7 KW Februar 2021 – Frühlingsüberfall

Am Anfang der Woche lag überall Schnee und auch mein Auto war noch völlig eingeschneit. Dann wurde es jeden Tag wärmer, der Schnee zu Matsch, am Dienstag flossen Bäche durch die Straßen und ab Samstag war der Frühling da.

Ich habe 3 Mal einen Gang ins Heimbüro über den Friedhof gemacht. Ungefähr eine Stunde nach dem Gang am Dienstag hatte ich den ersten Heuschnupfenanfall und hab mit einem nassen Waschlappen auf den Augen auf dem Sofa gelegen. Irgendwas blüht da schon.

Am Dienstagnachmittag war ich mit der Gartenchefin im Stadthallengarten (da ist es etwas trostlos) und danach haben wir noch eine Runde um die Goetheanlage gedreht.

Als ich wieder zu Hause war, habe ich einen Kuchen gebacken. Beeren mit Haferflockenmürbeteig und Streuseln.

Den Kuchen habe ich am Mittwoch mit der Yoga Freundin, die ich sehr lange nicht gesehen hatte, gegessen. Sie hat mir leuchtend gelbe Tulpen mitgebracht. Natürlich hat die Nachbarin auch ein Stück Kuchen gebracht bekommen.

Die Schale mit den Tulpenzwiebeln ist umgezogen. In den Wintergarten. Damit ich sie öfter sehen kann.

Bei einem Spaziergang im Park Schönfeld habe ich den Mücken beim Tanz in der Sonne zugesehen.

Neulich sagte das falsche Patenkind zu seiner Mutter sowas wie: „Willst Du nicht mal wieder abends zu Simone gehen und bei ihr essen?“ Und zwar nicht etwa weil er so gerne mitgekommen wäre, um dann den ganzen Abend bei mir auf dem Sofa zu liegen und zu lesen, sondern um zu Hause auf dem Sofa zu liegen und ungestört mit seine Freunden, Kumpels – oder wie auch immer das heutzutage heißt – zu zocken. Weil ich eine nette falsche Patentante bin, habe ich ihm den Wunsch sogleich erfüllt.

Denn die Gartenchefin und ich hatten vor einer Woche schon davon geträumt wie toll es wäre endlich mal wieder Sushi essen zu gehen. Essen gehen ist ja nun nicht. Also habe ich ein riesiges Tablett mit Sushi und 2x Algensalat bestellt und wir hatten eine grandios leckere Sushi-Party. Das falsche Patenkind hatte sicherlich auch einen prima Abend. Ich habe jedenfalls nichts Gegenteiliges gehört.

Samstag sind die ersten Tulpenknospen aufgeploppt.

Am Nachmittag war ich mit Erica einkaufen und sie hat mir ihre Schneeglöckchen im Garten gezeigt. Dann haben wir noch ein wenig chatten geübt – die Fragezeichen und Punkte haben wir wiedergefunden – aber es gibt noch einige andere Stolpersteine.

Heute hatte ich nichts besonderes vor. Vielleicht eine kleine Radtour. Immerhin bin ich 2 Wochen lang nicht Fahrrad gefahren weil ja Winter war. Aber während ich so mit meinem Tee auf dem Balkon saß ist plötzlich der Frühling in mich hineingefahren. Und das ist nicht immer nur lustig. Sondern auch manchmal anstrengend. Und so war es heute zuerst. Ich wurde unruhig, hab gedacht ich muss raus, raus, raus. In den Frühling hinein. Ich hatte aber nicht so richtig Lust auf raus, raus, raus. Ich wollte erstmal drin bleiben.

Dann hat die A. mir eine Nachricht geschickt und gefragt ob wir Kaffee trinken wollen am Nachmittag. Mit der Aussicht auf Kaffee am Nachmittag konnte ich dann ganz entspannt zu Hause bleiben. Und dann hatte ich plötzlich wieder Backlust. Während der Kuchen im Ofen war habe ich das Bett bezogen und eine Maschine Wäsche angestellt.

Und dann noch den Balkon etwas Frühlingsfit aufgeräumt und mir neues Wasser in den Fußkübel geschüttet. Als ich dann auch noch Staub gesaugt und anschließend den Fußboden gewischt habe, habe ich mich schon gewundert, wie schnell es gehen kann, dass die Frühlingsenergie in mich hineinfährt.

Die kleine Espressokanne durfte auch zum ersten Mal wieder in der Sonne hängen.

Dann habe ich der Nachbarin ein Stück Kuchen gebracht, die Arme hat nun schon 3x hintereinander den gleichen Kuchen von mir bekommen. Aber ich mag ihn gerade so gerne. Und dann bin ich mit dem Kuchen zu A. & T. geradelt und wir haben in der Sonne gesessen und über unsere mittlerweile sehr alten Mütterlein geredet.

Als ich wieder zurück war, habe ich noch die Küchenliegewiese eröffnet.

Zum Abendessen gab es einen Gemüseberg vom Markteinkauf mit Reis.

Die Abende der Woche habe ich hauptsächlich mit Serien glotzen oder lesen verbracht. Ganz oben auf dem Bücherstapel lag Bernardine Evaristo’s „Mädchen, Frau etc.“ Es gefällt mir bisher sehr, sehr.

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