27 KW Juli 2020 – Kurzausflug zur Kunst und innere Schwankungen

Nachdem ich am Dienstag von den 4 Tagen am See zurück kam und so über die vor mir liegende Woche nachgedacht habe, ist mir eingefallen, dass die Woche nur zwei Arbeitstage für mich hat. Den Ausflug nach Frankfurt hatte ich ganz vergessen. Und mit der Vorfreude auf Freitag verflogen die zwei Tage im Büro noch schneller.

Ich hatte am Freitagmorgen noch genug Zeit für Yoga, Balkontee, Rucksack packen und Gemüsekauf auf dem Markt. Und dann ging es gegen 11 Uhr los. Um 13:30 Uhr kam bei strahlendem Sonnenschein in Frankfurt an, konnte mein Hotelzimmer gleich beziehen und lief um 14:15 am Mainufer entlang und mit ein paar kleineren Umwegen, Richtung Kunst. Am Mainufer bekam ich, wie fast immer wenn ich an einem großen Flussufer entlang laufe, Bosporus – Sehnsucht.

Als die Ausstellung, Corona bedingt, verlängert wurde, war ich sehr froh. Und hätte dann doch beinahe den letzten Tag verpasst.

Vom größten Teil der Künstlerinnen hatte ich noch nie gehört, von Dorothea Tanning zum Beispiel, von der gleich im Treppenhaus ein Foto hing, wie von allen anderen Künstlerinnen auch. Sehr verwunderlich ist das nicht, denn ich würde mich keinesfalls als Kunstbewandert beschreiben. Trotzdem gehe ich sehr gerne in Ausstellungen.

Meret Oppenheim, „Abendkleid mit Büstenhalter – Collier“

In einer Ausstellung von Meret Oppenheim war ich allerdings schon einmal. Viele Jahre ist es her, ich glaube es war in Hamburg.

Hier habe ich den Titel leider nicht geknipst und ihn auch bisher nicht herausgefunden. Es war irgendetwas hinter einem Zaun und ich mag es gerne.

Dora Maar, „Frau mit Seife in den Haaren“

Dora Maar war mir unbekannt, ihre Fotos gefallen mir sehr und hier habe ich etwas über sie erfahren. Nun folgt alles, was ich sonst noch besonders gern mochte.

Toyen, Ausschnitt aus „Aus der Ferne hört man Geräusche eines Schritts“
Toyen, Der Paravent (Ausschnitt)
Sophie Taeuber-Arp u.a.
Frida Kahlo, Schmetterlingsspangen aus dem „Selbstbildnis mit Dornenhalsband und Kolibri”
Frida Kahlo, Kolibri aus dem “Selbstbildnis mit Dornenhalsband und Kolibri”
Unika Zürn, Ohne Titel

Nach ungefähr zwei Stunden war ich erschöpft und brauchte frische Luft. Dazu wollte ich nicht nur am Fenster sitzen sondern raus.

So richtig frisch war die Großstadtluft dann nicht aber trotzdem tat es mir gut durch die Straßen zu laufen.

Schauspiel Frankfurt

Fensterselfie mit umfilztem und umklebten Irgendwas.

Starke Frau im Schaufenster.

Am Märchenbrunnen hab ich eine Pause gemacht und überlegt was und wo ich am Abend esse. Dann ist mir eingefallen: Es ist ja Pizzafreitag. Also loslaufen und eine Pizzeria suchen.

Der Weg zur Pizzeria war noch sehr lang weil das Wetter so schön war und ich deshalb noch eine große Mainuferrunde gedreht habe. Am Ende fand sich aber eine leckere Pizzeria. Es gab Rucola Pizza und Spaß – Bier für mich.

Um halb 9 lag ich sehr müde im Bett. Leider war es noch sehr hell und es hat noch lange gedauert, bis es dunkler wurde. Von draußen drangen die Geräusche vom Autoverkehr vermischt mit lauter Musik herein. Das war ganz schön und schon hatte ich wieder Istanbulsehnsucht.

Am Samstag war ich schon um 5:10 wach. Nach einem Blick aus dem Fenster, drehte ich mich wieder um, um noch einmal zu schlafen. Das habe ich bis 6:30 Uhr erfolglos versucht. Dann eben im Bett sitzen, Tee trinken und lesen. Um 9 Uhr bin ich mit allem, was ich morgens so mache fertig. Weil das Zimmer keinen ausreichenden Platz für eine Yogamatte bietet, überall ist es zu schmal oder irgendetwas steht im Weg und ich außerdem diesmal keine Matte dabei habe, gab es nur das Yoganotprogramm im Bett.

Ich laufe wieder am Main entlang und suche mir dann ein Café für den ersten Kaffee des Tages. Sitze mit meiner Kaffeetasse draußen und beobachte Touristinnen beim Flanieren. Kurze Zeit später flaniere ich genauso durch die Straßen.

Ursprünglich hatte ich geplant in die Fantastischen Frauen in der Schirn Kunsthalle zu gehen und am nächsten Tag einfach durch Frankfurt zu trödeln. Aber dann hat mir die Gartenchefin von einer weiteren Ausstellung im Museum für Moderne Kunst erzählt: Frank Walter. Eine Retrospektive. Sie ist noch bis zum 15. November zu sehen und ein Besuch lohnt sich wirklich sehr, sehr. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht.

Und das MMK kannte ich bisher auch noch nicht. Noch niemals dort gewesen. Ich war gleich begeistert von den tollen Räumen. Und dann auch von den vielen Bildern, manche nur so groß wie eine Postkarte oder auch kleiner, manche in Größe und Form eines Bierdeckels. Fast alle ohne Titel oder Jahresangabe.

Noch ein wenig länger bleibe ich in dem Raum mit den Punkte – Bildern. Dort sind die Seitenwände in einem unglaublichen blau gestrichen und die Wandfarbe plus die Bilder und der Grundriss bewirken, dass ich dort am liebsten sehr lange in der Ecke liegen und mich wohlfühlen möchte. Wer mehr über die Ausstellung lesen möchte kann das hier tun:

FAZ, Frank Walter im MMK : Auf der Suche

Deutschlandfunk Kultur, Maler Frank WalterEin Kampf um Identitätsbildung

HR2 Kultur, Frank Walter im MMK Ein zartes, hochkonzentriertes Werk

Auf dem Weg Richtung Bahnhof finde ich ein Pralinengeschäft. Dort kaufe ich ein Pralinengeschenk für mich und für noch jemanden.

Gleich nebenan ist ein kleines Café von dem aus ich Blick auf einen Antiquitätenladen mit einer kleinen Puppenwagenparade habe.

Und überhaupt gibt es viele kleine Läden und Cafés mit bunten Dingen, bunten Wimpeln, bunten Glühbirnen und buntem Essen.

Um 14:30 fährt der Zug mich zurück nach Kassel. Und dort würde ich am liebsten um 19 Uhr ins Bett gehen. Der war besonders lang der Tag, besonders weil ich ja schon um 5 Uhr wach war. Trotzdem knipse ich erst um 22 Uhr das Licht aus.

Heute Morgen bin ich um 8 Uhr wach. Übliches Morgenprogramm mit ausführlichem Yoga turnen. Danach laufe ich die Treppe hoch in die andere Wohnung und schaue mich um. Schön hell alles, aber ich glaube ich bleibe doch lieber in meiner Wohnung hier unten. Eine Stunde später gehe ich nochmal hoch, diesmal mit Stuhl um im Wintergarten zu sitzen. Ach schön, ich ziehe doch nach oben. Gegen Mittag meldet sich die Kollegin und kommt dann vorbei. Wir laufen durch die Wohnung und finden: Es ist eine schwierige Entscheidung. Eine Entscheidung zwischen ‚Im Licht oder im Leben‘ wohnen. Ich will Licht und Leben. Die Freundin aus Köln sagt: „Hör in dich hinein, wahrscheinlich hast du die Entscheidung schon getroffen“. Ich höre andauernd in mich rein und spüre Schwankungen nach oben. Ich gehe nochmal schnell die Treppe rauf.

Nun sitze ich wieder hier unten und es schwankt in mir weiter rauf und runter….

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden!
0
Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.