KW 43 – Ein Geburtstag, zwei Abschiede, ein Wahlsonntag

In dieser Woche gab es einen Kindergeburtstag, das unechte Patenkind ist 11 Jahre alt geworden, der sich schon fast wie ein Jugendgeburtstag angefühlt hat.

Ich war mit den letzten Vorbereitungen der Kursabschlussfeier beschäftigt, die dann am Donnerstag mit einem riesigen leckeren Frühstück begann. Es gab Essen aus Syrien, Südkorea, dem Libanon, der Türkei und Deutschland. Es wurde getanzt und gesungen, Zertifikate verliehen und wir haben uns an all die schönen und lustigen Momente erinnert. Und natürlich wurden am Ende auch Tränen vergossen. Ich war wirklich sehr gerührt über diese wunderbaren Frauen die uns drei Kursleiterinnen so ein wunderbares Feedback gegeben haben.

Ich habe fast jeden Morgen mit Wolldecke und Tee oder Kaffee auf dem Balkon gesessen. Das war fast immer schön. Manchmal saß ich auch schimpfend dort, denn der Balkon wird ja in einen Wintergarten umgewandelt. Vor ein paar Wochen habe ich mich sogar mit dem Gedanken angefreundet. Davon ist allerdings momentan nichts mehr übrig. Ich finde den Wintergartengedanken grauenhaft. Ich befürchte, dass nicht genug frische Luft an meinem Bett ankommt, denn die Luft muss durch die neuen Wintergartenfenster, den Wintergarten, die alte Balkontür (die dort bleibt) um dann erst bis zu meinem Bett vorzudringen. Und dann ist sie sicher nicht mehr so schön frisch wie ich es gerne hab. Und überhaupt. Wozu ein Wintergarten? „Da kannst du dann schön sitzen, wenn es draußen kalt ist?“ sagen die Freund*innen. Ich finde aber, ich habe genug Plätze zum schön sitzen. Ich habe sogar so viele Plätze um schön zu sitzen, das ich gar nicht genug Zeit für all das schöne sitzen an schönen Plätze habe. So ist das nämlich.

Ich will keinen Wintergarten. Sondern bei Wind und Wetter mit der Wolldecke und Wärmflaschen auf dem Balkon sitzen. Leider darf ich das nicht entscheiden. Also verabschiede ich mich jeden Tag ein wenig mehr. Noch genau 7 Tage bleiben mir.

Und so begann der Samstag also auf dem Balkon. Die Vögel haben rumkrakelt und ich hab dort Kaffee getrunken. Alles hübsch. Doch dann, zwischen lesen, Yoga, duschen, trödeln ist irgendwas passiert und ich hatte seltsame Laune. Und fühlte mich den Rest des Tages irgendwie verhagelt. Und unglaublich müde. Und zu Erica musste ich auch noch. Danach wollte ich nichts mehr. Dabei hatte ich mit dem Kino-Gedanken gespielt.

Heute sah die Welt schon wieder anders aus. Etwas grau und auch merklich kälter aber trotzdem viel heller als gestern. Um 12 Uhr bin ich zum Wahllokal spaziert und anschließend beim Gorilla vorbei.

Leider war ich nicht herbsttauglich gekleidet. Mir war kalt und so stapfte ich schneller durch die Herbstblätterberge als sonst.

Wieder zu Hause hatte ich einen Aktivitätsschub. Ich hab den Küchenbalkon etwas winterfest geräumt, die Knollen der Callas in Papier gewickelt und zum Überwintern in eine dunkle, kühle Ecke gelegt. Eine Ringelblume geknipst. Ich denke zwar immer das es wohl die Letzte ist, aber dann finde ich immer wieder neue Knospen die eine Woche später zu Blüten geworden sind.

Nach dem Balkonwerkeln war mir sehr kalt. Deshalb sitze ich nun mit Wärmflasche, Wolldecke, Kaffee und Blaubeerkuchen auf dem Sofa. Und warte bange auf das Wahlergebnis.

Was noch war:

**Ich habe eine wirklich ausgesprochen langweilig schmeckende Kürbissuppe gekocht am Mittwoch. Keine Ahnung wie das passieren konnte.

**Ich war 2x selbst beim Yoga und hab 2x unterrichtet. Also 4x Yoga und 4x Freude dabei gehabt.

**Ich lese sehr langsam in Orhan Pamuk „Diese Fremdheit in mir“ und erwäge den Gedanken, bis zum Istanbul – Besuch im nächsten Jahr damit zu pausieren. Obwohl es schön ist mit der Geschichte durch Istanbul zu spazieren, ist es auch beschwerlich und ich hätte gerade gerne etwas was sich leichter anfühlt.

**Neue Serie begonnen: Call the midwife  Sehr gut für verregnete Herbstnachmittage geeignet.

 

 

 

 

 

 

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