22 KW Mai 2019 – Von tobenden Schwalben und viel Wald

Am Montag Abend, ich lag lesend im Bett, begann es plötzlich zu jucken. Ich erspürte dicke Quaddeln, stand auf, ging ins Badezimmer um den Antijuckstift zu suchen, fand ihn, rieb die Quaddeln ein und stellte fest: Es hatte sich eine Zecke festgebissen. So in Richtung Popo. Also im Pyjama bei der Nachbarin geklingelt und nach ein paar wenigen Versuchen wurde die Zecke erfolgreich herausoperiert. Es folgt kein Foto aus dem OP sondern kleine blaue Blumen.

Dienstag fand der erste Ausflug mit den Frauen vom neuen Frauenkurs statt. Ins Stadtmuseum mit den schönen 60er Jahre Lampen …

… und dem schönen Treppenhaus. Die dicken Klunker ganz oben sind auch von dort. Am Montag werden wir den Besuch nacharbeiten. Das bedeutet für die Frauen viele neue Vokabeln lernen und für uns alles in einfacher Sprache nochmals erklären.

Nachdem ich in der Woche zuvor eine traurige Nachricht bekommen hatte, war ich am Mittwoch bei einer Trauerfeier und bin anschließend zurück ins Yoga – Haus nach Mariendorf gefahren. Vier freie Tage lagen vor mir. Am Donnerstag habe ich am Vormittag zwischen lesen, den Frosch beobachten und Kaffee trinken überlegt ob ich ins Schwimmbad gehe oder einen Spaziergang mache.

Entschieden habe ich mich für einen kurzen Spaziergang und anschließend Schwimmbad.

Tatsächlich war ich länger unterwegs. So 6 Stunden insgesamt. Denn nachdem ich an dem Weg der in einer Schleife endete einfach weiter in den Wald gelaufen bin, hat es eine Weile gedauert bis ich wieder hinaus fand.

So richtig einfach war es nicht. Ich habe ein wenig geschwitzt und geschimpft mit mir, beruhigend auf mich eingeredet, mich mit der Frau die 17 Tage im Dschungel auf Hawaii überlebt hat, getröstet und aufgeatmet als ich die Hütte zwischen den Bäumen gesehen hab. Denn Hütte bedeutet Weg zur Hütte und also auch ein Weg irgendwohin. Es gab aber keinen Weg an der Hütte. Schade. Weiter geschwitzt und durch sumpfigen Wald gelaufen, über umgestürzte Bäume geklettert und schon auch ein mulmiges Gefühl gehabt. Das hab ich tapfer weg geatmet.

Wie froh ich war als sich zwischen den bäumen ein Weg zeigte.

Intuitiv wollte ich nach rechts gehen. Warum also bin ich nach links gegangen um nach 45 min zu merken das ich in die falsche Richtung laufe?

Umgekehrt. Nochmal 45 min gelaufen und dann erkannt: ich kann hier auf den  Eco Pfad um den Ahlberg abbiegen. Den bin ich schon oft gelaufen.

Aber noch kein Mal seit den Aufräumarbeiten nach den Herbststürmen vor zwei Jahren.

Weil ich so froh war mich endlich wieder in bekanntem Gebiet zu befinden, bemerkte ich wie hungrig ich war. Also Pause am Bach.

Der Rest des Weges war ohne beunruhigende Vorkommnisse sondern einfach nur zu schön.

Das ist der Hutestein von 1748. Den hab ich ganz am Anfang hier in meinem zweiten Blogpost schon mal abgebildet.

Den Flamingo kennengelernt.

Teufelskralle heißen diese hübschen Blumen.

Die Gans ohne Körper ist eine alte Bekannte.

Zu gerne würde ich mich an den Anfang der Reihe legen, ich muss aber noch ein Stück laufen.

Später dann, nach der Dusche, einem Fußbad und nachdem ich die Füße gründlich mit der selbstgemachten Fußcreme, die mir die K. so freundlicherweise hingestellt hat, eincreme, spüre ich jeden einzelnen Muskel in meinen Füßen. Es ist ein Unterschied ob ich am Wochenende mal 1 oder 2 Stunden barfuß über eine Wiese laufe oder 6 Stunden am Stück über Stock&Stein durch Wald&Flur. 6 Stunden sind noch so viel toller.

Und dann sitze ich nur noch auf dem Dach, schaue der Katze zu die hinter dem Busch verschwindet um von dort aus die Fische und Frösche im Teich zu beobachten. Vermutlich versucht sie sich ein Abendessen zu fangen. Das kann ich aber von hoch oben nicht sehen und finde das auch besser so.

Am nächsten Tag bekomme ich Besuch von der Kollegin. Wir machen gemeinsam einen Spaziergang. Diesmal nur 2,5 Stunden und mit nur einem kleinen Abstecher in unwegsames Gelände. Wir klettern fröhlich über umgestürzte Bäume und anschließend jammernd durch hohe Brennnesseln – die Kollegin trägt Jeans und ich eine kurze Hose. Zur Belohnung für unsere Tapferkeit gibt es Kaffee und Rhabarberkuchen. Als die Kollegin schon lange wieder gegangen ist, freue mich über einen letzten Dachabend und ganz besonders die Schwalben die durch den Himmel toben und die viel zu schnell sind als das ich sie mit einem Foto einfangen könnte. Ich versuche es erst gar nicht.

Samstag kaufe ich ein, packe, räume, putze und verabschiede mich vom schönen Yoga – Haus. Auf dem Weg zurück nach Kassel halte ich am Schwimmbad in Immenhausen für eine Runde im kalten Wasser.

Wieder zu Hause geht es ähnlich weiter: auspacken, aufräumen, ein wenig putzen und die Liegewiese einrichten. Dann kommt Besuch und später gehen wir gemeinsam auf ein Geburtstagsfest. Das Frauenhaus ist 40 Jahre alt geworden. Das ist nicht wirklich ein Grund zur Freude aber ich gehe trotzdem gerne hin denn ich habe vor 30 Jahren dort einige Jahre gearbeitet und freue mich ehemalige Kolleginnen und heutige Freundinnen zu treffen.

Und heute saß ich lesend auf dem Balkon, bin zum See gefahren und habe festgestellt, dass das Wasser schon viel zu warm ist für meinen Geschmack. Mein Trick ist mehrmals ins Wasser zu gehen und so den ersten tollen Moment vom kühlen Wasser öfter zu erleben.

Am Nachmittag habe ich ein paar wenige Einkäufe zu Erica gebracht. Und natürlich ist Sonntag Kuchentag. Erica wollte Erdbeerkuchen und ich bekam einen Eiskaffee.

Weil es so heiß war, war Erica nicht in Form und so sind wir nur einmal um das alte Gutshaus in Laar herumgelaufen.

Zu gerne würde ich mal hinein. Es gibt zwar eine Klingel aber sie funktioniert nicht und die Türen sind fest verschlossen.

Noch ein letzter Blick von Ericas Balkon. Ich habe ihren türkischen Mohn so gerne. Und den Blick über die Felder.

Woche zu Ende. Jetzt nur noch ein wenig in den Hinterhofhimmel schauen.

 

 

 

 

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