KW 47 – Am Ende der Woche zwei Ausstellungen und eine Hochzeitsfeier

**Montag: Arbeiten, lesen, Yoga, lesen, schlafen

**Dienstag: Arbeiten, Einkaufen für Erica, lesen, Spontanbesuch zum Abendessen, lesen, schlafen

**Mittwoch: Arbeiten, lesen, schlafen

**Donnerstag: Arbeiten, lesen, Yoga, Reisetasche packen, lesen, schlafen

Klingt nicht aufregend, war aber durchaus sehr schön. Am Freitag bin ich um 11:45 aus dem Haus gegangen denn der Zug nach Frankfurt fuhr um 12:15. Am Bahnhof angekommen wurden viele Züge angezeigt die um 10:05 etc. fuhren. Ich war verwirrt. Und stellte dann fest: es war erst 11 Uhr statt 12 Uhr. Das lag an den verschiedenen Uhren in meiner Wohnung die sowohl Sommer- als auch Winterzeit anzeigen. Zur Arbeit war ich bisher immer pünktlich. Ich habe eine Stunde in einem Café am Bahnhof verbracht und gelesen. Über der Theke stand BERLIN. Das hat mich dann auch kurz etwas verwirrt.

In Frankfurt bin ich eine Stunde später als geplant angekommen. Dazu gibt es nichts weiter zu sagen. Ich war müde und unlustig und habe überlegt ob ich überhaupt eine Ausstellung beuchen besuchen will. Bin dann aber losgelaufen. Die kühle Luft hat mich aufgemuntert und erfrischt und ich freute mich sehr über lesbische Sichtbarkeit,  sie ist immer noch viel zu wenig vertreten. Ich mochte die Portraits sehr und erinnerte mich später daran im Frühjahr in Berlin im Schwulen Museum schon ein Bild von ihr gesehen zu haben.

Anschließend habe ich mir noch die Arbeiten von Victor Vasarely angesehen. Die haben mir auch Spaß gemacht aber es war auch ein echtes Kontrastprogramm. Hier ein wenig Licht&Schatten denn mehr ist nicht erlaubt.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof fand ich Kunst an der Brücke.

Und ein Stück Kran.

Der eigentliche Anlass meines Wochenendausfluges war die Hochzeit der Freundinnen die nach 17 Jahren und reiflichen Überlegungen, heiraten wollten. Ich durfte wieder im schönen Gästezimmer vom Wohnprojekt, in dem die beiden wohnen, übernachten. Am Samstag Morgen hatte ich noch genug Zeit für Tee im Bett, Yoga vorm Bett, einen Spaziergang und zum Kaffee trinken, bevor ich mich auf den Weg zum Hochzeitsturm gemacht habe.

Neben dem Hochzeitsturm steht eine russische Kapelle – mit Kran.

Der Hochzeitsturm gilt als Wahrzeichen Darmstadts. Er wurde 1908 erbaut als Geschenk der Darmstädter Bürgerinnen und Bürger zur Vermählung des Großherzogs Ernst-Ludwig mit Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich.
Seit 1993 besteht die Möglichkeit, im Zimmer der früheren Großherzogin zu heiraten und genau das hatten die Freundinnen vor.

In der Eingangshalle ist ein großes Wandmosaik zu sehen. Es zeigt ein, heterosexsuelles, Liebespaar, welches sich vor blauem Sternengrund küssend in den Armen liegt. Das fand ich nicht passend und habe deshalb den jungen Mann abgeschnitten.

Wir wurden zuerst in das „Zimmer des Großherzogs“ gebeten. Dort haben alle Gäste gewartet und die Wand- und Deckenbemalung bewundert.

Ich auch. Und bin dabei erwischt worden.

Der eigentlichen Hochzeitsfotografin gefiel der Hochzeitsbecher wohl genauso gut wie mir.

Rundherum hatte man einen wunderbaren Blick.

Nach der Hochzeitszeremonie ging es ganz hinauf auf die Aussichtsplattform für Sekt und/oder Orangensaft, beste Wünsche, Umarmungen, Fotos und entspanntes Lachen.

Später saßen wir bei Kaffee&Kuchen beisammen und haben einen schönen Nachmittag miteinander verbracht. Ich habe Freundinnen getroffen die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte und wir haben uns auf den neuesten Stand unserer Leben und Befindlichkeiten gebracht. Nach einer kleinen Pause ging es dann am Abend genauso weiter.

Am nächsten Morgen habe ich – schnell, schnell – meine Tasche gepackt als mein Blick noch einmal auf das Bett fiel. Oh, was hängt denn dort? Beinahe den kleinen Tauchsieder von Erica vergessen, der mich auf Reisen sehr oft begleitet.

Nach dem gemeinsamen Frühstück hab ich mich in den Zug gesetzt und bin fast pünktlich und sehr müde in Kassel angekommen. Für mich hat sich das ganze Wochenende wie eine einzige Feier angefühlt. Hach, schön war das.

 

 

 

 

 

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