Ein Tag in Petra: Menschen, Gräber, Paläste, Katzen, Geröll und kleines, hübsches, buntes Zeug

Sehr kalt ist es am Morgen in Petra, nur 9°. Nach Tee im Bett und Yoga vorm Bett, ziehe ich meine dicke Jacke an, steige auf die Dachterrasse und trinke dort oben noch einen Tee. Eine Stunde später, als dann der Bus vor der Tür steht, scheint schon wieder die Sonne, kalt ist es aber trotzdem noch.

Während wir auf die Tickets warten, vertreibe ich mir mit bunten Kopfbedeckungen die Zeit.

Die Tickets sind da und es geht los. Wer nicht laufen kann/mag könnte auch reiten. Pferdedeckentroddeln.

Ich hoffe das Pferd wird nicht gequält sondern trägt eine Art Sonnenbrille – ich kenne mich da nicht aus.

Hier beginnen die ersten Felsen, Geröll, Gräber, Treppen und Tempelbilder.

Niedlicher Hund statt Katze.

Es wird auch viel zum Thema Gebimsel und Geklimper folgen.

Das Geglitzer nicht zu vergessen.

Oder die Elefanten und Dromedare.

Für diese blauen Ketten oder die Lampen würde ich sofort noch mal umkehren.

Der Hirsch überrascht mich.

Da wird hier doch tatsächlich gefegt, denke ich zuerst. Es stellt sich aber heraus: Die Pferdeäpfel, der hindurch galoppierenden Pferdekutschen, werden aufgesammelt und später als Dünger verwendet.

Gruppenausflug.

Ich folge der bunten Frau mit Hut durch den Siq -die Felsschlucht.

Auch hier gibt es kleines Zeug zu kaufen. Vorn die kleinen Holzdingselchen sind Stempel.

Der Verkäufer macht Pause.

Keine Tourist*innen.

Familienausflug.

Der erste Blick auf Khazne al- Firaun, das Schatzhaus des Pharao. Mehr Fotos sind in zahlreichen Büchern und auch im großen Netz zu bewundern. Ich habe nur ein paar wenige geknipst und mich dann den Felsen, Treppen und den Menschen um mich herum gewidmet.

Mit dem Mädchen mit blauer Blume am Hut hatte ich etwas später einen kleinen Austausch über Chips Sorten.

Dies war eindeutig die Nummer 1 der meistfotografierten Dromedare vor dem Schatzhaus des Pharao.

Die Menschen die in Petra ein Café betreiben, all das kleine Zeug verkaufen oder Touristen auf Pferden oder Eseln durch das Gelände führen, sind Beduinen vom Stamm der Bedu oder Bedul. Schon sehr lange bevor Petra touristisch erschlossen wurde (lange vor 1920) siedelten die Bedul in Petra. Nachdem Petra 1985 zum Weltkulturerbe wurde, wurden sie Zwangsumgesiedelt. Eine Siedlung mit Häusern etc. wurde im Norden Petras für sie errichtet und sie dürfen in Petra ihre Waren verkaufen. Eine Zwangsumsiedelung stelle ich mir sehr schrecklich vor und kann gut verstehen warum ein großer Teil der Bedul am Abend nicht immer zurück in ihre Siedlung gehen sondern weiterhin in den Höhlen und Grabkammern schlafen. Wer mehr über die Bedul erfahren möchte liest bitte hier weiter. Und ich werde auch mal schauen ob sich nicht noch mehr Informationen finden lassen.

Nicht sehr viele der Dinge die verkauft werden kommen tatsächlich aus Jordanien sondern eher aus China und es gibt hier auch die kleinen Schüsselchen die ich aus der Türkei kenne. Diese Puppen allerdings sehen aus als wären sie tatsächlich hier hergestellt worden. Die Machart erinnert mich sehr an ein Dromedar was ich mir vor vielen Jahren aus Marokko mitgebracht habe und was dort von den Frauen der Wüstennomaden hergestellt wurde. Es steht jetzt neben meinem Bett. Vielleicht werden also auch diese Puppen von den Bedul genäht.

Café Katze.

Das römische Theater.

Ein Teil der Königswand.

Bis hier hin bin ich gemeinsam mit der Gruppe gelaufen. Und dann wurden wir frei gelassen und mein eigener Spaziergang konnte beginnen.

Zuallererst habe ich mir die Schuhe ausgezogen und bin, wie diese Jungen, nach oben geklettert.

Und wieder hinunter und einen anderen Weg hinauf. Mit sehr staubigen und auch etwas dicken Füssen, wie ich hier gerade feststelle. Sie haben sich aber ganz prima gefühlt.

Diese Füße haben sich hoffentlich auch ganz prima gefühlt. Jedenfalls haben sie ein unglaubliches Geräusch gemacht auf den glatten Steinen. Dromedarpfötchengetrabe – zu schön.

Etwas schwitzend bin ich barfuß über diese Brücke gelaufen. Es scheint als bekäme ich im Alter sowas wie Höhenangst. Ich fand mich sehr mutig.

An der blauen Dose mache ich Pause, sie erinnert mich an diese kleinen roten Tomatenmarkdosen die ich früher immer gekauft hab.

Am Shop vorbei…

… Richtung Königswand.

In einem der Gräber.

Und wieder draußen.

Und wieder am Theater vorbei.

Bunte Menschen.

Es gehen sehr viele Stufen hinauf zum Kloster Al-Deir. Bis dort hin bin ich aber nicht gekommen denn ich hatte nicht mehr genug Zeit dafür und wurde unterwegs von einer Petra – Bewohnerin auf einen Tee eingeladen. Zuerst habe ich abgelehnt denn ich wollte noch ein wenig die Stufen hinaufklettern und habe mich auch ein wenig unsicher gefühlt. Ich bin also weiter gelaufen und habe dann an einem Felsen bei einer der ca. 800 Treppenstufen eine Pause eingelegt und überlegt warum ich mich nicht traue mit einer Frau einen Tee zu trinken.

Weil mir kein echter Grund eingefallen ist, habe ich auf dem Rückweg gefragt, ob ich jetzt auch noch einen Tee bekommen würde. Selbstverständlich. Ich saß also glücklich in einem kleinen Zelt, wartete auf den Tee, der von der 12 jährigen Schwester der Frau zubereitet wurde und sie erzählte mir ein wenig von ihrem Leben mit den Tourist*innen und davon, dass ihre Großeltern in den Höhlen von Petra gelebt haben und nun in der Siedlung seien. In den Wintermonaten leben alle zusammen in der Siedlung, aber im Sommer bleiben sie in den Nächten fast immer in den Höhlen von Petra. Manchmal würden auch Tourist*innen dort mit ihnen übernachten. Ich fand es klang sehr verlockend, aber dazu war ich dann doch zu feige – so ganz allein. (Mal davon abgesehen, dass ich ja noch am Rockzipfel der Gruppe hing). Und da mir schon klar war, dass ich am Ende der Reise mit einem Dromedar oder Elefanten nach Hause fliegen würde, konnte ich auch dort einen kaufen. Ich überlegte ob es ein Dromedar oder Elefant sein sollte. Die Frau entschied es solle ein Dromedar sein denn es gäbe ja schließlich keine Elefanten in Jordanien. Das fand ich eine plausible Begründung. Nach dem Tee wurde ich verabschiedet und von einem der beiden jungen Männer, die in der Zwischenzeit dazu gekommen waren, nach unten begleitet. Unterwegs fragte er ob ich meine Schuhe verloren hätte. Wir unterhielten uns über barfuß laufen und er meinte sehr schlau, ich solle mir keine Gedanken machen ob andere barfuß laufen komisch finden,  sowas würden nur die Touristen seltsam finden. Er findet barfuß laufen gut und gesund für die Füße. Sag ich ja auch immer. Zurück Richtung Khazne Faraun.

Und wieder durch die Schlucht. Vorbei an der beduinischen Jungend. Manchmal machen sie Quatsch für die Tourist*innen.

Oder hängen einfach nur rum wie überall auf der Welt.

Hübsches Tuch …

… hübsche Taschen …

… und lustige Taschen.

Völlig vorbildlich bin ich als allererste zurück am Treffpunkt und unterhalte mich mit dem sehr netten Guide Wael über die Beduinen von Petra, das Leben in Jordanien, das Leben in Deutschland und Amerika (wo er gelebt hat) und was wir nun, wo wir älter sind über das Leben so denken – im Gegensatz zu den Gedanken die wir in jüngeren Jahren hatten. Das war sehr schön. Zurück am Hotel mache ich noch einen kleinen Gang um den Block und habe endlich Gelegenheit einen der unzähligen bunten Pickups aus der Nähe zu knipsen.

Ein Stück große Baustelle vor der Tür vom Hotel.

Katze versteckt sich.

Schattiger Platz.

Und ein letzter Blick über die Dächer. Ganz sicher werde ich zurück kehren denn mit Petra bin ich noch lange nicht fertig – die 800 Treppenstufen wollen noch erklommen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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5 Kommentare

  1. Ach. Alles sehr schön. Wie gut dass du noch einen Tee dort getrunken hast!
    Das erste Foto ist gleich so schön! Und immer die kleinen „Wegbeschreibungen“ zu den Fotos. Sehr sehr schön alles.

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