20 KW Mai 2020 – Nur Blumen, 2x Rhabarberkuchen und ein Spatz

Jeden Morgen der Woche, bis auf Dienstag da Home Office, bin ich mit Handschuhen zur Arbeit gefahren. Es war so kalt. Manche Menschen haben wieder die Heizung angestellt hab ich mir sagen lassen. Ich hab so vor mich hin gearbeitet, erste echte Beratungstermine verabredet und dafür gesorgt, dass sämtliche vorgeschriebenen Hygienevorschriften eingehalten werden können.

Weil ich Dienstag im Home Office sein durfte und die Kolleginnen nicht, habe ich am Abend einen Rhabarberkuchen gebacken. Der Rhabarber war ein Geschenk einer Kollegin. Und von ihr habe ich noch etwas sehr nützliches gelernt: Rhabarber muss nicht geschält werden. Kaum zu glauben. Hatten doch meine Oma und dann auch Erica immer den Rhabarber geschält und ich deshalb auch. Weil mir diese abgeschälten Fäden, die auch noch immer an meinen Fingern klebten, keinen Spaß gemacht haben, gab es bei mir nicht sehr oft irgendwas mit Rhabarber. Das wird sich nun ändern.

Rhabarberkuchen ohne Schälen. Und im Gegensatz zu dem langweiligen Kuchen von neulich, war er diesmal richtig gut – trotz Loch.

Am Freitag kam eine Nachricht von der sehr traurigen Gartenchefin: „Alles kaputtgefroren. Blumen, Tomaten, Paprika, Peperoni, Gurken.“ Die Eisheiligen haben leider nichts übrig gelassen. Die Akeleien hier oben sind aus Erica’s Garten.

Der Klee steht am Badezimmerfenster, ich bin großer Fan und knipse ihn ständig. Eigentlich gehört er mir nicht so richtig. Ich hatte Anfang März die A.&T. besucht und dabei von Erica’s Klee – Unglück erzählt. Ihr Klee vom letzten Jahr kam einfach nicht aus der Erde gekrochen. Darüber war sie sehr betrübt. Und sofort bekam ich von A. ihren Topf mit Klee für Erica geschenkt. Am nächsten Wochenende habe ich ihn vergessen, am übernächsten Wochenende auch und dann konnte ich mich schon nicht mehr richtig trennen weil er so hübsch war.

Zu Erica’s großem Glück, gingen ihre zwei Töpfe mit Klee dann doch noch auf und sie hat sich so gefreut. Der Klee von Erica ist allerdings nicht rot sondern grün. Nun habe ich schon eine Weile ein schlechtes Gewissen und befürchte sogar, dass die A. wenn sie mal wieder hier ist, den Blumentopf unter ihren Arm klemmt und ihn wieder mit nach Hause nimmt. Denn er war ja für Erica. Ich werde ihn also verstecken müssen und hoffen, dass sie hier nichts sieht oder liest.

Weil der Rhabarberkuchen so lecker war, kaufe ich am Freitag auf dem Markt außer dem Salat & Gemüse für die nächste Woche, auch Rhabarber und backe am Abend nochmal einen Kuchen.

Samstag schlafe ich bis um 9 Uhr. Das ist recht lange, war aber nötig weil ich von der Woche angestrengt war. Ich sitze mit Tee und Buch auf dem Balkon und laufe dann ein wenig durch die Wohnung und sehe viele Dinge die ich aufräumen könnte. Ich habe aber keine Lust. Auf dem Zaun zum Nachbargarten sitzt ein Spatz mit Gras im Schnabel. Der ist fleißig und baut ein Nest, denke ich mir. Ich räume trotzdem nichts auf und schaue vom anderen Balkon auf die Straße.

Das Foto ist von neulich, da hat der F. sein Schaufenster geputzt.

Dort steht eine Yoga – Freundin vor dem kleinen Plattenladen. Ich rufe ihr ein Guten Morgen zu und dann kommt sie auf einen kleinen Abstands – Besuch vorbei. Das ist schön, denn wir haben uns so lange nicht gesehen.

Anschließend laufe ich noch ein Stück mit ihr bis zum kleinen Blumenladen. Unterwegs blüht dieser zitronengelbe Mohn an der Hauswand. Im Laden kaufe ich einen Topf Salbei, Strauchbasilikum und ein Portulakröschen für mich und einen Blumenstrauß zum Muttertag (nachträglich) für Erica.

Das Portulakröschen hat schon eine offene Blüte.

Noch schnell den Kuchen, die Erdbeeren und den Spargel für Erica ins Auto gepackt und dann geht’s los. Erica freut sich besonders über die ersten Erdbeeren. Weiter geht es zum Einkaufen. Zuerst im Supermarkt und dann im Bau- und Gartenmarkt. Erica kauft Geranien und eine Mittagsblume und ich kaufe das letzte tränende Herz. Anschließend machen wir einen Verwandtenbesuch bei meiner Cousine. Sie zeigt uns ihren Garten, in dem sie viel gearbeitet hat in den letzten Tagen. Ich mag ganz besonders den Vielblütigen Weißwurz, der auch Salomonsiegel heißt und der auch bei Erica im Garten steht und nun auch auf meinem Küchentisch.

Wir erzählen, essen Kuchen und trinken Kaffee und dann laufe ich über die Wiese im Garten meiner Oma wo ich als Kind immer gespielt habe. Durch die Wiese fließt ein Bach und ich habe es schon als Kind geliebt durch den Bach zu waten. Danach drehe ich noch eine Runde auf dem E-Bike der Cousine. Ich hab noch nie auf einem E-Bike gesessen. Ich bin bergauf und bergab durch das ganze Dorf geschnurrt. Sehr lustig war das.

Als wir zurück bei Erica waren, musste noch der ganze Einkauf verräumt und der Sack mit der Blumenerde in den Garten getragen werden. Dabei fand ich die allererste Blüte vom großen Mohn, der heißt auch türkischer Mohn.

Am allerliebsten mag ich aber in diesem Jahr die hellblauen Akelei.

Wieder Zuhause angekommen lese ich am Küchenbalkon und schaue mir den besonders schönen Hinterhofhimmel an.

Nach Tee, Yoga, Kaffee und Buch, entdecke ich heute Morgen die erste Kapuzinerkresse. Habe ich spät ausgesät und bin nun froh darüber, denn womöglich wäre sie sonst auch den Eisheiligen zum Opfer gefallen.

Ich räume auf beiden Balkonen um und auf und pflanze den Salbei, das Basilikum und das Portulakröschen in Blumentöpfe. Danach pflanze ich das tränende Herz und die weiße Schneerose in den Hinterhofgarten und säe dort noch ein paar Blumen. Nachdem ich dann die in der ganzen Wohnung verstreute Blumenerde weggesaugt und die Küche aufgeräumt habe, beschäftige ich mich mit der Reinigung meiner Füße. Und zwar so richtig. Das ganze Programm: Fußbad, schrubbeln, schneiden, massieren, eincremen. Zwischen schneiden und massieren stelle ich mich unter die Dusche. Und während der Massage und eincremen schaue ich mir die Rose an. Zu hübsch. Und wie die duftet. Ich sollte noch bügeln, damit ich mich morgen Früh nicht ärgere. Habe aber keine Lust.

Stattdessen schaue ich mir den Kalifornischen Mohn an, der sich schon bettfein gemacht hat. Und das mache ich auch demnächst.

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2 Kommentare

  1. Beim Rhabarber kommt’s auf die Farbe an – den grünen sollte man schälen da die Schale viel Oxalsäure enthält, den roten Himbeer-Rhabarber muß man dagegen nicht. Wunderschöne Blumen diese Woche. ♥nic

    1. Ach so ist das. Dankesehr. Schon wieder was dazu gelernt. Und bei der Kollegin werde ich dann morgen mit meinem neuen Wissen angeben. Und Himbeer-Rhabarber klingt zu schön🤩

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