4 KW Januar 2021 – Keine Lust

In dieser Woche hatte ich hauptsächlich keine Lust. Keine Lust aufzustehen, keine Lust auf Yoga, keine Lust zu arbeiten, keine Lust nicht zu arbeiten, keine Lust zu kochen, keine Lust Menschen zu sehen, keine Lust keine Menschen zu sehen, keine Lust auf graues Wetter, keine Lust auf staubsaugen, keine Lust auf aufräumen, keine Lust auf spazieren gehen, keine Lust auf Serien, keine Lust auf Filme, keine Lust zu lesen und so könnte es immerzu weiter gehen. Eine echt fette Corona-Krise sozusagen. Vielleicht auch eine Krise unabhängig von Corona, aber Corona bietet sich an, warum also nicht alles abwälzen. Nichts war geschmeidig. Alles war stachelig. Aber schlafen, schlafen fand ich gut.

Trotzdem bin ich natürlich jeden Morgen aufgestanden, hab Yoga geturnt, bin zur Arbeit gefahren bzw. habe einen Gang ins Heimbüro (diese schöne Formulierung leihe ich mir mal von sinnundverstand) gemacht, ich hab einmal für die Nachbarin und mich Rote Linsen Dal mit Spinat gekocht, habe gelesen und Serien geschaut.

Und einen Spaziergang im Schnee. Denn kein Spaziergang ist auch keine Lösung.

Die Gesellschaft beim Spaziergang war sehr nett und hat mich abgelenkt vom keine Lust haben. Auch den Winter und die roten Beeren mag ich noch immer.

Am Ende vom Spaziergang hat sich sogar für ein paar Momente die Sonne gezeigt.

Den größten Teil der Zeit habe ich mit rumsitzen und wahlweise Serien schauen, lesen und schlafen verbracht. Ich habe zwei neue Bücher angefangen: Kathleen Collins, Nur Einmal und Nadine Pungs, Das verlorene Kopftuch, Wie der Iran mein Herz berührte. Beide lese ich sehr gerne.

An einem Tag wollte ich am liebsten ins Kino. Und in eine Ausstellung. Und dazwischen im Café sitzen und danach essen gehen. Und dann noch in eine Bar. Gerne in netter Gesellschaft.

Stattdessen war ich nochmal spazieren, sogar im Sonnenschein und es gab Tiere zu sehen.

Leider waren sie zu weit entfernt und sind deshalb klitzekein und unscharf und überhaupt hab ich dauernd was zu meckern.

Ich hatte Besuch von A. & T. und sie haben sogar Kuchen mitgebracht. Das war schön. Und lecker. Und ich konnte etwas jammern und meckern.

Und dann war da noch die Sache mit dem Packet. Das Paket habe ich gepackt, zugeklebt, adressiert und zur Post gebracht. Die Dame am Schalter hat es angenommen und ich habe dafür bezahlt und dann ging es auf die Reise. Und am Donnerstag hatte ich eine Benachrichtigung im Briefkasten, da war mir schon klar es stimmt was nicht. Ich hab mich schon gleich vorsorglich sehr aufgeregt. Am Freitag stand ich in einer langen Schlange, habe geatmet und am Ende konnte die Dame das Paket leider nicht finden. Meine Aufregung wurde dadurch nicht weniger und meine Gedanken über das Paketversandunternehmen waren nicht freundlich. Nach einer Stunde bekam ich einen Anruf. Das Paket sei nun aufgetaucht. Am Abend ging ich nochmal los. Die Schlange war noch länger als am Vormittag. In der Schlange, kurz vorm Schalter, stand eine Frau mit zwei Einkaufswagen und drei großen Tüten. Alles befüllt mit Paketen, Päckchen und dicken Umschlägen. Sie sah etwas verunsichert und kleinlaut aus und auf ihrer Stirn stand „SORRY“. Ich bin atmend wieder nach Hause gegangen. Am nächsten Morgen wurde mir das Paket ausgehändigt. Auf dem Aufkleber stand:

Die Dame konnte mir nicht sagen, was am Paket den Versandbedingungen nicht entspricht. Ich habe eine Telefonnummer bekommen, bei der ich anrufen und nachfragen kann. Mache ich aber nicht. So viel atmen schaffe ich nicht.

Vielleicht wird die nächste Woche besser. Vielleicht auch nicht.

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