzer Zeit von Taxis angehupt werden kann und die Taxifahrer (es sind bisher immer Männer gewesen) schütteln sicher jedes Mal den Kopf über laufende Tourist*innen. Im neuen Hotelzimmer ist es auch hübsch und die Sonne scheint jeden Morgen ins Zimmer.

Hinter dem Hotel wohnt eine Katze, ich treffe sie fast jeden Tag.

Drei von vier Nachmittage verbringe ich im Aurjwan Café & Restaurant. Denn ich kann dort sehr gemütlich sitzen, der Fattoush  Salat ist ganz besonders lecker, Hummus und Za’atar auch und es war immer so viel, dass ich bis zum nächsten Tag nichts mehr gegessen habe. Ach ja – WLAN funktionierte bestens und der Kellner freut sich über Fotos vom Lokal und will mit auf’s Bild – wir sind nun auch über die sozialen Medien miteinander verbunden.

Täglich komme ich am Lieblingsmotiv vorbei.

Kleine Läden mit buntem Zeug gibt es natürlich auch.

Diesen Laden mag ich am liebsten, was nicht nur etwas mit den Katzen zu tun hat die dort wohnen.

Es gibt dort wirklich schöne Dinge.

Alle handgemacht.

Frauenprojekte supporten willich und kannich.

Was ich nicht gekauft habe ist dieses Dings mit gelber Bommel. Ich musste mir erklären lassen was es ist. Also es ist eine Art Mütze für eine Katze. Ein Ohr kommt durch den linken kleinen Schlitz und rechts neben der gelben Bommel ist noch ein Schlitz für das andere Ohr. In der Mitte wäre dann die Bommel. Ich mache große Augen und die Verkäuferin lacht und sagt keine ihrer Katzen hätte jemals so ein Ding auf ihrem Kopf geduldet. Da bin ich froh und meine Katzen liebenden Freund*innen sicher auch, denn sonst hätte ich den Katzen der Freund*innen vielleicht so ein Kleidungsstück mitbringen müssen.

Im Laden wohnt eine Katze. Dies hier sind zwei ihrer drei Kinder. Momentan ist sie wieder schwanger und deshalb für ein Foto nicht zu begeistern. Die Kinder zu knipsen ist auch nicht einfach weil sie dauernd herumspringen und durch die Regale fegen.

Und dann bin ich ja auch noch Richtung großem Schiff gelaufen.

Vorher die  mittelalterliche Festung besucht und darin herumgeklettert.

Die Restaurierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

Vielleicht ist das der Arbeitsplatz von der Restaurationsleiter*in (oder wie ist die Berufsbezeichnung?)

Uneinig ist man sich, laut meinem Reiseführer, auch über die Ursprünge der Festung. Es könnte eine Kreuzritterburg oder Karawanserei sein…

Neben der Festung gehe ich diese bunte Treppe hinauf.

An Gärten vorbei.

Blick auf eine weitere Baustelle.

Und auf der Suche nach einem Lokal in dem ich ein Frühstück bekomme, laufe ich über die nächste Baustelle.

Leider gibt es nur Tee, eine Menge Wasserpfeifen und auch hier springt mir der Kellner mit ins Bild.

Es scheint als gäbe es nirgendwo etwas zum Essen, vermutlich weil die Gäste vom großen Schiff alle ihr Essen auf dem großen Schiff bekommen. Fast ganz am Ende finde ich doch noch ein Restaurant und esse Fattoush. Das ist Salat mit frittiertem dünnen Fladenbrot und er ist ganz besonders lecker weil das Dressing so schön zitronig ist.

Dabei beobachte ich den Kampf mit dem Schirm gegen den Wind.

Und die Kinder beim im Wind herumhängen.

Mache noch schnell ein Spiegelselfie …

… und mich dann auf den Rückweg. Dabei versuche ich dieses seltsame Durcheinander von Schiffsanlegeplatz, Fischereibooten, Gärten, Baustelle, mittelalterlicher Festung und großer Straße zu verstehen.

Dieses Plakat erklärt es mir etwas. Da wo das riesige Loch klafft befindet sich das große Schiff, die kleinen Fischerboote, die Gärten und ich. Der Anlegeplatz für die Schiffe und der Fischereihafen werden erneuert.

Und darüber hinaus wird auch auf der anderen Seite der Straße gebaut.

Und an vielen anderen Orten und Straßen auch. Und jedes Mal macht sich das Günther-Gen in mir bemerkbar und ich freue mich.

Im Souk gibt es allerhand nützliches für den Alltag an einem Ort mit viel Sand und Staub.

Und dicke Decken gegen die kalten Nächte.

Dazwischen immer mal eine Katze.

Am Strand werde ich von Kindern und Erwachsenen oft um ein Foto von bzw. mit mir gebeten. Manchmal fragen mich die Erwachsenen direkt aber sehr oft schicken sie zuerst die Kinder. Nachdem ich mit jedem der drei Mädchen einzeln fotografiert wurde und nun wahrscheinlich irgendwo im großen weiten Netz herumschwirre, bitte ich diesmal auch um ein Foto. Selbstverständlich darf ich und so entsteht eine ganze Serie. Für hier suche ich das mit den kleinen Daumen aus.

Schwimmende Schwestern.

Vielleicht Vater und Tochter.

An meinem letzten Tag in Aquaba ist auch die Zeit für den Steg gekommen.

Er wird abgerissen. Schade eigentlich und man kann nur hoffen, dass ein neuer Steg gebaut wird.

Es ist auf jeden Fall ein Schauspiel und große wie kleine Leute stehen drumherum und schauen zu.

Was noch am ende übrig blieb.

Der Tag ist bald zu Ende und ich halte noch einmal kurz an der Mauer mit dem Baum, dem Mädchen, der Sonne und dem Fisch.

Schaue noch zwischen den Häusern hindurch auf die Berge.

Schlendere zum Hotel zurück und packe dort meine Tasche für die letzte Station der Reise. Zurück nach Amman.

Wer mehr über Aquaba erfahren möchte kann gerne hier nachlesen/sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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