Gräber und Katzen

Mit der Eingewöhnung an schönen Orten klappt es bei mir meistens schnell und so begann auch der zweite Tag in Marrakesch mit Tee und Yoga auf der Dachterrasse. Während ich auf das Teewasser wartete lag ich auf dem Bett und erfreute mich an dem Anblick dieser kleinen Klunker die an meiner Tür hingen.

Da ich bei meinen letzten Besuchen in Marrakesch einfach durch die Straßen getrödelt bin,  wollte ich diesmal etwas besonderes ansehen. Am liebsten einen Friedhof denn ich mag Friedhöfe sehr. Ich spazierte von der Mellah (mehr dazu bitte hier), dem ehemaligen jüdischen Viertel in dem ich wohnte, zu den Saadier-Gräbern, die ganz in der Nähe waren. Der Weg dort hin war schnell gefunden. Am Bahia Palast vorbei, über den Place des Ferblantiers (Platz der Lampenmacher), an  Läden mit Haushaltswaren vorbei, in eine Gasse nach rechts, in eine Gasse nach links, hier ein Katzenfoto, dort ein neugieriger Blick in die kleinen Läden….bis zur Moschee und dann nochmal um eine Ecke und schon war ich da. Es gab keine Schlange am Eingang und auch nicht an der Kasse und so konnte einfach hineingehen.

Schön war es durch den Hof zu laufen und Zeit zu haben um mir alles ansehen zu können.

Die Mosaike und die dicken Zitronen die sich auf die Gräber senken.

Die Tauben die in den Mauern wohnen.

Und die auch gerne auf den Dächern thronen.

Meine Begeisterung für Baustellen und Restaurierungsstätten kam ebenfalls nicht zu kurz.

Es gab Gerüste an den Mauern und manchmal auch Absperrungen. Ganz hinten, am Ende fast, habe ich einen wunderbaren Platz im Schatten gefunden um mich etwas von den 38° um mich herum zu erholen.

Ein Haufen Geröll mag man nun denken. Aber das wäre zu kurz gedacht.

Ich durfte lange dort sitzen und einem der Menschen zusehen der mit der Restaurierung beschäftigt war bzw. gezeigt hat wie all die schönen Mosaike entstehen.

Ich erlebe ja unterwegs immer unheimlich viele schöne Sachen. Dort zu sitzen und zuzusehen war mit eines der schönsten Erlebnisse.

Später ist mir dann noch diese hübsche Tasche mit Kehrblech begegnet.

Die Tasche gehörte dieser netten Dame mit Hut. Wir hatten ein lustiges Gespräch und ich durfte sie beim Fotografieren fotografieren.

Und ihr Motiv habe ich dann auch gleich noch mit eingefangen.

All die kleinen Mosaike und Schnitzereien  machten mir so viel Spaß.

Und vielen anderen Menschen auch. Deshalb kam ich manchmal nicht näher ran. Auch nicht auf Zehenspitzen.

Eine Pause war nun dran. In einem hübschen Café (die gibt es auch an fast jeder Ecke) mit Blick auf das wilde Treiben auf dem Platz vor der Moschee an der die Saadier-Gräber liegen. Menschen brausten mit ihren Mopeds durch die Straßen, Kinder kamen in kleinen Gruppen angerannt. Hurra die Schule ist aus.

Katzen die noch am Morgen träge auf, in und vor den Körben und Taschen gelegen hatten, stritten sich nun um das Futter. Ich saß mitten drin und trank Cola die mir nur schmeckt wenn ich unterwegs bin. Seltsam.

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