23 KW – Sommerhitze und Berlin

Kristallschale mit Henkel aus dem Café Finovo, Alter Sankt Matthäus Friedhof, Berlin

Wenn weniger passiert und ich weniger Fotos mache dann geht es schneller mit dem Wochenbericht. Manchmal hab ich schon gedacht: „Ach, lohnt sich ja garnicht. Fast nichts passiert und nur Fotos aus Not mit Essen und Blumen.“ In den letzten 2 Wochen war es dann ganz anders. Viel erlebt und unmengen von Fotos. Da fällt die Auswahl so schwer und ich komme nicht hinterher. Zum Beispiel mit dem Friedhof in Amsterdam. Und dann ist an diesem Wochenende noch ein neuer Friedhof hinzugekommen. Die Friedhöfe müssen nun warten bis eine ereignislose Woche vorüber ist, das Wetter trüb und ich deshalb mehr auf dem Sofa sitze statt in fremden Städten oder barfuß durch Wald und Flur laufe.

Die letzte Woche begann mit einem Ausflug in den Ahnepark nach Vellmar. Die Kursfrauen wünschten sich etwas Abwechslung und Ablenkung vom Ramadan – Fasten.

Ich war froh darüber, denn so musste ich mir auf der Rückfahrt von Amsterdam nichts für den Montag überlegen und vorbereiten. Bisher kannte ich nur einen kleinen Teil vom Park und war überrascht darüber wie groß und schön er ist. Es gibt mehrere Seen und eine kleinen Bach mit kühlem Wasser und einige von uns haben gleich mal die Füße hereingesteckt.

Den Spielplatz hingegen kannte ich gut. Dort gab es 3 quadratische Trampoline die hintereinander im Boden eingelassen waren. Kein Vergleich zu unserem Mini-Trampolin im Büro. Dort verbrachten wir einen großen Teil der Zeit. Wir hatten so viel Spaß und haben so viel gelacht und beschlossen das Ende vom Ramadan dort mit einem großen Festessen zu feiern.

Am Mittwoch habe ich Aprikosen Marmelade gekocht.

Für fast jeden Tag der Woche war Gewitter und Regen angesagt. Und ich habe mir für jede Nacht Regen gewünscht. Am Donnerstag bin ich sogar früher zum Yoga gefahren weil ich dachte jeden Moment geht das wilde Wetter los. Bei meiner Ankunft regnete es aber nur ein paar Tropfen. In anderen Teilen der Stadt kam mehr Regen an und an manchen Orten sogar etwas Hagel. Im Schrebergarten leider recht wenig.

Nach dem Yoga habe ich meine Tasche gepackt denn am Freitag, gleich nach der Arbeit, bin ich nach Berlin gefahren. Einfach so. Ganz ohne Yoga workshop oder sonstige Verpflichtungen. Nur so zum Vergnügen. Das Vergnügen begann sogleich nach der Ankunft darin, mich mit C. im Südblock zu treffen. Von dort sind wir zu M. gelaufen, bei der ich bis zum Sonntag bleiben würde. Dort haben wir lange und ausführlich auf dem Balkon gesessen, sommerlich kühle Getränke getrunken, zwischendurch Pizza geholt und uns viel erzählt. Im Gästebett wartete dann eine große Katze auf mich und so bin ich glücklich eingeschlafen.

Nach einem Erzähl-Frühstück am nächsten Morgen bin ich nach Schöneberg gefahren, denn ich wollte eine Ausstellung besuchen.

Die Ausstellung war einer von zwei besonderen Anlässen wegen derer ich nach Berlin gefahren bin.
Ich stand also in freudiger Erwartung um 13:15 vor der Tür vom Museum. Leider war die Tür zu. Öffnungszeiten: Samstags ab 14 Uhr. Sogleich hatte ich ein Dé­jà-vu, denn genau das Gleiche war mir schon einmal passiert. Ich trabte also sehr langsam, denn die Hitze war groß, um den Block. Vorbei an Orten und Geschäften die mir vom ersten Spaziergang schon bekannt waren. An einer Schule mit hübschem, von den Kindern gestalteten Zaun.

Um 14 Uhr war dann die Tür offen und ich verbrachte zwei Stunden dort. Länger schaffe ich es leider selten. Zur Ausstellung gibt es hier  und hier etwas zu lesen.

Meine Lieblingsbilder, in zufälliger Reihenfolge:

Ceren Saner, liquids, Flüssigkeiten

Martina Minette Dreier, My Ancestors, Meine Ahninnen

(Außerdem malt sie u.a. auch noch sehr tolle Aquarelle)

Evelyn Kuwertz, MOUVEMENT2014

Lotte Laserstein, weiblicher Rückenakt (Madeleine)

Danach zurück nach Neukölln, denn es stand ein weiteres Vergnügen auf dem Programm. Das Karstadt am Hermannplatz. Das mag man nun seltsam finden, aber ich bin so gerne dort. Es erinnert mich an die Ausflüge mit meiner Oma und meiner Mutter, die wir vielleicht so zwei Mal im Jahr unternommen haben. Wir sind dann mit dem Bus nach Kassel zu Karstadt gefahren. Mich hat das riesige Kaufhaus damals sehr beeindruckt und ich hatte das Gefühl man kann dort einfach alles kaufen. Selbstverständlich gehörte auch ein Aufenthalt in der Erfrischungsabteilung dazu. Mein Oma und meine Mutter aßen dort Bockwurst mit Kartoffelsalat und ich etwas mit Pommes frites – die hießen damals noch nicht Pommes und wir sagten PomFritz zu ihnen. Und mir war es egal ob ich eine Currywurst dazubekam oder eine Bockwurst. Wichtig waren die PomFritz. Nach dem Essen durfte ich alleine überall herumlaufen. Mein besonderes Interesse galt der Spielzeugabteilung. Meine Oma machte sich Sorgen weil ich allein herumlief. Erica hingegen sagte, sie könne mich ja nicht anbinden und ließ mich ziehen, allerdings nicht ohne die Anweisung die Hände hinter den Rücken zu legen und nichts anzufassen. Ich war zufrieden damit. Hauptsache neugierig herumlaufen können. Vielleicht erklärt das ein wenig meine Karstadt Vorliebe. Im Karstadt kaufte ich etwas Wäsche und verbrachte einen großen Teil der Zeit damit Antipasti zu kaufen. Zurück bei M. sank ich auf den Sessel denn ich war doch etwas erschöpft von den Erlebnissen und dazu kam noch die Sommerhitze, die sich in Berlin immer noch heißer anfühlt als in Kassel. Während ich in der Ausstellung war, hatte M. schon 20 ihrer Aquarelle in zwei Reihen auf dem Fußboden ausgebreitet. Denn der zweite besondere Anlass war: Meine „Ein-Aquarell-von Minette“ Spardose war voll und so war der Zeitpunkt gekommen, mir eins auszusuchen. Ich hatte mir schon oft Gedanken darüber gemacht wie ich mich für nur ein Einziges entscheiden sollte. Deshalb war der Vorschlag von M. mir 10 bis 20 auszusuchen und aus denen treffe ich dann meine Wahl, eine gute Idee. Also saß ich auf dem Boden und schaute, überlegte, sortierte ein paar aus und traf eine engere Auswahl. Und irgendwann bleiben dann zwei übrig. Die wurden aufgehängt und ich schaute und überlegte bis zum nächsten Tag. Da würde ich mich dann entscheiden. In der Zwischenzeit kam C.. Er hatte vor ein paar Wochen gefragt, ob ich nicht mal einen Sonnengruß Workshop anbieten könnte. Dazu würde er auch nach Kassel kommen. Das stand allerdings gerade nicht auf meinem Yoga-Programm. Deshalb hatten wir überlegt, ich könnte ihm ja den Sonnengruß in Berlin unterrichten. Und dazu hatte die M. auch Lust. Also wurde das Malatelier in einen Yogaraum umfunktioniert, die Yogamatten ausgerollt und trotz großer Hitze ging es dann los. Letztendlich habe ich keine Ahnung, wie lange wir zusammen geübt haben, aber es hat mir so sehr viel Spaß gemacht mit den beiden. Es macht mir einfach eine ganz besondere Freude eine kleine Gruppe und in diesem Fall ja nur zwei Personen, zu unterrichten und ihnen meine Aufmerksamkeit zu schenken. Und während sie am Ende in der Entspannung lagen krabbelte das Glück und eine große Dankbarkeit (worüber sich die eine oder der andere jetzt sicher wundern mag)in mir hoch. Anschlie0end war unser Hunger groß und glücklicherweise war auch noch für jede*n von uns ein Glas sommerliches Getränk im Kühlschrank. Und schon wieder ging ich glücklich ins Bett. Die Katze am Fußende und der Vogel am Kopf.

Am Sonntag war ich schon vor M. wach und machte mich deshalb auf den Weg zum Friedhof in Schöneberg. Unterwegs einem Ungeheuer gewunken.

Der alte Sankt Matthäus Friedhof bekommt einen extra Bericht und deshalb hier nur eines von (zu)vielen Lieblingsfotos.

Es gibt dort das kleines Café Finovo in dem man auch ein paar Pflanzen kaufen kann.

Der Cappuccino ist lecker und ich durfte ein wenig durch das Café knipsen.

Schiefe Postkarte mit Fuchs.

Auf dem Heimweg Sonnenschirme gesehen.

Noch auf dem Balkon gesessen mit der lieben M. und dabei etwas wehmütig geworden. An so heißen Sommerwochenenden überkommt mich immer mal Wehmut und ich kann gar nicht so genau sagen wonach. Und dann stand ja auch noch die Endscheidung für ein Aquarell an – wobei, eigentlich war mir schon am Abend vorher klar, das es keine Entscheidung für eins geben kann. Es müssen einfach beide sein. Als würden sie zusammengehören. Und so reiste ich dann auch mit zwei sorgfältig verpackten Bildern nach Kassel zurück. Sie warten nur noch auf Rahmen und damit muss ich mich mal etwas beeilen, zack zack, denn sonst rutschen sie mir von der Kommode. Und nun, tata!:

 

**Eine wirklich richtig schöne Woche war das. Das einzige Ärgernis: Die Schnecken, die im Hinterhofgarten zu viele meiner Dahlien abgefressen haben. Unverschämtheit.

 

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