3 KW Januar 2021 – Schnee, Regen, Schneegen, Matschregen, Matsch und wieder Regen

Ich überlege immer mal, ob ich es wohl schaffe und ob es mir Spaß macht, wenn ich jeden Tag hier etwas aufschreibe. Probiere ich nun einfach mal aus. Veröffentlichen kann ich es ja trotzdem am Sonntag.

Montag

Heute war der Start der ersten Woche mit den zwei Büronutzungsgruppen. Ich bin in der Montag und Donnerstag Gruppe und somit heute Morgen, ganz wie sonst auch, ins Büro geradelt. Da hatte ich dann eine Menge Organisatorisches zu erledigen, das Telefon hat dauernd geklingelt und viele Mails mit Fragen zu unserem neuen Bürobesetzungssystem. Mit einer Stunde Verspätung, Überstunden sind gerade nicht erwünscht, habe ich meine Sachen und den Laptop für die nächsten zwei Tage, an denen ich nicht ins Büro darf, gepackt und bin nach Hause gefahren. Dort habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich am nächsten Tag mit der Arbeit at home starte und wie wir wohl so damit klarkommen. Den Wecker werde ich weiterhin um 6 Uhr klingeln lassen. Ich bin gespannt, ob ich dann auch aufstehe.

Nach den Gedanken zur Arbeit lege ich mich auf die Yogamatte und tue allerlei zur Entspannung vom Schultergürtel und vom Nacken. Danach koche ich Suppe und bringe der Nachbarin, sie ist seit ein paar Tagen zurück aus dem Krankenhaus, einen kleinen Topf. Dann ist es 19 Uhr und ich lese nicht, sondern schaue 2 Teile der momentanen Serie.

Dienstag

Der Wecker klingelt mich aus tiefem Schlaf. Ich bin am Abend spät eingeschlafen, normalerweise werde ich vor dem Wecker wach. Das Aufstehen ist also wirklich mühsam aber ich stehe auf. Zähne putzen, Yoga, Badezimmer, auf dem Balkon im kalten Wasser stehen, Tee trinken und dann ist es schon 8 Uhr und ich klappe den Laptop auf. Ich bin selbst überrascht über meine Pünktlichkeit. Zuerst klappt es nicht so gut, dann aber doch. Ich arbeite vor mich hin und finde es seltsam.

Weil ich vergessen habe mich um Mittagessen zu kümmern, gibt es um halb 12 Haferbrei mit Obst. Morgen muss ich mir was einkaufen. Ich wollte bis 13 Uhr arbeiten um Überstunden abzubauen. Es wird 13:30, das ist auch in Ordnung.

Draußen ist allertrübstes Schneeregenwetter. Aber um 14 Uhr bin ich mit der Gartenchefin zum Spaziergang verabredet und sie holt mich ab. Wir fahren Richtung Hohes Gras und haben Glück, denn dort liegt noch viel Schnee. Unten in der Stadt ist er schon wieder weggetaut und alles ist nass und matschig.

Wir begegnen sehr wenigen Menschen , es ist etwas windig und der Schnee knirscht laut unter unseren Schuhen.

Weil ich den Busch mit den roten Beeren (die ich immer noch nicht kenne) so gerne mag, laufen wir auch dort vorbei. Ich habe in den letzten 3 Wochen einen anderen Busch mit diesen roten Beeren gesichtet. Es gibt wohl nur diesen Einen. Seltsam. Nachtrag: Der rote Beeren Strauch ist sehr wahrscheinlich gewöhnlicher Schneeball oder auch Viburnum opulus. Hatte am Freitag ich in die Instagram Runde gefragt und sogleich eine Antwort bekommen.)

Zwei Stunden später bin ich wieder zurück und wundere bin ganz erschrocken über die ersten Schneeglöckchen im Hinterhofgarten. Habe ich überhaupt nicht mit gerechnet. Es folgt Yoga und lesen auf dem Sofa. Was mir gefehlt hat am ersten Tag der Arbeit at home: der Weg zur Arbeit mit dem Rad durch die kühle Luft. Dafür muss ich mir eine Alternative überlegen.

Mittwoch

Der Wecker klingelt um 6 Uhr. Gerne hätte ich mich nochmal herumgedreht aber ich stehe auf. Zähne putzen, Yoga usw. Um 8 Uhr fahre ich mit dem Rad zu meiner Ärztin und hole ein Rezept ab, danach kaufe ich Brot und Kümmelstangen für mich und Clementinen, getrocknete Aprikosen und Mandeln für die Nachbarin. Zu haus gibt es Kaffee und dann beginnt, etwas verspätet, Tag 2 auf meinem Bürosofa. Heute fühle ich mich besser, Radfahren am Morgen ist eine gute Idee. Ab 13 Uhr bin ich allerdings sehr müde und würde gerne einfach eine Etage tiefer rutschen auf dem Sofa und die Augen ein wenig schließen. Mache ich aber nicht. Ich laufe durch die Wohnung, stelle mich ans offene Fenster, koche mir einen Kaffee und dann geht es weiter.

Am Nachmittag scheint die Sonne und ich drehe eine Runde über den Friedhof.

Als ich zurück komme und gerade die Haustür aufschließen will, treffe ich den F. Ihm gehört der kleine Plattenladen nebenan. Er bittet mich die Borussen in sportlichen Socken zu knipsen und dabei kommt noch allerlei anderer, lustiger Quatsch heraus. Hat Spaß gemacht.

Danach einen kurzen Kaffee mit der Nachbarin und weil ich irgendetwas handfestes tun will, kümmere ich mich um meine Wäsche auf dem Wäscheständer und putze anschließend noch die Treppe im Hausflur. Das ist dann aber auch genug für heute.

Donnerstag

Heute hatte ich wieder Zutritt zum Büro. Die Fahrt mit dem Rad am Morgen war besonders schön, weil der Himmel in verschiedenen Farben geleuchtet hat und es 9° mild war wie im Frühling. Ich hatte nur einen Termin und war ansonsten damit beschäftigt viele Fragen zu beantworten und zwischendurch allerlei zu organisieren. Zuhause hab ich mich mit Yoga entspannt, Gemüse mit Tofu und Reis gekocht, der Nachbarin davon etwas nach unten gebracht und dann selbst gegessen. Werde noch überlegen, was ich als nächstes lesen könnte (hat jemand eine Empfehlung?) und dann mach ich mich bettfein.

Freitag

Nach Yoga und Tee geh ich um 9 Uhr zum Markt. Außer Gemüse und Brot kaufe ich noch zwei Croissants für die Yogafreundin und mich. Sie kommt um halb 11 zum Frühstückskaffee. Dachte ich zumindest. Sie ist aber um 11 Uhr immer noch nicht da und ich frage deshalb mal nach. Sie sitzt zuhause und wartet auf mich. Da hatte ich wohl eine missverständliche Einladung ausgesprochen. Weil es nun schon so spät war, bin ich schnell ins Auto gesprungen und zu ihr gefahren. Im Auto hab ich laut Musik gehört (ich mag immer sehr gerne, sehr laute Musik im Auto) und dabei fast genauso laut gesungen (das tue ich nur manchmal). Wir hatten eine schöne Zeit miteinander die leider etwas kurz war, denn ich war schon um 14 Uhr zum Einkauf mit Erica verabredet.

Nach dem Einkauf haben wir eine lange Weile ‚Nachrichten schreiben und versenden‘ mit dem Tablet geübt. Das tun wir jetzt seit ca. 4 Wochen. Dazu habe ich ihr den Himmel über dem Dorf und noch ein paar andere Dinge geknipst und zugeschickt. Es wird langsam … Zurück in Kassel esse ich Gemüsereste vom Donnerstag und suche mir gleich noch irgendeinen Film. Mein bestelltes Buch kann ich erst morgen abholen.

Samstag

Ich hab lange geschlafen, bis 9 Uhr, ein wenig Yoga, duschen, Tee und Kaffee im Wintergarten und dann eine kleine Einkaufsrunde um den Block.

Draußen war es trüb und nass und deshalb hab ich die Einkaufsrunde nicht ausgedehnt. Aber ich habe mir die ersten Tulpen gekauft und sie überall in der Wohnung verstreut aufgestellt. Und so sieht es etwas nach Frühling aus. Allerdings nicht in der Küche, denn dort hängen noch 2 sehr winterliche Lichterketten und die bleiben dort auch noch eine Weile hängen. Beim Auspacken der Einkäufe habe ich mir an einem Stück Pappe in den linken Zeigefinger geschnitten. Auf der Suche nach einem Pflaster ordentlich das Blut überall hin gekleckert.

In der hintersten Balkonecke hatte ich vor ein paar Tagen Tulpenzwiebeln gesehen. Die waren wohl dort hin gerutscht, alle anderen habe hatte ich im November im Garten vergraben. Diese habe ich jetzt in eine Schüssel gelegt. Unten sind Steine und Muscheln damit die Zwiebeln nicht direkt im Wasser liegen. Ich habe sie oben drauf gesetzt. Ungefähr so war es in der Anleitung zu ‚Tulpenzwiebeln im Glas ziehen‘ beschrieben. Ich warte was nun passiert.

Am Nachmittag habe ich Fotos sortiert und um 17 Uhr angefangen zu kochen. Um 19 Uhr hat es geklingelt und ein Teil der Pizza-Connection stand vor der Tür. Es gab, wie neulich mit der Gartenchefin, Feldsalat mit Rote Beete, Apfelsine, Champignons und Sonnenblumenkernen und danach Pilz Gulasch mit Semmelknödeln aus der Packung. Außerdem natürlich Getränke. Und dann nahm der Abend seinen Lauf mit viel Gelächter, jede von uns hat so ca. 1-2 Mal alleine, also für die jeweils zwei anderen, getanzt und dabei gesungen. Zwischendurch haben wir mehrere Male überlegt ob es sich um eine verbotene Party handeln könnte. Wir haben uns aber an alle vorgegebenen Maßnahmen gehalten. Wir waren 3 Personen aus zwei Haushalten, die Balkontür stand oft offen und genug Platz hatten wir auch. Also keine Corona-Party. Trotzdem hat es sich sehr partymäßig angefühlt und das war toll. Tanzen fehlt uns schon sehr, haben wir festgestellt.

Sonntag

Heute Morgen wache ich auf und bin sofort wieder müde. So eine Tanzparty nimmt mich ganz schön mit, auch wenn es nur 2 kleine Tänze waren, vielleicht bin ich auch einfach aus der Übung. Ich muss die Freundinnen mal fragen wie es ihnen heute geht. Yoga entfällt deshalb und ich setze mich sogleich mit Tee in den Wintergarten. Es hat nochmal geschneit über Nacht und fast alles ist weiß. Nur die Straße nicht, dort taut der Schnee schon wieder und mittlerweile fallen auch keine Schneeflocken mehr vom Himmel sondern Matsch und etwas später Schneegen.

Um richtig munter zu werden laufe ich über den Friedhof bis zum Park Schönfeld und durch den Botanischen Garten.

Es taut und tropft überall und mittlerweile regnet es auch nur noch.

Beim Anblick vom Reiher denke ich sofort an die Freundin in Berlin die, vor ein paar Tagen, Zeugin einer makabren Mahlzeit eines Reiher wurde. Eine Ratte kam auch vor.

Außer lesen und essen wird heute nichts mehr passieren. Vielleicht noch ein paar Yogaübungen für die Hüftgelenke. Die knarren nämlich zur Zeit mal wieder sehr.

Mein Versuch in dieser Woche jeden Tag zu schreiben hat nicht durchgehend geklappt. Von Montag bis Donnerstag war alles tiptop. Ab Freitag hab ich nachgelassen. Aber 4 von 7 Tagen ist auch prima.

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden!
3
Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.