6 KW Februar 2020 – Eine Wüstenrose, zwei Postpäckchen, kalte Hände, Chansons der 20er Jahre und ein Kinobesuch

Obwohl ich am Montagmorgen, nach der Krankheitswoche, keine richtige Lust auf die Arbeit hatte, läuft alles ganz gut und auch relativ entspannt. Und es war wunderbar, am Nachmittag endlich mal wieder echten Yogaunterricht zu bekommen.

Vor zwei Wochen habe ich im Laufe meines ‚die Nachbarin fährt nach Marokko und ich muss hier bleiben‘ Neidanfalls nicht nur Fotos herausgekramt, sondern auch die Wüstenrose, die auch ‚Rose von Jericho‘ genannt wird, in einer Schale gefunden. Dort lag sie seit ungefähr 8 Jahren. Nach der Wachstumsphase rollt sich die Pflanze ein, stirbt ab und dient dem Schutz der Samen. Man kann sie zur „Wiederbelebung“ in eine Schale mit Wasser legen bzw. wartet sie in der Wüste auf Regenwetter…

…um dann – tata! – tatsächlich zu keimen. Hatte ich bisher noch nie ausprobiert. Am Dienstag war dann richtig was los in der kleinen Schale.

Mittwoch hatte ich einen Massagetermin. Diesmal ohne die Freundin, aber toll war es trotzdem und anschließend habe ich statt Kaffee im Café zwei Sommerrollen im Restaurant gegessen. Als ich nach Hause kam, waren zwei Abholzettel im Briefkasten. Bestimmt die bestellten Bücher.

Das Schönste am Donnerstag war der Yogaunterricht am Abend. Ich freue mich schon auf nächste Woche.

Am Freitag fahre ich vor der Arbeit zur Postfiliale. Dort bekomme ich ein Buchpäckchen. Und dann wird mir noch ein anderes Päckchen hingehalten. Zuerst will ich es nicht nehmen weil ich denke es ist gar nicht für mich, denn es ist nicht vom secondhand Buchversand. Aber dann sehe ich, dass tatsächlich mein Name drauf steht. Hurra. Von der besten Freundin aus Köln. Ich fahre schnell ins Büro, packe das Buchpäckchen sofort aus und hebe das andere Päckchen für später auf. Zuerst muss ich arbeiten.

Nach der Arbeit fahre ich zu Erica. Drei Wochen lang war ich nicht da und sie wartet schon auf mich. Wir fahren nach Hofgeismar, erledigen den Einkauf und anschließend gibt es Kaffee und Torte. Zurück laufen wir über den Töpfermarkt am Gänseliesel (ich hoffe das ist richtig) vorbei. Ich mag die Schneckenfrisur.

Am Abend habe ich dann endlich Zeit um in Ruhe mein zweites Päckchen auszupacken. Jetzt wohnen zwei neu Elefanten bei mir.

Samstag trödele ich bis um 12 Uhr auf dem Sofa herum. Aber dann muss ich unbedingt raus an die frische Luft und Bewegung brauche ich auch. Ich fahre zum Bergpark weil ich gerne mal wieder eine große Runde durch den Park und an der Löwenburg vorbei laufen will. Zuerst einmal um den Lac herum. Die Enten schlafen noch – oder schon wieder.

Ich laufe zum Aquädukt und über die Teufelsbrücke.

Am Wegesrand: Ein kleiner Wagen mit Schornstein.

Löwenburg mit Kran. Sie wird immer noch saniert.

Handschuh am Bauzaun.

Hinter dem Bauzaun.

Blumen am Bauzaun.

Handschuh Nr.2 am Ast.

Ein paar Meter weiter Nr. 3.

Ich freue mich, dass das Rotkehlchen so lange still sitzen bleibt und ich Zeit zum schauen und knipsen habe.

Geringelter Baumstamm.

Nadelbaum mit Früchten. Eine Lärche, Kiefer, Fichte?? Nichts davon?

Dann kommen die Rosenbüsche. Die finde ich alle total schön.

Rosengeister.

Lieblingsfoto des Tages.

Wieder am Lac vorbei.

Auch am Schloss wird noch immer saniert.

Einsamer Handschuh Nr. 4. Viele Kinder haben nun kalte Hände.

Ich mag den Wilhelmshöher Allee Blick.

Nachmittags lese ich auf dem Sofa und um 18 Uhr werde ich von der Gartenchefin abgeholt. Wir gehen ins Sandershaus zum Hummus essen und Musik soll es auch geben: Chansons der 20er Jahre. Ich habe sofort eine Vorstellung davon im Kopf. Zuerst aber essen wir viel Salat und Hummus und Pommes die Kartoffelstifte oder – Stangen heißen. Lecker. Dann beginnt die Musik. Und ich bin richtig überrascht denn in meiner Vorstellung kamen überhaupt keine deutschen Lieder vor. Ich war von englischen Liedern ausgegangen, obwohl – wenn ich es mir genauer überlege hätten es auch französische Lieder sein können. Erstaunlich was da in meinem Kopf immer so vor sich geht. Wir waren natürlich auch mit deutschen Lieder einverstanden und kannten sogar fast alle davon.

Der Sonntag beginnt mit Yoga und einem anschließenden Blick auf die Uhr. Hui es ist schon spät. Beeile ich mich so richtig und gehe ins Kino oder bleibe ich einfach in der Küche sitzen? Schnell ein Tee, umziehen und loslaufen. Ich schaue mir den Film „In search…“ an. Oben ist eine kurze Zusammenfassung zu lesen. Sehr beeindruckend war für mich, mit welcher Offenheit und welchem Mut sich Beryl Magoko auf diese Art und Weise mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt hat. Besonders berührend und authentisch habe ich die Gespräche mit ihrer Mutter erlebt.

Die Ausstellung ‚WENDEMIS WÜRDE‘ – Eine Ausstellung zu Mädchenrechten, in deren Rahmen der Film gezeigt wurde, habe ich noch nicht gesehen. Dafür ist noch genug Zeit bis zum 28. Februar. Veranstalterin sind das 1. Mädchenhaus Kassel 1992 e. V. und SAIDA International e.V. Das Mädchenhaus habe ich mitgegründet. Und dann etwas später auch für drei Jahre dort gearbeitet. Das war eine spannende und richtig schöne Zeit. Jetzt unterstütze ich die wichtige Arbeit immer noch sehr gerne.

Nach dem Kino gibt es Kaffee & Kuchen und dann lasse ich mich von dem immer wilder werdenden Wind durch die Straßen pusten. Am Lieblingsbuchladen stehe ich eine Weile vor dem Schaufenster und schaue mir alle neuen und auch einige älter Yoga – Bücher an und freue mich über das bunte Gebimsel.

Wieder zu Hause sitze ich lesend und bloggernd auf dem Sofa. Und zwar so lange bis mir plötzlich einfällt: Ich hatte doch der Nachbarin gesagt ich würde für uns kochen. Nun aber schnell, schnell.

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