Vier Tage am See

Um sogleich die aufgekommenen Fragen zu beantworten: 1. Die Wohnung, die mir angeboten wurde ist nicht etwa irgendwo in Kassel oder sogar in einem anderen Ort, sondern einfach nur direkt über meiner momentanen Wohnung (da dürfen jetzt alle ruhig die Augen verdengeln und „Ach sooooo“ denken). Sie ist aber, wie ich finde, die schönste Wohnung im ganzen Haus, denn sie hat zur Straße den Blick in die Baumwipfel vom Baum, in den ich auch jetzt schon schaue, aber eben nicht in die Wipfel und auf dem Küchenbalkon den Blick nicht direkt gegen die graue Supermarktwand sondern schräg daran vorbei. Und was besonders schön ist: Sie hat drei Stunden mehr Sonne und Licht. Sowieso ist sie viel heller, schön weit oben ( 2 Stock, es gibt nur 3 Stockwerke plus Erdgeschoß), ich wollte schon immer mal sehr gerne weit oben wohnen und sie ist tiptop renoviert. Leider ist sie natürlich auch teurer. Jedenfalls denke ich da jetzt dauernd dran herum. Viel Zeit werde ich dazu nicht haben, weil sie zum 1. Juli fertig sein wird. Ich hätte mich, falls ich mich dafür entscheide, vom Erdgeschoß rechts in den 1. Stock, zurück ins Erdgeschoß links und wieder in den 1. Stock und nun dann in den 2 Stock nach oben gearbeitet. In den dritten Stock möchte ich nicht, denn dort gibt es keine hohen Wände mehr und Stuck ist auch nicht unter der Decke.

Frage Nummer 2 bezieht sich auf den Ort meines Kurzurlaubes: Ich bin im Seepark Kirchheim zwischen Reimboldshausen und Kemmerode. Und zwar nicht alleine sondern diesmal mit der A. & T. zusammen. Wir wohnen in so einem Haus wie oben zu sehen ist und davon gibt es hier noch sehr viele mehr.

Alle sehen gleich aus und das finde ich schon etwas beängstigend. Es gibt hier mehrere sog. Dörfer, alle mit den gleichen Häusern. Wie in einer gruseligen Serie in einer amerikanischen Vorstadt in der seltsame Dinge vor sich gehen.

Und wenn ich auf dem Balkon stehe, habe ich direkten Blick auf eine Brandruine. Also ist hier doch tatsächlich schon mal irgendetwas passiert und bisher womöglich nicht aufgeklärt worden….

Unser Haus hat rundherum Büsche, eine Veranda, zwei Vogelhäuschen und kommt mir glücklicherweise sehr harmlos und idyllisch und einsam gelegen vor und ich bin zuversichtlich, dass uns hier nichts seltsames zustoßen wird.

Der See ist nur 5 Minuten vom Haus entfernt und heißt Ibrastausee. Es gibt ein Hotel und ein ‚Wasserski und Wakeboard Paradies‘ und eine Tierärztin. Mehr habe ich zu Reimboldshausen oder auch Kemmerode noch nicht herausgefunden. Aber weil die T. sich noch genauer informieren will, wo wir hier überhaupt so sind, ist sie womöglich so nett und schreibt etwas darüber in den Kommentaren. Ganz klasse wäre das.

Nachdem ich also am Freitag einen großen Gemüseberg auf dem Markt eingekauft, aufgeräumt und gepackt und das verklebte Auto durch die Waschanlage gefahren habe, habe ich die beiden abgeholt und wir sind losgefahren. Nur ein kleines Stück Autobahn und dann durch Wälder und Felder. Nach nur 1,5 Stunden hatten wir den Seepark schon erreicht und deshalb genug Zeit um auszupacken, den See einmal zu umrunden, ein Seebad zu nehmen und am Abend auf der Veranda zu sitzen. Für den nächsten Tag wünschen wir uns Regenwetter, damit wir in unseren Betten herumlungern und lesen und ordentlich faul sein können.

Stattdessen bekommen wir einen wunderbar sonnigen, eher heißen Sommertag. Ich beginne ihn um 8 Uhr mit einem Balkontee und einem Bad im See, bei dem mich nur die Nilgänsefamilie beobachtet.

Auf dem Weg zum See komme ich am verlassenen Minigolfplatz vorbei und auf dem Rückweg auch. Die Reisebegleitung ist noch nicht aufgewacht. Ich Dusche, breite die Yogamatte auf der Veranda aus und turne los. Langsam werden auch zuerst die A. und dann die T. wach. Wir trödeln rum, trinken Kaffee, lesen Bücher und gegen halb 10 Uhr gehen wir zusammen nochmal zum See. Danach kommt der Frühstückshunger.

Nach dem Frühstück wird herumgetrödelt und gelesen und etwas später mache ich mit der A. eine kleine Landpartie um für den Grillabend einzukaufen. Unterwegs kommen wir an einem Mohnfeld vorbei und die A. ist so nett und hält an, damit ich losknipsen kann.

Und sie tut das auch. Deshalb gibt es mal wieder ein Foto auf dem ich rumhocke und die A. hat es geknipst.

Kurz nach dem Mohnfeld mussten wir schon wieder anhalten.

Sehr viele Schafe die sich aneinanderkuscheln.

Und freundliche Ziegen sind auch dabei.

Hinter den Schafen und Ziegen biegen wir ab auf das Gelände der Klosterkirche Immichenhain und laufen einmal drumherum.

Und trauen uns auch hinein.

Ich finde einen Schrank den ich gerne gleich einpacken würde.

Und eine Treppe, die wir doch lieber nicht hochsteigen .

Nur die Kellertreppe traue ich mich ein paar Stufen hinunter. Coolen Club da unten gefunden.

Draußen steht ein hoher Schornstein und es gibt einen großen Kirschbaum der voller leckerer Kirschen hängt. Ich habe sie probiert.

Wir laufen noch ein wenig durch das Gelände, steigen auf Mauern und Treppen rauf und wieder runter und begucken von oben die Schafe und Ziegen. Dann geht es weiter denn die T. wartet ja auf uns.

Es folgt ein weiteres Bad im See und am Abend gibt es Gegrilltes.

Auch am nächsten Morgen bin ich die Erste, trinke Tee, laufe zum See, danach Dusche, Yoga, Kaffee. Perfekt.

Es gibt nur ein kleines Obstfrühstück weil wir eine Wanderung unternehmen und lieber unterwegs essen wollen. Sachen gepackt und los.

Die A. hat einen Rundweg ausgesucht, der uns zuerst bergauf durch einen Wald führt.

Der Wald ist voller Fingerhut. Manchmal nur eine einzige Pflanze und manchmal ganze Lichtungen voller Blüten.

Dann stellt sich heraus, dass die eine Reisebegleitung in ihrem vorherigen Leben wohl eine Gämse war, so flink wie sie den Felsen hinaufklettert. Die T. und ich bleiben unten stehen und machen Fotos. Ich habe allerdings kein Foto von der Felswand um das Verhältnis von Gämse und Felsen deutlich zu machen.

Tannen im Zittergras versunken.

Die Ibra – Kuppe ist unser Ziel.

Nur noch den Berg hinauf klettern, dann sind wir da.

Von oben haben wir eine Menge Blick. Leider nicht nur über grüne Felder und Wälder sondern auch zur Autobahn.

Macht nichts, es ist trotzdem ein perfekter Platz zum frühstücken, ausruhen und alberne Fotos von uns machen.

Übrigens bin ich ungewöhnlicherweise mit Schuhen losgelaufen. Ich weiß eigentlich gar nicht so genau warum. Vielleicht, weil ich langsamer bin wenn ich barfuß laufe und nicht wollte, dass die Freundinnen dauernd auf mich warten müssen. Aber ganz oben dann, auf der Ibra – Kuppe, habe ich sofort meine Schuhe ausgezogen und sie dann auch nicht mehr anziehen wollen.

Also die zweite Hälft dann, wie gewohnt, barfuß. Der Weg ist dazu ganz hervorragend geeignet.

Spinnenwohnsitz mit gedecktem Tisch.

Vogelscheuche.

Noch eine Vogelscheuche. Besonders chic herausgeputzt.

Auch in der Natur findet sich Glitzer.

Vorsicht mit nackten Füßen: Zaun am Wegesrand.

Nur noch an der Märchen – Alm vorbei (geschlossen) und dann sind wir schon fast wieder am Ferienhaus. Schnell die Badesachen einpacken und nochmal ins Wasser springen. Danach lesend rumlungern und zum Abendessen gibt es Nudeln mit Knoblauch und Tomaten.

Später schaue ich in den schönen Ferienhausbalkonhimmel und schaffe es nicht bis zum Geburtstagssekt um 24 Uhr wach zu bleiben. Das war für keine von uns eine Überraschung.

Auch am Montag war noch alles still, als ich am Morgen zum See laufe. Auf dem Rückweg pflücke ich einen Geburtstagsstrauß und kann ihn auch gleich überreichen, denn auf der Terrasse wird schon Yoga geturnt.

Am Geburtstag der A. darf natürlich ein Geburtstagsfrühstück nicht fehlen. Schon während des Frühstücks wird der Himmel grau und es wird recht frisch. Weil wir uns eigentlich alle drei eine Tag mit Regenwetter gewünscht hatten, sind wir jetzt eher erfreut als betrübt und legen uns wieder in unsere Betten. Ich lese und die A. beschäftigt sich mit ihrem neuen elektronischen Geburtstagsgeschenk. Dazu muss immer mal der Internet Router aus & an gestellt werden. Das ist mir aber egal denn ich lese mein sehr dickes Buch. Was hat eigentlich die T. die ganze Zeit gemacht?

Am Nachmittag wird das Wetter wieder sonnig und die A. wünscht sich Geburtstagskuchen und etwas Shopping. Wir fahren nach Kirchheim. In Kirchheim ist es, wie soll ich es ausdrücken ohne unhöflich zu sein, also – eher trostlos. Immerhin gibt es eine Truck – Waschanlage und einen Sportladen. Dort kaufen wir uns alle drei die gleichen Schuhe, je zwei Paar in schwarz/weiß und ein Paar in rot/weiß. Dann suchen wir das Café von dem wir gelesen haben. Wir finden es auch, aber es ist geschlossen. Leider findet sich auch im großen Supermarkt um die Ecke kein Kuchen der als Geburtstagskuchen in Frage kommt.

Deshalb beschließen wir, noch in einen anderen Ort zu fahren um dort nach Kuchen zu suchen und Grillgut für den Abend zu kaufen. Die Fahrt durch Wald und Flur ist schön und mit dem Grillgut sind wir auch sehr zufrieden. Leider findet sich auch hier keine Geburtstagstorte. Wir kaufen Zimt- und Mohnschnecken. Auch lecker. Danach nehme ich noch ein Seebad und anschließend bereiten wir das Abendessen vor und warten auf den Besuch, der sich angekündigt hat. Und dann haben wir alle zusammen ein leckeres Abendessen.

Und einen schönen Abend. Wechseln noch vom Tisch am Grill auf die Terrasse und von dort ins Haus und auf die Sofas. Es ist richtig kalt geworden und wir wickeln uns in unsere Bettdecken. Ich bin die Erste, die müde ist – war ja klar.

Ein letztes Seebad am nächsten Morgen.

Auf dem Rückweg biege ich ab weil ich mir endlich mal das verbrannte Ferienhaus ansehen will, an dem ich jeden Tag vorbei laufe. Es hat die Hausnummer 88, das ist ja schon mal gruselig.

Der Brand ist wohl schon eine Weile her, so dass die Natur in Form von Farn, sich langsam wieder ausbreitet.

Leider reicht meine Phantasie nicht für eine Gruselgeschichte die ich hier aufschreiben könnte.

Als ich zurückkomme sitzt die A. schon mit der I. beim Kaffee. Die I. muss schon früh los weil sie leider arbeiten muss. Wir drei bleiben zurück, frühstücken, räumen auf und packen unsere Sachen ein. Um 12 Uhr sind wir fertig und warten dann, in unsere Handys starrend, fast eine halbe Stunde auf den Hausmeister. Der kommt aber nicht sondern sagt uns, dass wir die Fenster schließen und wo wir dann den Schlüssel verstecken sollen. Wird erledigt. Dann fahren wir zurück und sind in nur einer Stunde wieder in Kassel. Kurzurlaub vorbei -schade. So schön war’s.

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