19 KW Mai 2020 – Die Kurve gekriegt

Die Woche ist in wenigen Worten zusammengefasst: anstrengend und unproduktiv von Montag bis Freitag.

Durch die Corona-Lockerungen war die Stadt wieder voll wie eh und je und ich hatte das Gefühl, dass alle zum alten Verhalten zurückgekehrt sind und nur ein paar Masken daran erinnern, dass dann vielleicht doch irgendwas anders ist. Dieses irgendwas scheint aber nicht besonders wichtig zu sein.

Jeden Tag ging es im Büro darum herauszufinden, was wir jetzt wieder dürfen und was wir noch nicht dürfen, wie und von wem diese Dinge umzusetzen sind, wie viel oder wie wenig Arbeitszeit wir dazu brauchen und ob die Technik und unsere Räumlichkeiten dazu ausreichen. Und obwohl ich am Ende jeden Tages das Gefühl hatte, nichts oder wenig erledigt zu haben, war es als wäre mir sämtliche Energie ausgesaugt worden. Das hatte zur Folge, dass ich, obwohl ich ein neues Buch begonnen habe, sehr wenig gelesen habe und stattdessen jeden Abend auf dem Sofa lag und außer der Krimiserie ansehen, nichts passiert ist.

Meine Stimmung am Samstag lässt sich mit keine Lust, geht doch alle weg, mir doch egal, ich weiß auch nicht am besten beschreiben. Ich wollte einfach nichts und habe auch auf lange Strecken des Tages nichts gemacht. Kein Yoga, kein Garten, kein See-Bad, kein Buch gelesen, nicht geputzt, nicht geräumt…nur Kaffee und Tee getrunken und ziemlich viel in die Luft geguckt.

Zwischendurch eine Maschine Wäsche gewaschen und aufgehängt und die Masken im Kochtopf gekocht.

Irgendwas in mir hat dann aber gegen 17 Uhr doch bewirkt, dass ich mich angezogen und einen Spaziergang gemacht habe. Das ist ja eigentlich immer eine gute Idee und so war es diesmal auch. Im Stadthallengarten habe ich dann einige Zeit mit der Wolfsmilch verbracht.

An einem zu Verschenken Regal vorbei gekommen und waschbare Abschminkpads gefunden die ich nicht brauche, weil ich mich zu selten schminke. Ich hab sie trotzdem mitgenommen – die Schachtel ist so hübsch.

An der Origami Taube vorbei und dann Richtung Eisdiele. Dort habe ich mir 3 Kugeln Brombeersorbet gekauft und als ich dann zu Hause war, war die Stimmung etwas besser.

Weil ich aus dem Samstag dann doch noch ohne größere Schrammen herausgekommen bin, hatte ich am Sonntag wieder Lust auf Bewegung. Also zum Start 60 Minuten Yogaklasse mit youtube, danach Kaffee mit Buch auf dem Balkon und dann, es war mittlerweile schon 13 Uhr, habe ich mir nochmal Kaffee gekocht und ein Brot geschmiert, beides in die Packtasche gesteckt, die Unwetterwarnung der Nachbarin lachend abgetan und bin losgeradelt. Durch die Aue, über die Drahtbrück und durch die Hafenstraße. Da gab es dieFische an der Fassade.

Ich bin einfach immerzu weiter gefahren bis es nicht mehr weiter ging weil mir dieses Seil den Weg versperrt hat. Das war am Gut Kragenhof.

Und das war wirklich schade denn mittlerweile war ich sehr verschwitzt und wäre gerne zum Steg gelaufen um ein Fulda-Bad zu nehmen.

Ich bin also einfach umgekehrt. Den Berg hinauf und hinunter und wieder hinauf und hinunter.

Über die Eisenbahnbrücke.

An der RELOVEUTION vorbei und den Love- Kronkorken die in einer Zusammenarbeit von mannaputs und crowns_for_street entstanden sind.

In Spiekershausen bin ich abgebogen und wieder ein kleines Stück zurück gefahren, weil ich mir gerne die Saunawagenwelt ansehen wollte, von denen ich schon gehört hatte. Außer den Saunawagen und den Bauwagen, die man auch zur Übernachtung mieten kann, gab es auch diese tolle Hollywoodschaukel mit Blick auf die Fulda.

Nach Spiekershausen musste ich keinen Berg mehr hinauf oder hinunter sondern konnte gemütlich am Fuldaufer entlang fahren. Auf der Höhe von Niestetal habe ich mein Fahrrad geschoben und bin noch etwas barfuß durch die Wiesen gelaufen, habe einen schönen Platz zum essen und Kaffee trinken gefunden und habe dann Rad an ein Schild gelehnt um mir meine Schuhe wieder anzuziehen. Auf dem machte der Naturschutzbund auf ein Storchennest aufmerksam. Also schaute ich nach oben, drehte mich um meine Achse und sah erstmal nichts. Ratlos wollte ich mein Rad besteigen, als mein Blick dann auf eine kleine Menschengruppe auf der Wiese fiel, die alle nach oben schauten. Und dort sah ich Sie dann: Frau Storch war Zuhause und hatte Besuch von der Schwalbe.

Der Kranich auf der Wiese war vielleicht vermutlich auch bei Frau Storch zu Besuch und ist nun auch auf dem Heimweg.

Leider weiß ich nicht was das hier für ein Gebäude ist an dem ich vorbei fahre und zurück durch die Hafenstraße bis zur Elisabeth-Selbert- Promenade.

Dort sitzt der Spatz und sagt er wäre auch bei Frau Storch und ihrem Nachwuchs eingeladen gewesen und nun auf dem Heimweg.

Ich schaue übers Wasser und bin wieder einmal mehr überrascht, wie fremd es mir doch oft ist in einer echten Stadt am Fluss zu leben.

Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber es fühlt sich immer ein wenig fremd an.

Mittlerweile ist der Himmel etwas grauer und dunkler und ich fahre ohne weitere Unterbrechung nach Hause.

Stimmt ja gar nicht. Ich halte noch kurz am schönen Garten der Frau, die mir im letzten Jahr mal einen Kopf Salat geschenkt hat. In diesem Jahr habe ich sie noch nicht gesehen.

Als ich später im Bett liege bin ich so froh, dass die Woche mit dem schönen Sonntagsausflug dann doch noch die Kurve gekriegt hat.

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