6 KW Februar 2021 – Kaum auszuhalten das Winterglück

Bis auf Montag, an dem Kassel im grauen Schneechaos versank, war jeder andere Tag knatterkalt und sonnig.

Mein Fang ins Heimbüro führt mich jeden Morgen über den Wehlheider Friedhof.

Ich hatte überlegt, jeden Morgen eine andere Richtung einzuschlagen, aber dann fing ich an zu überlegen wo ich entlang laufen könnte, lieber links oder lieber rechts rum oder nach oben oder doch lieber nach hinten. Solche Überlegungen sind wenig praktikabel am Morgen, wenn ich nicht so viel Zeit habe weil es ja der Gang ins Heimbüro und kein ausgedehnter Spaziergang ist. Deshalb ist nun beschlossene Sache: Ich gehe jeden Morgen über den Friedhof, sage dem Gorilla ‚Guten Tag‘ sofern er aus seinem Iglu hinaus schaut und gehe dann zurück an den Küchentisch im Heimbüro.

Am ersten sonnigen Tag war ich mit der Gartenchefin am Brasselsberg. Wir haben auf einer Bank gesessen und die Sonne schien uns ins Gesicht. Beim nächsten Mal wäre ein Kaffee noch nett.

Auf dem Rückweg sind wir auf einem Fußpfad hinter dem Wilhelmshöher Friedhof gelaufen, den kenne ich überhaupt nicht, dort werde ich aber bald mal spazieren gehen.

Nächster Tag, nächster Spaziergang. Park Schönfeld im Sonnenschein.

Mutige Menschen waren dort schon Schlittschuh laufen.

Kind zur Mutter: „Mamaaa, guck mal. Das da – auf das kleine Geschwisterkind zeigend- ist nur für die Klienen. Das ist cool. Hier ist die Abfahrt für die über 18.“ Mutter: „Aha, wo ist das Schild?“

An der Futterstelle hab ich eine Blaumeise erwischt.

Und auf dem Heimweg noch einen an deren kleinen, gelben Vogel.

In der Mitte der Woche habe ich einen Kuchen gebacken. Mit Johannisbeeren aus Ericas Garten. Die hatte sie mir gepflückt, die Stiele abgeknupselt und sie für mich eingefroren. In Margarinedosen aus ihrem unendlichen Vorrat. Die Dosen hebt sie immer auf. Ist auf jeden Fall besser als Plastikdosen nur ein Mal zu verwenden. Ich hab nun auch ein paar Plastikdosen. Ich hab ein neues Rezept ausprobiert. Mürbeteig mit Haferflocken. Lecker. Wird nochmal gebacken.

Aus den Tulpenzwiebel, die ich neulich in die Schüssel mit Muscheln und Wasser gelegt habe, sind schon beachtlich lange Blätter, Stiele und sogar Knospen gewachsen. Ich bin ganz überrascht und erfreut.

Die anderen Tulpen verblühen so schön. Ich habe auch nochmal neue gekauft im kleinen Blumenladen am Friedhof. Die schaue ich nun immer an während ich lese. Gelesen habe ich nämlich auch sehr viel. Und weil das Buch bald zu Ende ist, musste ich am Freitag schnell in den Buchladen laufen und Nachschub holen. Was wirklich verrückt ist, denn der Bücherstapel mit den noch zu lesenden Büchern ist recht hoch. Aber es ist ein beruhigendes Gefühl, genug Auswahl zu haben.

Ich hab die Scheiben der Balkontür in der Küche geputzt.

Und den Meisen neues Futter gekauft.

Am Samstag war ich mit der Gartenfotografin verabredet. Sie fährt schon seit Mittwoch wieder täglich mit dem Auto zur Arbeit, was ich sehr mutig finde, aber sie kommt auch anders nicht zum Arbeitsort.

Und so sind wir zum Hohen Gras gefahren.

Und wenn ich schon untern in der Stadt die ganze Woche über sehr erfreut über den Schnee war, ist es dort oben kaum auszuhalten.

Wir sind beide etwas ausgerastet. Wäre es nicht so kalt gewesen, wäre mein Zeigefinger sicherlich sehr heiß geworden und hätte gedampft. Es ist aber immer gut genug Schnee-, Winter- und Eis – Fotos zu haben für schlechte Zeiten.

Allerwunderschönstes Winterparadies dort oben.

Dort stehe ich im Schneeglück. Diesmal gab es zwei Tee-Pausen auf Bänken die wir uns freigeschaufelt haben.

Viele Spuren im Schnee. Hase oder Häsin.

Vielleicht auch Hase oder Häsin?

Unbekanntes sehr kleines Tier.

Noch ein unbekanntes Tier. Trug es Ski?

Unser Weg zurück. Also Menschen mit Schuhen. Viele Menschen mit Skiern haben wir aber auch gesehen. Wenn ich so darüber nachsenke sind mir sogar mehr Menschen mit Skiern als Menschen mit Schuhen begegnet.

Zuhause gab es Kaffee und die letzten Stücke vom Johannisbeer-Kuchen. Letztendlich habe ich mit noch vier anderen Personen den Kuchen zusammen aufgegessen. Natürlich nicht gemeinsam sondern in unterschiedlichen Konstellationen zu zweit und einmal zu dritt.

Außerdem habe ich in dieser Woche noch jeden Tag mit Erica chatten geübt. Es gestaltet sich weiterhin nicht so einfach. Sehr oft kommt ihr der Punkt und das Fragezeichen abhanden. Nun könnte man beim chatten ja durchaus ohne Punkt und Fragezeichen auskommen. Ich verstehe sie zumindest auch so. Aber Erica ist da recht resolut. Ohne Punkt und Fragezeichen verliert sie sehr schnell die Geduld und der Chat wird abgebrochen. Am nächsten Tag geht es weiter…

Ach ja, eine neue Serie hab ich noch begonnen: Colony, spannend und mich süchtig machend. Es gibt, glaube ich, 3 Staffeln.

Die Stimmung der Woche war grundsätzlich Schneebegeistert wenn ich draußen war und ansonsten manchmal etwas fad und trüb bis trübsinnig.

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