KW 51/52 – Der Rest vom Dezember

Die letzten zwei Wochen waren in diesem Jahr nicht so wirklich durchgängig hübsch. Ich war krank und habe mich meistens etwas unlustig gefühlt. Die Kopfschmerzen der letzten Woche nahmen kein Ende. Trotzdem war ich, wie auch im letzten Jahr, beim Weihnachtskonzert vom großen Kind. Da er noch zu den Anfängern gehört, war die Darbietung nur kurz aber meine liebe Freundin S., die J.’s Mutter ist und ich und Oma und Opa waren natürlich unglaublich stolz. In der Pause musste ich leider gehen, denn ab da war ich richtig krank.

Und so blieb es dann auch. Ich lag also an meinen letzten zwei Arbeitstagen abwechselnd im Bett und auf dem Sofa und habe die „Wir-putzen-und-räumen-unsere-Büros-fit-für’s-nächste-Jahr“ Party verpasst. Aber die tollste Kollegin hat mit ein Stück vom Party-Kuchen und ein Geschenk vorbei gebracht.

Der alljährliche Besuch aus Köln kam angereist. Wir haben viel erzählt, gekocht und gegessen wie es sich gehört und wie wir es gern haben und an einem Abend kamen noch A.&T. dazu. Und obwohl wir fast alle gesundheitlich etwas angeschlagen waren und deshalb nur kleineste Mengen vom roten Lieblingsgetränk (Aperol Sprizz) trinken konnten, kam am nächsten Morgen nur ein heiseres Krächtzen aus meinem Mund. Also habe ich am Nachmittag mit Erica auf dem Sofa und neben dem Weihnachtsbaum gesessen und die Geschichte mit den goldenen Nüssen angesehen und Erica erzählen lassen. Und dann ist noch etwas fast unerhörtes passiert: Auf dem Heimweg fahre ich traditionellerweise, also eigentlich fast immer, aber eben nur fast, bei H.&M. vorbei. Dort gibt es ein Getränk, die N. ist auch da und wir erzählen ein wenig was so los war, denn wir sehen uns nicht so oft. Bisher hatten wir immer kurz vorher nochmal darüber gesprochen. Diesmal hab ich gedacht „Ach, das ist nicht nötig, die sind schon da.“ Und dann stehe ich vor der Tür, klingele, klingele nochmal. Nichts passiert. Ich stelle die Weihnachtstüte vor die Tür und wundere mich. Später erfahre ich über Sozial Media: Sie sind im Urlaub an der See. Sowas! Aber es ist ihnen herzlich gegönnt. Am nächsten Tag fühlt sich der Hals noch etwas kratzig an aber ich hole Erica ab und wir fahren zusammen zur weiteren Familie zu Kaffee&Kuchen, erzählen und lachen und weil es Legobegeisterte Kinder gibt wird immer auch gebaut. Sehr schön ist das.

Langsam geht es mir auch besser und am zweiten Feiertag mache ich mit S., die leider auch krank ist, einen kleinen Spaziergang über einen mir fast unbekannten Friedhof. Die S. bringt eine Kugel ans Grab von Oma&Opa und ich freue mich über den schönen Grabstein, den hatte ich noch nicht gesehen.

Später sitzen wir unterm Weihnachtsbaum und erzählen uns Urlaubspläne für’s nächste Jahr bis das Kind kommt. Dann gibt es Kartoffelsalat und Würstchen und dann werde ich müde und fahre Heim ins Bett. Am Donnerstag wasche, räume und putze ich in der Wohnung herum und packe meine Reisetasche, denn am Freitag will ich nach Köln fahren. Nicht mit dem Besuch, denn der ist schon abgereist. Und auch nicht um den Besuch zu besuchen denn M.&I. fahren an die See. ABER: Ich darf ihre Wohnung als Ferienwohnung nutzen. Vorher mache ich noch einen großen Spaziergang. Zuerst zum Gorilla. Er sitzt noch an seinem Platz, ist nur etwas nass. Anschließend klingele ich bei meiner Yoga-Freundin S. und wir drehen eine große Runde durch den Park.

Zum Abendessen kam die beste Nachbarin vorbei. Wir hatten uns eine Weile nicht gesehen denn sie hatte oft frühen Frühdienst oder späten Spätdienst oder ganz normalen Dienst oder war irgendwo unterwegs. Es gab scharfe Nudeln so wie wir sie am liebsten mögen. Verabschiedet wurde ich mit ungefähr folgenden Worten: „Und wenn du wegfährst kommt wieder der dicke Elefant“. Dabei ist er doch weiss. Und ich frage mich, was wohl so vor sich geht in meiner Wohnung, während ich nicht da bin. Tanzende Elefanten auf dem Küchentisch?

Und schon steht der Freitag vor der Tür. Der Zug, der mich nach Köln bringt, hat nur 35 Minuten Verspätung, der Anschlusszug in Frankfurt ist zwar weg aber ein anderer Zug steht bereit und so komme ich entspannt in Köln an. Ich packe gleich die Tasche aus, freue mich über meine schöne Ferienwohnung und laufe los zum einkaufen.

Und weil es noch so früh ist und das Licht so schön, fahre ich zum Rhein und laufe am Ufer entlang.

Während ich dort lang laufe, stellen sich die ersten kleinen Bosporus-Gefühle ein.

Am Abend schaue ich noch der Sonne zu wie sie unter geht und liege um 22 Uhr im Bett.

Am nächsten Morgen war ich zum ersten Mal wieder fit für Yoga. Also rauf auf die Matte. Etwas steif habe ich mich nach 9 Tagen ohne biegen gefühlt, deshalb freue ich mich, jetzt wieder jeden Morgen üben zu können. Anschließend war ich auf dem Markt und um 14 Uhr hatte ich eine Verabredung mit Smilla, zu der ich sogar abgeholt wurde. Ich habe den roten Kater begrüßt und die Micro-Katze kennen gelernt, bekam eine ausführliche „neue-Wohnungs-Führung“ und wir haben gemeinsam mit D. einen Tee getrunken. Und dann wurde es Zeit für das eigentliche Vorhaben: Einkaufen. So Bekleidung. Also Shopping. Und das können wir beide zusammen sehr gut. Schon immer eigentlich. Wir gehen in ein Geschäft, schauen einmal rundherum und wissen ob es was für uns gibt oder nicht. Genauso war es dann auch und sogar noch einfacher denn wir waren nur in drei verschiedenen Läden von denen Einer eine Drogerie war und deshalb nicht so richtig zählt. Im ersten Laden waren wir gleich so erfolgreich, dass wir anschließend nur noch wegen ein Paar Socken in einen anderen Laden mussten. Auf dem Weg von der Drogerie zum Café habe ich mich gefühlt, als wären nicht 30 Jahre vergangen sondern wie mit Anfang 20 vor einem Party Abend. So schön war das. Auch ohne Party-Aussichten. Oder vielleicht auch gerade weil keine Party am Abend auf uns gewartet hat. Am Sonntag waren wir für eine Ausstellung im Museum Ludwig verabredet. Auf meinem Weg dort hin gab es Seifenblasen neben dem Dom.

Und im Museum eine so sehr lange Schlange, dass wir mutlos wurden und stattdessen am Rhein entlang spaziert sind. Neben dem Schokoladenmuseum gibt es ein Sport & Olympiamuseum – das hätte meinem Vater sicher gefallen. Besucht haben wir es nicht.

Stattdessen haben wir geplaudert und geknipst.

Und so wurden die Bosporus-Gefühle noch etwas grösser.

Später am Abend erschöpft ins Bett gefallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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