KW 42 – Kühe, Ziegen und fast keine Blumen in Oktobersonne

Allerliebstes Lieblingsbild der Woche

Zuerst bin ich noch krank. Am Montag nämlich. Noch schlimme Rotznase und Erschöpftheit. Trotzdem will ich ein wenig durch die Oktobersonne spazieren. Los geht es in sehr langsamer Geschwindigkeit. Von der Haustür bis auf die andere Straßenseite zur Außenstelle vom Plattenladen nebenan. Dort steht ein neues Gerät im Schaufenster. Der Plattenspieler wird mir ein paar Tage später sogar vom Plattenladenmann vorgeführt. Er funktioniert tatsächlich und hat sogar die drei Kinder vom Plattenladenmann überlebt. Pling, pling, pling, plong – so ungefähr geht das Lied.

Natürlich laufe ich zum Friedhof und besuche den Gorilla.

Der Friedhof liegt einfach so sehr günstig für eine kleine Spazierrunde und wenn ich müde werde gibt es dort auch Bänke zum sitzen. Trotz Schnupfen müssen die Füße ins Laub. Die halten es einfach nicht aus in Schuhen wenn das Wetter so schön ist. Die wollen dann raus raus raus. Sie werden total unruhig, zappelig und dann werden die Schuhe von den Füßen geworfen. Die vernünftige Stimme die was faselt von „Du bist erkältet, lass mal lieber die Schuhe an.“ hat überhaupt keine Chance mehr. Ich bin nicht mehr Herrin über meine Füße. Nichts zu machen.

Ab Dienstag konnte ich mich zwar keinen Meter ohne die Nase zu putzen fortbewegen, aber die Arbeit machte nicht Halt vor der Erkältung. Am 25. Oktober ist der letzte Tag vom Frauenkurs und ich musste dafür noch so viel erledigen. Und auch die Yoga – Kurse wollte ich gerne unterrichten, denn durch die Ferien und den Feiertag gab es für die Teilnehmer*innen eine Yoga – Pause von zwei Wochen. Alles in Allem hat es erstaunlich gut geklappt. Und Spaß hat es auch gemacht. Trotzdem war ich am Freitag nach der Arbeit so platt, dass ich eine Stunde tief und fest geschlafen habe.

Ganz froh war ich auch über meine Entscheidung nicht zu Erica zu fahren, weil ich mich von der Woche ausruhen musste und dazu zwei ganze Tage Zeit haben wollte. Nach einem Erledigungsgang durch die Nachbarschaft und zwei Tassen Kaffee im Café wollte ich zu Hause aufräumen, denn am Sonntag hatte sich Frühstücksbesuch aus Köln angekündigt. Das Wetter war aber zu schön zum Räumen und Putzen. Also raus in den Oktobersonnenschein. Und damit ich auch recht viel vom Sonnenschein abbekomme, bin ich mit dem Auto los gefahren. Irgendwo nach oben wollte ich. Etwas mit weitem Blick und gerne auch einsam. Ich bin zum Dörnberg gefahren. Die Idee hatten auch noch einige andere Menschen. Trotzdem bin ich zuerst eine Weile allein über die Wiesen gelaufen. Habe sehr weit oben Schafe gesehen und mich gefreut. Es waren dann aber Kühe. Auch schön. Nur habe ich mich nicht mehr so richtig über die Wiese getraut. Vor Kühen habe ich großen Respekt.

An jedem Drehkreuz stand außerdem noch ein Flugplatz Warnschild. Dann eben um die Wiese drumherum. Auf der anderen Seite war der gewünschte weite Blick.

Und dann hatte ich plötzlich doch Kuhwiesen- und Flugplatz Mut. Die Kühe lagen ja auf der anderen Seite und der Flugplatz war ein Segelflieger Flugplatz. Konnte also nicht so schlimm sein. Es gab auch gleich eine Lauf – Anleitung. An die ich mich auch gehalten habe. Zuerst zumindest.

Aber dann kam wieder so ein Gen, ich glaube es war ein Erica-Gen, zum Vorschein. Ich ziehe allerdings auch in Betracht, ganz allein und aus mir heraus neugierig und eigensinnig zu sein. Ich wollte jedenfalls nicht mehr in Pfeilrichtung gehen. Da bot es sich doch an den Kuh-Trampelpfad zu benutzen. Der machte einen wesentlich abenteuerlichen Eindruck.

Und so wandelte ich eine Weile auf abenteuerlichen Kuh – Pfaden, hatte einen schönen Blick, die nackten Füße fühlten sich sehr wohl auf dem warmen, staubigen Boden und landete – vor einem stacheligen Gebüsch. Eine Kuh hätte sich dort hindurchgezwängt. Ich jedoch bin keine Kuh und kehrte deshalb um. Dann doch der Pfeilrichtung nach. Die Kuh, die ich eine Weile später traf, war noch ein Kälbchen und nahm keinerlei Notiz von mir.

Dann war da noch eine Blumenpflück Wiese. Viele Blumen gab es dort nicht mehr. Aber auch nicht überhaupt keine Blumen. Ich lief Zwecks Blüten knipsen zur Wiese, legte mich in die Ackerfurche und knipste los. In der Ferne kamen eine Frau und ein Mann. Frauenstimme: „Kuck ma. Was macht die denn da?“ Männerstimme: „Fotografieren“.  Frauenstimme: „Da ist doch nix. Keine Blume. Garnix. Was fotografiert die denn da?“ Murmelnde Männerstimme, unverständlich. Frauenstimme: „Wenn da Blumen wären. Da sind aber keine Blumen. Da ist gar nix.“ Murmelnde Männerstimme, unverständlich. Frauenstimme: „Kuck doch. Da ist doch nix. Was macht die denn da?“ Beinahe hätte ich mich auch gefragt was ich da eigentlich mache, so sehr hat mich das eindringliche Unverständnis verunsichert. Das wäre schade gewesen, denn ich habe wirklich hübsche kleine Blumen gefunden und keine Hammer – Fotos,  aber doch ein paar Lieblingsfotos gemacht. Kalifornischer Mohn, auch Schlafmützchen genannt und hier zu einem Röllchenkeks gerollt.

Letzte Schmuckkörbchen oder Cosmea.

Verblasste Kornblumen.

Zuhause ganz geschwind geräumt und geputzt und schon war alles bereit für den Frühstücksbesuch. Noch schnell Hummus gekocht und gemixt, eine Folge Babylon Berlin geschaut und dann ab ins Bett.

Bevor es am nächsten Morgen an der Tür klingelte, noch gemütlich im Bett Tee getrunken und gelesen, den Tisch gedeckt und angefangen an dem Splitter im Fuß herumzudoktern. (JA, vom barfuß laufen hat man mitunter Splitter im Fuß, oft sogar. Das macht aber Garnichts. Die bekomme ich mittlerweile schnell wieder heraus und es ist für mich keine Option Schuhe zu tragen wenn draußen noch so schön ist.) Das Frühstück war lecker, wir hatten uns viel zu erzählen und haben das dann beim Spaziergang dann noch weiter ausgedehnt. Da gab es dann die Schafe die gestern Kühe waren und sogar noch Ziegen. Ziegen mag ich ganz besonders. Schon als Kind. Erica erzählt mir gerne die Geschichte wie ich als Kind, sowie sich die Gelegenheit dazu bot, auf die Wiese zu den Ziegen oder in den Ziegenstall gelaufen bin und genauso riechend wieder heraus kam. Sehr zu ihrem Verdruss, denn ein nach Ziege stinkendes Kind war nicht ihre Freude.

Später am Nachmittag habe ich mich noch mit einer Yogalehrerin – Anwärterin getroffen und allerlei Fragen zum Yoga – Lehrerin Dasein beantwortet und als Entscheidungshilfe die, hoffentlich richtigen, Fragen gestellt. Das war auch sehr schön, denn über Yoga sprechen ist eine Lieblingsbeschäftigung.

Und weil ich ja hier machen kann was ich will lasse ich heute mal wieder alle Fehler drin die drin sind. Und wenn da keine Fehler sind dann ist das purer Zufall.

 

 

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden!
Teilen:

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.