Vom goldenen Farn, Wehmut und Bäumen, die umarmt werden sollen

Seit 4 Jahren fahre ich mit Erica am 3. Oktober in den Friedwald. Denn am 3. Oktober hätte Günther, den Erica ‚dein Vater‘ und ich ‚Papa‘ genannt habe, der aber Günther hieß, Geburtstag. Gestern wäre er 84 Jahre geworden.

Und so habe ich gestern Vormittag meine Tasche für die 10 stündige Bahnfahrt am 4. Oktober gepackt. Habe beim Fotos speichern und hin und her schieben den Ordner mit allen Türkei Fotos vom Juli verloren. Habe sofort S. zurate gezogen. Bin dann aufgeregt zu A.&T. gefahren. Bisher konnte mir keine helfen. Habe dann beschlossen: Abwarten und nicht weiter darüber nachdenken.

Gemeinsam mit Erica bin ich dann bei schönstem Wetter und stiller Gemütsverfassung in den Friedwald gefahren. Dort war das Licht und der Farn wunderschön golden.

Wir haben Blumen mitgebracht und ich habe sie unter Erica’s Aufsicht auf und um den Stein herum drapiert. Den Stein musste ich vor 4 Jahren aus einem anderen Teil des Waldes zum Baum tragen.

Und auch dieser Baumstumpf, auf dem Erica gerne sitzt, habe ich mal dorthin getragen. Beim nächsten mal nimmt Erica ein Messer mit und befreit den Stumpf von Moos und Pilzen. Ordentlich soll es sein im Friedwald findet sie.

Im Friedwald fühle ich mich immer sehr wohl und friedlich, oft bin ich etwas wehmütig dazu. Gestern war ich ganz besonders wehmütig. Es gibt solche Tage. Da ist das Licht ganz besonders, der Farn in Gold getaucht, die Vögel zwitschern auf eine besondere Art und ein anderes Rauschen ist in den Bäumen. Dann fühlt sich die Wehmut anders an. So war das gestern.

Wir sind noch eine kleine Runde gelaufen. Ich habe eine schöne Barfussmassage von den vielen Eicheln bekommen.

Erica hat gesagt: „Ich habe gelesen man soll oft in den Wald gehen und dort mal nen Baum umarmen. Das ist gesund.“ Und deshalb macht sie das nun immer.

Anschließend sollte es Kaffee&Torte in Hofgeismar geben. Leider war das Café sehr voll. Deshalb hat sich Erica zwei Tortenstücke für zuhause mitgenommen. Bei einem Bummel zurück zum Auto kamen wir am Stadtmuseum und am Apothekenmuseum vorbei. Das sind nun Ausflugsziele für den Winter.

Erica erzählt: „Ich bin ja früher jeden Tag von Niedermeiser nach Hofgeismar gelaufen (7,5km) und zurück. Im Winter auch. Manchmal war mir so langweilig, dann hab ich beim Gehen gelesen. Hier hat der Onkel Heini gewohnt. Guck mal der schöne Garten. Da hab ich 2x in der Woche zu Mittag gegessen. Wer da jetzt wohl wohnt?.“

Und so laufen wir weiter und ich höre den Geschichten zu. Und auch wenn ich die Geschichten schon oft gehört habe, höre ich sie doch immer wieder gerne.

Zurück in Kassel bereite ich mir Essen für die Reise vor und liege um 21 Uhr im Bett, denn der Wecker klingelt um 2:15 Uhr. Und wenn ich da schon gewusst hätte, was ich nun weiß …

 

 

 

 

 

 

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