Von fernen Welten, Sternen, Galaxien….

Die Connichi ist eine Animee Convention die von Animexx e.V., einem Verein zu Förderung japanischer Populärkultur veranstaltet wird. Sie findet seit 15 Jahren jedes Jahr im September im Kongress Palais in Kassel statt. Und wie ich gerade gelesen habe waren es im ersten Jahr in Ludwigshafen am Rhein (dort fand 2002 die allererste Connichi statt) 1500 Gäste. 2015 wurde die Besucher*innenzahl mit 26.000 Gästen angegeben. Hui, so viele. Nachdem am Freitag meine beiden Connichi -Gäste angereist und mir auf der Straße die ersten unbekannten Wesen begegnet sind, bin ich schon um halb 10 Uhr am Samstag Richtung Stadthalle, denn so hieß das Kongress Palais früher, losgezogen. Das Wetter war toll und ich freute mich sehr für die Connichi- Freund*innen. Und nun habe ich die schwierige Aufgabe ein paar von meinen Lieblingsfotos auszuwählen. Ich beginne mal mit einem Kranich der mir gleich am Anfang ins Auge geflogen kam.

Sehr schade finde ich es, das ich so überhaupt keine Ahnung habe von all den Charakteren, Figuren, Geschichten. Hier zum Beispiel gab es eine ganze Gruppe die augenscheinlich zusammen gehörte. Leider habe ich, besonders am Anfang des Tages, vergessen zu fragen wen sie darstellen. Von meiner Banknachbarin, die eine erfahrene Besucherin ist, habe ich erfahren, das es sich nicht immer um Freund*innen handelt, die sich gemeinsam ein Thema überlegen, sondern auch Einzelpersonen, die dann über Sozial Media andere suchen um sich auf der Connichi zu verabreden und gemeinsam etwas darzustellen. Vielleicht war es hier auch so.

Ein Fuchs gehörte auch dazu.

Besonders gerne mochte ich die Kugeln mit Troddeln dran.

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KW 35 – Rundherum um den Geburtstag

In der letzten Woche hatte ich die Idee an meinem Geburtstag einen Ausflug mit Übernachtung zu machen. Denn da die eine Hälfte der Freund*innen im Urlaub war und die andere Hälfte arbeiten musste  ich aber nicht arbeiten wollte, musste ich mir was einfallen lassen. Also ein Ausflug mit Übernachtung. Und schnell war ein Ziel gefunden. Oberorke am Edersee. Dort war ich vor 2 (oder 3?) Jahren mal mit der A. an ihrem Geburtstag gewesen. Es gab dort Sauna, Pool, Yoga, Essen und eine große Menge Natur. Und Hotelzimmer zum Übernachten. Und weil ich mich darauf seit dem Entschluss dort hinzufahren freute, fühlten sich die Tage vorher schon wie Geburtstag an. Am Dienstag bin ich schon am Mittag losgefahren und war um 15 Uhr dort. Schnell das Zimmer bezogen.

Badesachen angezogen und ab an den Pool, etwas hin und her geschwommen, in der Sonne getrocknet, zur Yogastunde geschlendert und anschließend wieder an den Pool. Bis der Hunger sehr groß wurde. Selbstverständlich gab es auch ein Restaurant in dem ich ein tolles Abendessen bekam. Niemals zuvor hatte ich Avocado Tatar gegessen. Könnte ich aber gerne in Zukunft jeden Tag.

Weil der Abend noch so schön warm war, machte ich mich auf den Weg zu einem kleinen Rundgang durch die Felder. Ohne Schuhe, denn aufs barfuß laufen hatte ich mich auch schon so gefreut. Am Ende der ersten Wiese bin ich in einen Weg abgebogen, der am Waldrand entlang ging. Dort gab sowas wie eine Reihenhaussiedlung für Vögel. Im Abstand von 10 Metern jeweils ein Vogelhaus mit Hausnummer.

Am Ende der Siedlung bin ich nach rechts abgebogen. Auf der nächsten großen Wiese auf der linken Seite, ganz oben auf dem Hügel stand eine Schaukel. Besonders weit war ich noch nicht gelaufen aber natürlich konnte ich nicht einfach vorbei gehen, sondern musste eine Runde schaukeln.

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KW 34 – Diesmal ohne Überschrift denn mir fällt einfach keine ein

Montags freue ich mich immer auf die Yogastunde am Nachmittag. Diesmal kam aber die Bitte: „Ich bin echt im Stress. Würdest Du heute für mich unterrichten? Das wäre sehr lieb“. Also hab ich mir, auf dem Heimweg von der Arbeit, erste Gedanken zum Yogaunterricht gemacht und dann gleich die Donnerstagsstunde mit vorbereitet. Beim Fahrrad fahren kommen mir immer ganz gute Yoga-Ideen.

Dienstag hatte ich einen langen Tag. Um 7:30 zur Arbeit geradelt. Da die meisten Frauen gesagt hatten sie würden trotz Opferfest zum Kurs kommen, waren die Kollegin und ich etwas überrascht, als letztendlich doch nur drei Frauen kamen. Aber umso mehr Gelegenheit zum sprechen hatte dann jede einzelne von ihnen und wir konnten individuelle Fragen beantworten und kleine Wünsch erfüllen. Anschließend in eine Kita gefahren und mit Kindern plus Eltern Obst zerschnitten, Smoothies gemixt und getrunken und die Geschichte vom Wolf gehört (Da kommt der Wolf!, von Vincent Bourgeau .Ein schönes, sehr sparsam illustriertes mitmach Bilderbuch ab 2 Jahre, was auch noch den 5 Jährigen viel Spaß macht). Von dort aus bin ich gleich zu Erica gefahren und mit ihr gemeinsam nach Warburg denn sie hatte einen Arzt Termin. Im Wartezimmer war es voll und stickig und ich hatte eine leise Ahnung, das sie vermutlich nicht pünktlich drankommen würde. Deshalb bin ich etwas durch Warburg spaziert. Auch nach einer 3/4 Stunde war noch kein Ende in Sicht. Deshalb wollte ich Cappuccino und eine Eisdiele ward schnell gefunden. Und dort war so ein echter italienischer Eisdielenmann (Wie heißen die denn? Eismeister?) Schwarze Hose, weißes Hemd mit umgeschlagenen Ärmeln bis über die Ellenbogen, gekrempelt kann man dazu nicht sagen, sie waren sehr ordentlich umgeschlagen, sehr lange und schmale Statur, ordentlich nach hinten gekämmten Haare und durchaus stolze Haltung. Ich kam mir gleich etwas schlecht vor weil ich einen Cappuccino und auch noch „to go“ bestellte denn ich wollte Erica nicht warten lassen. Der Cappuccino wurde mit großer Ernsthaftigkeit und Ruhe hergestellt. Ich wurde gefragt ob ich einen Deckel möchte. Nein, den wollte ich nicht. Und auch keinen Plastiklöffel. Da wurde dann allerdings der Kopf geschüttelt. Ohne Löffel könne ich den Cappuccino nicht trinken, da soll ich ihm mal glauben. Wegen der Crema. Denn auf dem Cappuccino sei kein Schaum sondern Crema. Und die mache einen Löffel unbedingt erforderlich. Schaum ist nur Milch mit etwas Luft reingepustet und fällt schnell wieder zusammen. Aber Crema! die ist etwas ganz anderes. Ich war beeindruckt und machte runde Augen, nahm den Löffel, bedankte mich, bezahlte und ging, fast schon ehrfürchtig auf die Crema schauend, Richtung Arzt und setzte mich auf eine Mauer. Da trank und löffelte ich dann andächtig meinen Cappuccino ohne über ein Crema-Foto nachzudenken. Nach 1,5 Stunden Wartezeit war Erica dann endlich fertig und wir konnten noch einkaufen. Ich war um 20 Uhr zu Hause und als ich dann später im Bett lag und den Wecker gestellt habe, konnte ich nicht recht daran glauben, das ich früh aufstehen würde um in der Fulda zu baden.

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KW 33 – Badelust, Backlust und Herzen im Herzen

Diesmal die Woche anders begonnen als üblicherweise. Also auch ein anderer Weg. Der führte mich mit dem Rad über die Brücke, über die ich sonst, auf dem Weg zu Erica, mit dem Auto fahre. Anschließend lernte ich etwas zum Thema Schulden vermeiden bzw. den Schuldenberg von Menschen, der oftmals beträchtlich ist, zu verwalten. Mein Fazit: Echt kompliziert das Alles. Also werde ich die Menschen, die dazu Fragen haben, am Besten gleich zur Schuldnerberatung schicken oder begleite sie dort hin.

Am Mittwoch hatte ich am Morgen wieder Zeit für ein Bad mit anschließendem Kaffee in und an der Fulda. Einen Schwan hab ich auch getroffen. Der schaute aber konsequent ans Nachbarufer.

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KW 32 – Fuldawetter, Umschulung und Christopher-Street-Day

Am Montagmorgen große Freude unserer Kursteilnehmerinnen, sie hatten einander vermisst. Wir hatten den Montag nicht mit Inhalten verplant, sondern wollten Raum lassen damit alle erzählen konnten was sie erlebt hatten. Dabei ist mit bewusst geworden wie fehl am Platz das Wort „Urlaub“ oder auch „Ferien“ ist, wenn es sich darum handelt nach 4 Jahren in die Heimatstadt Damaskus zu fliegen, die in Schutt und Asche liegt, Eltern, Verwandte und Freunde endlich wieder zu sehen, die man so lange nicht gesehen hat und dabei die ganze Zeit angespannt vor alter und aktueller Angst zu sein. So unterschiedlich wie die Frauen sind, so unterschiedlich waren auch die Erlebnisse, aber ich habe mir vorgenommen in Zukunft aufmerksamer zu sein bei meiner Wortwahl.

Dienstag war ich am Nachmittag beim unechten Patenkind. Mit Würstchen und Melonensalat wurde die Umschulung in die weiterführende Schule gefeiert. Er geht jetzt in die 5. Klasse. Kaum zu glauben.

Am Mittwoch habe ich mir den Wecker sehr früh gestellt, obwohl ich erst um 9 Uhr im Büro sein musste. Ich wollte so gerne mal ganz früh am Morgen in der Fulda schwimmen. Und so saß ich dann um 8:30, nach einer tollen schwimm Runde, am Fuldaufer und habe einen Morgenkaffee getrunken. Nach der Arbeit bin ich dann gleich nochmal dort vorbei gefahren. Und auch am Donnerstagnachmittag noch einmal. Anschließend gab es dann den ersten Regenguss und 2 Stunden später hat es dann noch einmal so richtig geregnet und sich dann auch etwas abgekühlt.

Am Freitag Einkauf mit Erica und anschließend schnell meine Wohnung für den Übernachtungsbesuch, der für Samstag erwartet wurde, vorbereitet. Und seit der Besuch da ist, denke ich immer: „Ach die Kleine, oh sie ist nicht klein sie ist 31 Jahre und wirklich erwachsen“. Aber wenn sie erzählt blitzt die Kleine immer wieder durch und mir wird sehr rührend ums Herz und ich freue mich so sehr darüber, was sie alles macht und finde sie sehr toll. Hach.

Seit Donnerstag ist es ja merklich kühler, so das ich am Samstag zum CSD tatsächlich eine Jeans angezogen habe. Keine Ahnung wann ich zum letzten Mal eine a hatte. Im Juni? Eine Jacke hatte ich auch an, die habe ich aber nach 30 Metern schon auf den Gepäckträger geknödelt. Und als ich am Kulturbahnhof ankam, war mir dann wieder richtig heiß.

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KW31 – Stadt, Land, Fluss und wie es dazu kam, dass ich im Fluss schwimme

Wenn ich überlege was ich in dieser Woche gemacht habe dann fällt mir zuallererst die Fulda ein. Und dabei bleibt es dann auch. Denn ich habe die Fulda entdeckt. Natürlich kannte ich sie schon immer, denn ich wohne seit 37 Jahren in Kassel und auch vorher hatte ich schon von ihr gehört. Abe in diesem Jahr habe ich sie zum ersten Mal als Badefluß erlebt. Vorher war sie einfach der große Fluss der durch Kassel fließt. Im Winter habe ich sie manchmal vollständig vergessen. Im Sommer, auf dem Weg in den Schrebergarten dachte ich: „Ach, dich hatte ich ja ganz vergessen. Schon schön das du hier so groß und breit entlangfließt.“ Und wenn ich manchmal, eher selten, an ihr entlang Richtung Nordstadt geradelt bin, dachte ich sogar: „Toll, hier sind ja sogar Schiffe, es fühlt sich an wie Urlaub in einer anderen Stadt.“ Eben in einer Stadt am großen Fluss. Aber nun, nun habe ich entdeckt das man im großen Fluss auch schwimmen kann. In den letzten Jahren hatte ich schon bemerkt, das dort immer mal Menschen drin schwimmen, aber ich hab immer gedacht es wäre total gefährlich und womöglich auch verboten. Man darf in der Fulda rudern, paddeln, Kajak fahren, angeln ….aber schwimmen eben nicht unbedingt. Weil es ein total gefährlicher reißender Strom ist. Quatschgedanken eben.  Und dann komme ich aus dem Urlaub zurück und die Kollegin S. erzählt: „In der Türkei war ich ja diesmal nicht am Meer, aber seit ich wieder hier bin war ich jeden Tag mit M. in der Fulda.“ M. ist ihre Tochter, 4 Jahre alt. Da wurde ich dann doch neugierig, denn wenn eine Vierjährige in die Fulda geht dann kann ich das ja wohl auch. Außerdem wurde noch berichtet das das Wasser eher kühl sein sollte. Und kühles, am liebsten ja sogar kaltes, Wasser finde ich toll. Ist aber leider gerade nirgendwo zu finden. Die Schwimmbäder sind mir zu voll und das Wasser dort zu warm, an der Buga ebenso. Am Dienstag war ich im Bühl in Ahnatal/Weimar: viel zu voll und auch das Wasser total warm. Und nun also die Fulda. Am Donnerstag nach der Arbeit war es dann so weit. Wir sind zu S. geradelt, sie hat ihre und M’s. Badesachen gepackt, dann haben wir M. abgeholt und los ging es ans Fuldaufer. Es war einfach toll und das Wasser kalt. Große Begeisterung. Es gibt viele Möglichkeiten ins Wasser zu steigen. Man kann allein am Ufer sitzen oder sich einen Platz in Gesellschaft suchen. Perfekt. Und so habe ich am Freitag die Thermoskanne mit Kaffee eingepackt und bin vor dem Büro ins Wasser gesprungen.

Und anschließend mit der Kaffeetasse in der Hand zugeschaut was sich so am und auf der Fulda tut.

Am Samstag dann gleicht noch einmal an einer anderen Stelle.

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KW30 – Wieder zurück und immer noch Urlaubsgefühle

Mit dem letzten Blick auf das Flughafengebäude ist der Urlaub zu Ende – aber die 30. Woche nicht. Begrüßt wurde ich von der besten Nachbarin mit den Worten: „Laß uns bei Dir essen denn dort ist es kühler.“ Kühl fand ich etwas übertrieben aber gemeinsam essen wollte ich sehr gerne. Also kochte ich Nudeln und sie hatte schon GemüseCurry vorbereitet und so saßen wir zusammen und hatten uns viel zu erzählen. Und die beste Nachbarin war auch für die Balkon-Explosion verantwortlich denn sie hat ja sehr fleißig und stetig die Blumen gegossen. Und darüber freue ich mich nun jeden Tag.

Auch wenn ich ab Donnerstag schon wieder gearbeitet habe, fühlt es sich wie Urlaub an. Denn es sind ja noch Ferien und deshalb habe ich keine festen Termine oder sonstigen Druck. Deshalb habe ich am Donnerstag auf dem Weg ins Büro angehalten, als ich an einem Café vorbei kam, mich hingesetzt und Kaffee getrunken. Wollte ich schon immer mal machen wenn ich die Menschen morgens dort sitzen sehe, während ich zur Arbeit radele. Das kann man gut machen. Den Nachmittag habe ich im Schatten und lesend auf dem Balkon verbracht und mich über die Calla gefreut die ich mir aus Amsterdam mitgebracht hatte.

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Dienstag, 24. Juli 2018 – Ach ach……der Abschied ist schwer

Bisher war oft der Vorletzte Tag vor der Abreise der schwerste. Völlig gehetzt wollte ich immer alles noch mindestens einmal sehen, essen, tun und fühlen und war innerlich mit der Verabschiedung beschäftigt. Diesmal war ich gestern recht entspannt und dachte mir immer: „Alles ok. Ich komme ja wieder. Kein Grund zum aufregen.“ Heute war dann nun der letzte Tag und der war nicht so entspannt wie ich ihn mir gewünscht hätte. Er fing heute morgen um 4:30 mit einem wild blitzenden und laut krachendem Gewitter an, was fast eine Stunde gedauert hat und von Regenmassen begleitet war. Die Straße vor meiner Tür war zu einem Fluss geworden und trotzdem peitschte ein Taksi nach dem anderen durch das Wasser die Straße hinunter. Gegen 11 Uhr hatte es sich dann ausgeregnet und so ging ich dann aus dem Haus. Auf dem Weg zum türk.alman. kitabevi, in dem es auch ein feines Café gibt, bin ich an diesem schönen Vogelkäfig vorbei gekommen. Glücklicherweise saß kein Vogel drin. Und irgendwie kam er mir auch bekannt vor. Entweder ein Déjà Vu oder er stand im letzten Jahr auch schon vor dem kleinen Antiquitäten Laden.

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Die vier wissbegierigen Freundinnen

Neslihan, Seher, Hatice und Kübra

Ich sitze vorm Velvet Café Galata, habe gerade Menemen gegessen und einen Cappucino getrunken. Dabei habe ich die vier jungen Frauen am Nebentisch beobachtet und überlegt wie ich sie am besten ansprechen und fragen kann ob ich sie fotografieren darf, als Seher plötzlich an meinem Tisch steht. Wir lachen uns zuerst einfach nur an und sie überlegt und ringt nach englischen Worten. Dabei schaut sie immer mal hinter sich und erhofft sich dort Unterstützung von ihren Freundinnen – zumindest interpretiere ich es so. Und so kommt dann eine nach der anderen und dann stehen alle um meinen kleinen Tisch herum und sehen mich neugierig, im besten Sinne, an. Und dann legt Sener, die in dem Moment die mutigste ist, so richtig los. Sprachlich unterstützt wird sie besonders von Neslihan. „Woher kommst du? Was machst du hier? Bist du alleine hier? Wo wohnst du? Hast du Kinder? Hast du einen Mann? Was bist du von Beruf?“ Schalg auf Schlag kommen die Fragen herausgesprudelt, nur immer mal kurz unterbrochen von der Suche nach den richtigen Vokabeln. Die lassen sich aber Dank Google translate leicht finden. Ich jedenfalls kann nicht so schnell antworten wie die Vier ihre fehlenden Vokabeln in die Smartphones tippen. Zwischendrin haben sie mich an ihren Tisch eingeladen denn der ist viel größer als der, an dem ich sitze. Hinzu kommt noch die Besonderheit: mein Tisch steht direkt in der Kurve, auf der Straße der kleinen Gasse in der sich das Velvet Café befindet. Das bedeute,  immer wenn z.B. ein Lieferwagen kommt, kommt die Bedienung angesprungen, nimmt den Tisch, trägt ihn kurz nach rechts oder links, jedenfalls aus dem Weg und wenn das Auto dann vorbei gefahren ist wird der Tisch wieder abgestellt. Ich kenne das Prozedere mittlerweile denn ich bin ja seit 6 Jahren 1x jährlich für ca. 10 Tage Stammkundin. Wenn die Bedienung nicht in der Nähe ist nehme ich den Tisch, stelle ihn an der Seite ab und lege die Füße schnell hoch.

Aber nun sitze ich ja am Nebentisch und kann auch einmal ein paar Fragen stellen. Und so erfahre ich das alle Vier aus Mersin kommen und nun gemeinsam tatiler (Ferien) in Istanbul machen. Sie wohnen bei Sener`s Onkel. Sie gehen gemeinsam zur Schule und machen im nächsten Jahr Abitur. Danach möchten sie ein Erasmus Jahr machen. Aber da muß man nun erstmal abwarten ob es klappt mit dem Abitur befindet Neslihan. Nun folgt die erste Runde gegenseitiger Fotos. Ich beteuere, keinesfalls einfach irgendein Foto von ihnen zu veröffentlichen. Das stößt auf verständnislose Blicke und der Aufforderung ruhig Fotos zu zeigen. Und ich glaube nur aus diesem Grund wurde ich dann ganz höflich gefragt ob ich damit einverstanden sei, das sie unser gemeinsames Gruppenfoto bei Instagram veröffentlichen.

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