Dienstag, 2. Juni 2026 – Tirana III, Goldener Apfel

Der nächste Morgen und auch in Folge der ganze Tag war so viel besser als der Tag zuvor.

Auf dem Weg zum Morgenkaffee laufe ich immer an der kleinen Post vorbei. Oft sitzen schon Menschen davor und warten darauf, dass sie öffnet.

Später wurde ich von der Katze beim Frühstück beobachtet.

Anschließend erster Vortrag des Tages mit Prof. Nebi Bardhoshi, Anthropologe an der Universität Tirana. Er gab uns Einblicke in Albaniens Geschichte von der Gestapo-Besatzung über die Hoxha-
Diktatur bis zur postkommunistischen Transformation. Diskussion über nationale Identität, kollektives Gedächtnis und die Rolle von Forschung und Zivilgesellschaft im Aufarbeitungsprozess.

Nach dem Vortrag sind wir gemeinsam zum House of Leaves gelaufen.

Das Museum Haus der Blätter hat seinen Namen von den Blättern, mit denen es vollständig bedeckt ist, er bezieht sich auf die Blätter der Tausenden von Büchern und Akten, die Informationen von Menschen enthalten.
Das Museum befasst sich mit Albaniens Geschichte von der deutschen Besetzung durch die Gestapo während des zweiten Weltkriegs bis hin zum Kommunismus. Es dokumentiert die Überwachungs- und Repressionsstrukturen während der kommunistischen Diktatur und gibt eine historische Einordnung der Gestapo-Besatzung und des Sigurimi-Apparates.

Das Haus diente während des gesamten Kalten Krieges auch als Hauptquartier der Sigurimi – der albanischen geheimen Überwachung. Vorher war es eine Frauenklinik und später eine Gestapo-Basis in Albanien.

Es war für mich ein sehr beklemmendes Gefühl durch die Räume zu laufen, was noch durch die geschlossenen Fensterläden bestärkt wurde.

In der Mittagspause lief ich durch die Strassen um das beklemmende Museumsgefühl zu verlieren.

Ich glaube, dies ist eines meiner Lieblingshochhäuser. Also nicht im Sinne von hübsch und toll dass sie hier so bauen, denn das ist eher eine große Katastrophe, besonders wenn man bedenkt, dass es für das Abwasserproblem nicht nur keine Lösung gibt, sondern noch nicht mal darüber nachgedacht wird, eine zu finden, neben all den anderen Problemen, die so viel Glas und Beton mit sich bringen.

Trotzdem beeindrucken mich solche riesigen Hochhäuser sehr. Und wenn sie sich noch im Bau befinden ganz besonders.

Ich weiß garnicht genau, ob es noch nicht fertig ist.

Oder ob es an verschiedenen Ecken kaputt ist und deshalb ausgebessert wird.

Denn es gibt auch Seiten, die völlig intakt und fertig aussehen. Aber vermutlich täuscht das.

Mittagessen mit Blick. Es gab einen griechischen Salat.

Priester auf dem Weg in die Auferstehungskathedrale.

Turm der Kathedrale.

Aufgereiht.

Zurück im Seminarraum.
Nach der zweiten Tageseinheit Bildung, stand der Nachmittag ab 16:30 wieder zur freien Verfügung. Das gefällt mir an diesem Bildungsurlaub besonders gut. Wir haben am ca. 16:30 frei und auch immer eine Mittagspause, in der einige sogar manchmal zurück ins Hotel gehen. Der Tag ist also nicht so vollgestopft und ich hatte bisher immer genug Zeit für mich um alle neuen Eindrück zu verarbeiten.

Und um den Kopf wieder etwas frei zu bekommen, von all dem, was ich am Tag gehört hatte, lief ich durch Tiranas Straßen.

Freute mich über Licht & Schatten.

Über kleine Gassen und vieles andere, was ich so entdeckte.

Da ist er wieder, der Turm der Kathedrale.

Verlassener Popcorn Wagen an dem es auch eine Menge buntes Zeug zu kaufen gab.

Ich glaube, das ist mein Lieblingsfoto des Tages.

Zum Ausruhen besuchte ich die große Namazhah Moschee.

Nach dem Moschee Besuch lief ich eine sehr große Runde Richtung Hotel.

Am Abend gab es die Pizza, die ich am Tag zuvor gerne essen wollte aber nicht bekommen hatte. Als ich im Bett lag, habe ich mich darüber gefreut, dass ich einen so viel schöneren Tag hatte als am Montag. Es war ein richtiger goldener Apfel Tag.

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