Madeira – Spaziergang durch Funchal und Monte

Nach einem sehr ruhigen Flug, auf dem ich die ganze Zeit meine Maske kein einziges Mal abgelegt habe (das hatte mir die beste Nachbarin eingeschärft), wurde ich mit wildem Regenwetter begrüßt. Vier Mal musste der Flieger um die Insel herum fliegen, bevor gelandet werden konnte. Wildes Regenwetter ist hier aber nicht ungewöhnlich und so waren weder die Menschen, die das Gepäck aus dem Flieger in den Flughafen transportiert haben, noch alle anderen Menschen die so in einem Flughafen arbeiten, aus ihrem Ablauf zu bringen. Anschließend wurde ich und natürlich auch alle anderen, zum Covid 19 Test Center geleitet. Die Wartezeit war kurz und der Test beruhigend routiniert und sehr schnell.

Schon 1,5 Stunden nach der Landung konnte ich von meinem Balkon über Funchal blicken. Koffer auspacken.

Abendessen kochen. Ich wusste, dass ich bis zum Testergebnis im Zimmer bleiben muss und hatte entsprechend vorgesorgt und mir Nudeln, Tomaten, Gewürze etc. mitgebracht. Sehr praktische Veranlagung. Hab ich vermutlich von Erica geerbt. Für den Quarantäne – Fall bei einem positiven Testergebnis könnte ich meinen e-book reader voller Bücher packen.

Um 22 Uhr hab ich das Licht ausgeknipst. Nur gut, dass ich das Zimmer schon umgeräumt hatte(die zwei Betten zusammengeschoben um ein großes Bett zu haben). Hotelzimmerromantik.

Die wichtigste Tat am nächsten Morgen: Die Mail mit dem Testergebnis öffnen. Negativo. Glück gehabt. Für die ersten 2-3 Tage, hatte ich mir etwas Regenwetter gewünscht um ausgiebig auszuruhen, zu schlafen und zu lesen. Hat geklappt bis ungefähr 10 Uhr. Danach: Sonnenschein. Und weil ich neugierig war auf Funchal bin ich losgelaufen.

Schöner Türknauf.

Um eine Ecke gebogen und ein großer Teil der Stadt lag vor mir.

Um noch eine Ecke gebogen und zack – erster toller Kran in Sicht.

Hotel. Davon gibt es sehr viele. Auch sehr viele große Touristenburgen. Ich wohne in einer davon. Bi ja auch Touristen. Da nützt es auch nichts, wenn ich mir vormache ich sei ja ganz anders als alle anderen, nur weil ich sonst eher selten bis gar nicht in so einem Klotz wohne.

Pinke Blüten. Wenn ich zurück bin, werde ich mal nachforschen, was hier alles grünt und blüht.

Schaufenster. Und das sind nicht etwa so Schwämme zum abschrubbeln unter der Dusche. Diese sind aus Papier.

Große Baustelle mit kleiner Kirche und riesigem Kran.

Genau dort will ich sitzen.

Leider ist mir der Weg versperrt.

Dafür kann ich aber nochmal die Baustelle mit Kran und Kirche in ihrer ganzen Pracht knipsen.

Ach ja, ich bin übrigens mittlerweile am Hafen angekommen.

Dort ragt das Design Centre sogar über die großen Schiffe. Vielleicht besuche ich es mal in den nächsten Tagen.

Ich werde mir einen anderen Ort zum baden suchen.

Mit Hut.

Wer träumte nicht davon einmal in einer Eiswaffel zu sitzen?

Das war einmal eine Zuckerfabrik. Nun ist nur noch die Ruine übrig.

Direkt daneben ist ein kleines Café. Es sieht so gemütlich aus und deshalb mache ich eine erste Kaffee Pause. Der Cappuccino war leider mit viel süßer Sprühsahne und Kakaopulver. Hatte ich vergessen. Immer besser einen Kaffee mit etwas Milchschaum bestellen.

Nach dem Kaffee weiter laufen. Hier könnte ich einen Malkurs besuchen. Die Kurse finden aber momentan nicht statt.

Street Art.

Und plötzlich stehe ich vor der Seilbahn nach Monte. Davon hatte ich schon gelesen.

Und während ich noch darüber nachsinne, ob ich mich traue oder nicht, hab ich plötzlich eine Karte in der Hand und stehe in der Warteschlange.

Und sitze kurze Zeit später in einer Gondel (alleine, wegen Abstand) und gondele weit oben über der Stadt herum.Ich finde mich sehr mutig.

Kommt ein großer Wal aus dem Fenster geflogen und schwimmt durch das Häusermeer.

Oben angekommen laufe ich am Botanischen Garten vorbei und treffe kurz danach auf die berühmten Korbschlittenfahrer von Monte. Ich möchte aber nicht gleich wieder zurück. Und ganz sicher nicht mit einem schlitten. Ich habe keinen Mut mehr für eine Schlittenfahrt übrig.

Wäscheleine vor dem Korbschlittenfahrer Häuschen.

Dann liegt die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte vor mir. Ich gehe nicht die große Treppe hinauf sondern laufe durch einen kleinen Park mit vielen schönen blauen Lilien. Diese sogar mit Hummel im Anflug.

Heilige Füße.

Noch mehr heilige Füße. Vielleicht sollte über eine Restaurierung nachgedacht werden.

Lampe vor Engeln und Heiligen.

Wieder im kleinen Park bestaune ich die Eidechse und treffe eine Frau die mir auf mein ‚Hola‘ lachend beibringt, dass ich ‚Bom dia‘ sagen soll. Das tue ich dann auch gleich mehrere Male hintereinander und sie geht lachend davon.

Und dann kommen plötzlich so ungefähr 15 Korbschlittenfahrer im Stechschritt den sehr steilen Berg herauf, den sie an anderer Stelle heruntergeschlittert sind. Die haben wirklich Kondition. Und nicht wenige von ihnen mit einer Zigarette in der Hand.

Einige ihrer Kollegen hatten leider nicht das Glück einer verkauften Fahrt. Hier, wie an sehr vielen anderen Stellen auch, ploppen die Corona Auswirkungen ins Leben und den Alltag der Menschen. Auch in mein Leben.

Weil Erica mir vor meiner Abreise so sehr vom Botanischen Garten in Monte vorgeschwärmt hat, besuche ich ihn und mache viele Fotos für sie.

Und weil ich mittlerweile sehr heiße Füße habe und überall von Wasser umgeben bin, stecke ich meine Füße gleich in den ersten Teich der mir begegnet.

Es gäbe noch viele weitere Gelegenheiten aber ich belasse es dabei.

Ich hatte mal eine Schuldkröte die Adele hieß.

bei der Arbeit. Wasserlinsen zur Seite spritzen.

Müder Buddha mit Maus.

Gemustert.

Das Handgelenk greifen.

Seilspringen, Füße.

Seilspringen, Hand.

Seilspringen Haare.

Seilspringendes Mädchen.

Gemeinsam sitzen.

Ist das die berühmte Hasenohr Pflanze von der ich bisher noch nie was gehört habe?

Zum Abschied vom Botanischen Garten noch eine Hortensie. Eigentlich war sie viel mehr hellblau und sehr hübsch. das ist leider nicht zu erkennen.

Und noch ein kleiner eingerollter Farn mit Spinnwebe.

Direkt gegenüber der Seilbahn. So viel bunte Wäsche.

Ich fahre nicht mit den Korbschlittenfahrern den Berg hinunter sondern wieder mit der Seilbahn. Hatte ja die Hin- und Rückfahrkarte gekauft.

Hinunter ist, zumindest auf die ersten Meter, nochmal viel aufregender als hinauf.

Traumhaus überflogen. Man müsste einiges an Arbeit hineinstecken aber am Ende wäre es ein wunderschönes rotes Haus.

Nachdem ich mich während der 15 Minütigen Seilbahnfahrt etwas ausruhen konnte, stand nun noch der Heimweg an. Noch eine halbe Stunde bis zum Hotel. Unterwegs traf ich die Blumengeschmückte Sissi, deren erste Alleinreise sie 1860 nach Madeira führte. Sie wollte sich hier von einer Lungenkrankheit erholen.

Ich hatte nicht vorgehabt gleich am ersten Tag so viel zu laufen und war entsprechend platt als ich endlich im Hotel war. Zuerst habe ich noch ein paar Runden im Pool gedreht. Außer mir war niemand dort. Anschließend Käsebrot mit Tomate und Bier und dann ganz schnell ins Bett.

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2 Kommentare

  1. Danke für die schönen Bilder aus Funchal! Ich war auch letztes Jahr auf Madeira, allerdings weiter westlich.
    Und die blauen Blüten gehören nicht zu einer Lilie, sondern zu den überall wachsenden auf Madeira wachsenden Agapanthen.
    Gruß,
    Maria

    1. Liebe Maria, wie schön, dass Du die Bilder magst. Madeira ist eine so wunderschöne Insel. Und wir haben beide Recht: der wissenschaftliche Name der Schmucklilie ist Agapanthus.
      Ganz herzliche Grüße

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