23 KW Juni 2019 – Was gefeiert wurde

Schon am Montag Vormittag sollte das wilde Wetter losgehen. Stattdessen war es auf dem Weg zur Arbeit und auch auf dem Rückweg sonnig und heiß und ich war den ganzen Tag verschwitzt.

Am Nachmittag sah der Himmel wild aus und ich räumte die zarten Pflänzchen vom Balkon in die Küche und später wieder zurück. Es gewitterte und regnete ausgiebig aber glücklicherweise ohne dicke Hagelkörner die meine Balkonbepflanzung, wie in einigen Jahren zuvor, zerfetzt hätten. Glück gehabt.

Am Dienstag habe ich mit einer Gruppe Eltern und Kinder kleine Blätterteigtörtchen gebacken. Der Ursprungsplan war Blätterteig, Pudding, Erdbeeren und alles zusammen in den Backofen. Wegen großer Hitze umdisponiert. Blätterteig ausgestochen und gebacken,Vanillequark hineingelöffelt und Erdbeeren oben drauf.  Hat alles prima geklappt. Eltern und Kinder waren glücklich. Und ich auch. Anschließend war ich im Schwimmbad. Da war es nur mittelschön denn es war zu voll.

Am Mittwoch nach der Arbeit ein Stop in der Innenstadt. Durch ein paar Läden geflitzt, denn ich fand mich nicht hochzeitsfein ausgestattet, was natürlich Blödsinn ist, aber Empfindungen lassen sich leider nicht immer einfach ändern. Zuhause angekommen habe ich virtuelle Modenschau mit der Freundin aus Köln veranstaltet. Vorzuführen waren 2 Hosen, 1 Bluse, 1 Kleid und 1 Paar Sandalen. Jetzt habe ich eine neue hübsche Hose, eine Bluse (auch hübsch), ein Kleid (natürlich auch hübsch) und Sandalen (die kann ich wirklich gebrauchen weil die alten Sandalen sich langsam auflösen, leider). Die andere Hose wird wieder in den Laden gebracht. Als ich fertig war mit der Präsentation, winkte eine Freundin über die Hinterhofgartenmauer. Ich bot ihr ein Spaßbier an, sie freute sich darüber, kam ums Haus herum gelaufen und während ich mir die Fußnägel hochzeitsfein bemalte, erzählte sie mir was so los war – wir hatten uns sehr lange nicht gesehen.

Das Ende des einmonatigen Ramadan Fastens war am Dienstag und alle Teilnehmerinnen meines Kurses durften zu Hause bleiben und mit ihren Familien feiern. Und weil meine Kollegin und ich auch gerne feiern haben wir am Donnerstag ein großes Frühstück veranstaltet und zu meiner Freude gab es Fattoush, den Brotsalat den ich in Jordanien so oft gegessen habe. Diesmal in einer syrischen Version. So lecker. Leider musste ich die Frühstücksfeierlichkeiten früher verlassen weil eine weitere Feier nicht verpasst werden durfte.

Und so wurden schnell die Zähne geputzt, die Lippen angemalt und rauf aufs Fahrrad. Erste Regentropfen fielen, also noch schneller in die Pedale getreten denn ich wollte zur Feier, die eine Regenbogenhochzeit war, nicht nass erscheinen.

Ich wurde nicht nass und kam sehr pünktlich. Und weil ich ein paar Wochen vorher gefragt wurde ob ich nicht bitte Fotos machen könnte, wollte ich keine Zeit verlieren.

Man mag sich nun wundern über meine Auswahl hier aber die eigentlichen Fotos sind natürlich für die liebsten frisch Vermählten bestimmt. Deshalb gibt es hier nur Bilder vom Rand.

Und auch wenn es auf dem Standesamt zuerst ernsthaft und feierlich zuging wurde recht schnell sehr viel gelacht und die Feier verwandelte sich gegen Ende schon fast in eine Party.

Am Abend schaute ich ein erstes Mal aufgeregt und schwitzend die Fotos durch und stellte fest: Oh, viele schöne Fotos vom schlimm niedlichen Kind, von bunten Blumen und Hochzeitsgästen. Nur wenige vom Brautpaar. Mir bleibt die Hoffnung, das die anderen Fotografinnen erfolgreicher waren. Und ich könnte ja vielleicht bei der Hochzeitsparty am Freitag Abend noch die Lage retten.

Zuallererst musste ich am Freitag aber der Kollegin zur Seite stehen. Aus Gründen gab es keine Kinderbetreuung für ihren Kurs und so wurde schnell ein Ausflug mit Müttern und Kindern in die Goetheanlage organisiert. Mit im Gepäck waren viele verschiedene Sorten leckerster Kekse die von den Bayram-Feierlichkeiten übrig waren. Mit Datteln, Pistazien, Sesam, Feigen… Wir hatten alle so viel Spaß miteinander, verteilten und teilten unser Sandspielzeug im ganzen Sandkasten und mit allen anderen Kindern, die Kollegin traute sich auf die große Rutsche und ich noch nicht mal auf die Rutsche für die ganz Kleinen. Rutschen ist echt nicht mein Ding. Dafür habe ich mit den Frauen auf den Autoreifenschaukeln so viel gelacht. Leider gab es am Ende Tränen die ich fast mit geweint hätte. Einige Kinder haben leider keinen Kindergartenplatz und deshalb so selten Gelegenheit mit anderen Kindern zusammen zu sein und zu spielen und da ist der Abschied oft mit viel Kummer verbunden.

Um am Abend nicht nur hochzeitsfein sondern auch wach zu sein, brauchte ich einen kleinen Mittagsschlummer nach dem Ausflug in den Park. Und danach geschwind die Fingernägel angepinselt und vorher an den Haaren herumhantiert (Also öhm, ich habe sie auf Lockenwickler gedreht und mit Sprühstärke behandelt für die wilde Lockenpracht.)

Sehr pünktlich, also ca. 40 Minuten vor den Gästen und dem Brautpaar, angekommen. Tollstes Partywetter und so viele verschiedene schöne Möglichkeiten draußen zu sitzen.

Es gab viele Gelegenheiten für mein Haare-Gen, was ich von Erica geerbt habe, sich nach vorne zu drängeln.

Glitzer.

Erster Tanz.

Die Party war grandios. Ich habe getanzt. Viel. Das hat toll Spaß gemacht und war wirklich einmal nötig (leider komme ich so selten zum tanzen Tanzen weil ich immer so früh müde bin, herrje). Noch ein verschwitztes Spiegelselfie – auf dem man auch meine wilde Lockenmähne bewundern kann.

Noch ein letztes Stück Torte und dann ist für mich die Party vorbei und ich fahre nach Hause.

Am Samstag schlafe ich bis um 9 Uhr und stehe dann auf obwohl ich noch müde bin. Ich mache so Haushaltsdinge und lese ein wenig auf dem Balkon. Fahre Mittags zu Erica, bringe ihr Spargel, Erdbeeren und Kartoffeln und fahre mit ihr einkaufen. Komme früh zurück und sortiere Hochzeitsfotos bis um 22:30 und gehe dann schlafen.

Heute habe ich einen zweiten Schwimmbadbesuch versucht.  Ich war früh wach und deshalb gleich um 10 Uhr im Schwimmbad. Weil es noch etwas frisch war, war es ganz leer. Wunderbar. Um 10:15 ins Wasser, um 11:15 wieder aus dem Wasser heraus, duschen, anziehen, fertig. Auf dem Rückweg habe ich an dem schönen Garten in der Tischbeinstraße gehalten an dem ich seit Jahren immer vorbei radele. Diesmal wollte ich ein paar Fotos machen. Nachdem ich mein Fahrrad abgestellt hatte, hebt sich ein Kopf hinter der Hecke und die Gartenbesitzerin lacht mich freudig an. Sie freut sich so sehr und lädt mich sofort ein in den Garten zu kommen, fragt ob ich auf dem Heimweg bin denn dann würde sie mir noch einen Kopf Salat abschneiden und erzählt mir vom Garten und wie lange sie schon dort lebt und wieviel Freude ihr der Garten macht. Ich bin ganz gerührt und freue mich sehr. Über ihre Freundlichkeit, den Salat und die wunderschönen Mohnblumen.

Zu Hause angekommen Wäsche gewaschen, gelesen, gefrühstückt, wieder gelesen, hier geschrieben, Fotos sortiert, ein wenig die Augen geschlossen und in der Sonne gelegen. Bis es Zeit war zur Freundin zu fahren die einen Rat brauchte. Und schon ist der Tag vorüber. Aber nicht das Wochenende, denn morgen gibt es noch einen freien Tag geschenkt.

 

 

 

 

 

 

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