
Für den Sonntag hatte ich mir nichts besonderes vorgenommen. Es sollte einfach nur so ein vertrödelter Tag am Strand werden.

Er begann mit etwas Yoga turnen, einem Meerbad und anschließendem Café Besuch für den Morgencappuccino.

Es folgte eine Yoghurt auf dem Balkon mit Vogelbeobachtung.

Über die heiße Mittagszeit lungerte ich lesend in der Wohnung herum.

Und irgendwann hatte ich Lust auf einen Spazergang. Diesmal in eine andere Richtung.

Auf der Karte sah es aus als könnte ich durch eine Art Park oder Wald laufen. Auf dem Weg dorthin lag Kunst auf dem Gehweg.

Und sehr viele kleine Echsentiere flitzen mir um die Füsse herum.

Die Bäume und Büsche waren leider durch einen Zaun versprerrt. Und der schöne Wald war ein Militärgebiet zu dem ich leider keinen Zutritt hatte, wie mir ein freundlicher Mensch erklärte.

Am Ende des Zauns war eine einfahrt zu einem großen Hotelkomplex.

Dort bog ich ab, weil ich gerne am Strand zurücklaufen wollte. Auf dem Hotelgelände gab es eine große Poollandschaft und echtes Partyhalligalli. Ich machte mich unsichtbar, damit niemand bemerkt, dass ich nicht zu den Hotelgästen gehöre. Unsichtbar machen funktioniert folgendermaßen: stur in die Richtung laufen, in die ich möchte und dabei auf den Boden blicken. Hat funktioniert.

Ich kam am Strand an. Der war allerdings der Privatstrand vom Hotel. Deshalb mußte ich meine Tasche über den Kopf halten und durchs Wasser am kaputten Zaun vorbei aus dem Hotelbereich verschwinden. Das musste ich noch 2x wiederholen, denn der Strand war noch in 2 weitere private Bereiche unterteilt. Um meine Eindring- bzw. Fluchtversuche hat sich niemand gekümmert und es gab auch andere, die es genauso gemacht haben.

Als ich dann endlich an dem Bereich vom Strand war, an dem ich täglich zum baden ging, konnte ich mich endlich im Wasser abkühlen und danach tatsächlich noch eine Weile herumliegen und lesen. Dann wurde es mir auch schon wieder zu heiß und so packte ich alles zusammen und machte mich auf den Rückweg.

Das war meine Lieblings – Bushaltestelle mit kombinierter Autowaschanlage. Mit etwas Glück konnte man beim Warten auf den Bus etwas abgekühlt werden.
Als ich zurück in meiner FeWo war, habe ich die restlichen Lebensmittel zu Nudeln mit Tomatensoße verkocht und auf dem Balkon gegessen und lange gelesen.

Am Montagmorgen war es mir zu heiß für Yoga, deshalb bin ich gleich zum Meerbad aufgebrochen. Es war das letzte Meerbad am Morgen und ich war etwas wehmütig.

Und wehmütig war dann auch der letzte Blick aufs Meer.
Danach habe ich mich noch vom Lieblings – Café verabschiedet und mir im Supermarkt etwas Reiseproviant gekauft. Dann ging das wilde Packen los und die Wohnung habe ich auch noch aufgeräumt und alle Flächen abgewischt. Ich mag es nicht, wenn ich alles so schmutzig hinterlasse.

Mein Plan war, ich fahre mit dem Bus zum Busbahnhof und von dort nehme ich den nächsten Bus nach Shkodra. Auf dem Plan, den ich im Internet gefunden hatte stand, dass den ganzen Tag über Busse fahren. So war es leider nicht. Immerhin kam ich mit dem Bus bis zum Busbahnhof. Dort stelle sich allerdings heraus, dass die Busse nach Shkodra nur zwischen 7:00 und 13:00 fahren. Ich stand dort um 14:00. Mist. Weil aber in Shkodra die nächste FeWo auf mich wartete, musste ich ja nun dort hin. Also fuhr ich mit dem Taxi. Das Lehrgeld war hoch. Scheinbar hab ich auf dieser Reise ein Thema mit Geld. In Zukunft prüfe ich die Abfahrtszeiten für Busse nochmal extra und zwar bei Menschen, die sich auskennen. Immerhin war die Taxifahrt richtig nett, denn der Fahrer hatte die ganze Zeit über albanische Musik laufen und dazu hat er noch mit seiner Familie Videotelefoniert und es war irgendwie eine schöne Stimmung. Nach einer Stunde war eine Kaffee und Zigarettenpause nötig. Ich lehnte die Zigarette ab, bekam aber Wasser und Kaffee. Nach der zweite Zigarette ging es weiter und eine Stunde später waren wir da.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich den Eingang zur FeWo gefunden hatte, aber nach 30 Minuten stand ich dann in der schön gekühlten FeWo. Das Bett war toll groß und auf dem Kinderbett konnte ich meine Sachen ausbreiten.

Weil ich so viel im Auto rumgesessen hatte, brach ich gleich nachdem ich ausgepackt hatte zu einem Spaziergang auf.

Und ganz gegen meine sonstige Gewohnheit erstmal einfach loszulaufen, hatte ich an dem Nachmittag ein Ziel. Ich wollte zum Lumi i Kirit, dem Fluss, der in Shkodra fließt.

Zumindest dachte ich es wäre ein Fluss.

In Wirklichkeit ist es ein sehr kleiner Bach. Und den habe ich an dem Abend noch nicht mal gesehen, denn er lag ganz weit hinter der Kiesfläche und es wurde schon etwas dunkel (das Foto ist vom nächsten Tag).

Ich mochte den Hin- und Rückweg ganz gerne, denn er führte mich durch Straßen, die so garnicht touristisch waren. Das fand ich ganz schön, nach der Zeit in Durrës.

Einen Supermarkt fand ich auch noch und deckte mich mit Wasser, Spaßbier, Brot, Käse, Obst und Joghurt ein.

Freute mich über die bunten Blumentöpfe oben auf dem Balkon.

Und die Dominospieler im Park.

Kurze Zeit später saß ich auf meinem Balkon im 8. Stock und schaute dem Himmelskino zu.
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