4 KW Januar 2020 – Von Hortensien, einer Kochtopf-Party und Tagen mit klappernden Zähnen

Wie am Tag zuvor geplant, fahre ich am Montag nach der Arbeit nach Hause und bleibe dort lesend und bloggernd auf dem Sofa sitzen bis ich von dort ins Bett hinüber wechsele.

Am Dienstag bin im um 18 Uhr zu einer- ich nenne es mal Kochtopf – Party -Vorführung eingeladen. Weil die Freundin weiß, dass ich keinen Kochtopf und auch keine Küchenmaschine brauche (habe ich alles), war ich zuerst nicht eingeladen. Darüber war ich nicht traurig oder böse. Nun hat jemand abgesagt und so bin ich der Notnagel. Das macht mir überhaupt nichts aus weil mir ein Abendessen versprochen wird.

Wir sind eine kleine Gruppe und haben es gut miteinander. Die Vorführung macht mich allerdings etwas traurig. Das Essen gart und brät und knetet im Kochtopf vor sich hin. Es duftet nicht und den Deckel kann ich auch nicht mal eben zwischendurch hochheben, um ein wenig umzurühren oder noch etwas von diesem oder jenem Gewürz dazuzugeben. Am Ende steht das leckere Essen in den Plastikbehältnissen, in denen es zubereitet wurde, auf dem Tisch. Mir fehlt die Sinnlichkeit, sowohl bei der Zubereitung wie auch bei der Präsentation. Als Küchenmaschine sicher top, aber als Kochtopf bei mir durchgefallen. Weil die Freundin aber auch sehr gerne und sehr gut kocht, bin ich sicher sie wird auch weiterhin hauptsächlich im Kochtopf rühren und das neue Haushaltsgerät als Küchenmaschine benutzen. Uns so wird wohl mir auch in Zukunft der Duft von frisch gebratenem Knoblauch und Chili entgegen schweben wenn ich zum Essen eingeladen bin.

Mittwoch Nachmittag muss ich schnell in die Pedalen treten um pünktlich zur Thai Massage zu kommen. Denke ich zumindest, bin aber sogar vor der Freundin da. Wir lassen uns massieren und gehen anschließend wieder ins neue Lieblings – Café.

Am nächsten Morgen werde ich wach und bin etwas heiser. Das wird sicher bis zum Unterricht verschwunden sein. Ist es aber nicht. Es wir schlimmer, der Hals tut weh, der Kopf brummt und mir ist kalt. Um 12 Uhr fahre ich nach Hause, lege mich mit drei Wärmflaschen und Wolldecke aufs Sofa und klappere mit den Zähnen. Etwas später sage ich den Yoga Kurs ab und schlafe danach ein. Als ich wieder aufwache geht es mir nicht besser und als ich ins Bett hinüber trabe, erscheint mir der Weg dorthin lang und beschwerlich. Dort liege ich dann und stelle fest: Mir tut alles weh. Von den Haarwurzeln bis zu den Zehen. Erstaunlich.

Freitag ist mein Zustand unverändert und fast glaube ich, ich habe Fieber. Weil ich leider um 12 Uhr einen Arbeitstermin habe den ich nur unter kompliziertesten Umständen absagen könnte und mir das zu anstrengend ist, setze ich mich in die Straßenbahn und fahre hin. Alles zusammen gerechnet dauert mein Ausflug 2 Stunden und ich komme völlig zerschlagen zurück. Es folgt schlafen und lesen auf dem Sofa – wie gehabt.

Am Samstag muss ich den Einkauf mir Erica absagen, es geht mir noch nicht besser. Ich werde bedauert und mit Genesungswünschen bedacht, gleichzeitig ist aber auch die Aufregung groß, denn woher soll nun das frische Obst und Gemüse kommen. Ich mache ein paar Vorschläge die nicht gehört werden wollen und zucke irgendwann ratlos mit den Schultern. Kurze Zeit später muss ich das Gespräch beenden – ich bin schon wieder so müde und der Kopf dröhnt. Auch den Samstag verbringe ich lesend und schlafend auf dem Sofa und wenn mir lesen zu anstrengend wird schaue ich eine Folge Serie nach der anderen. Das klappt gut.

Glücklicherweise fühle ich mich am nächsten Morgen etwas besser. Deshalb probiere ich einen Spaziergang. Vielleicht einmal durch den Park Schönfeld? Ich ziehe meinen allerdicksten Wintermantel an und gehe los.

Mir ist kalt trotz dickem Mantel. Vielleicht laufe ich auch nur einmal über den Friedhof. Am Engel mit Schaf auf dem Arm vorbei gekommen.

Der Gorilla fühlt sich genauso saft- und kraftlos wie ich.

Ungefähr einen Meter von ihm entfernt steckt dieser Bierdeckel in der Erde. Dazu will er sich nicht äußern. Tse….

Am Ausgang vom alten Teil des Friedhofes wurden die Säulen saniert.

Am Eingang vom neueren Teil des Friedhofes stehen noch die alten Säulen.

Den Friedhofshase treffe ich nicht, stattdessen einen entfernten Cousin von ihm. Sie wollen später gemeinsam Torte essen. So lange kann ich aber nicht warten.

Der Esel ist extra aus Mallorca angereist. Weil ich kein spanisch spreche, erfahre ich nicht ob er auch zur Torten Party eingeladen ist. Jedenfalls hat er eine Menge Obst und Gemüse dabei, Vielleicht also eher zum Abendessen.

Es ist wirklich viel los auf dem Friedhof und das ermüdet mich so sehr, dass ich mich auf den Heimweg mache. Ich habe aber schon noch einen Blick für die ersten Schneeglöckchen.

Hier sieht es fast aus wie aus der Kategorie ‚verlassene Ort‘. Dabei ist es nur 3 Minuten von meiner Haustür entfernt. Noch nie wahrgenommen.

Und etwas über die Garagen nach oben in die Hinterhofreihe geschaut, erkenne ich sogar das Haus in dem eine Freundin wohnt sowie einen hübsch Sonnenschirm.

Zurück auf dem Sofa klappern mir wieder die Zähne vor Kälte und der Kopf brummt auch wieder. Ich bin also doch noch nicht so fit wie gedacht und sollte morgen mal zur Ärztin gehen.

Alle Hortensien sind vom Wehlheider Friedhof. Ich hab ja seit letztem Sommer plötzlich Hortensien sehr gerne – egal in welchem Zustand.

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