51 KW Dezember 2022 – Glatteis, gründliches Regenwetter und ein Geschenk

Montagmorgen war weder an Rad fahren, noch an laufen zu denken. Glatteis. Schon beim Zähneputzen konnte ich sehen, wie Menschen auf der Straße herumgerutscht sind. Ich schloss mich ihren an und rutschte zur Straßenbahn. Die fuhr mich aber auch nicht bis zum Ziel, sondern ich musste die letzten Stationen laufen bzw. rutschen. Unterdessen kamen allerlei Nachrichten per WhatsApp von Kolleginnen, die Verspätung meldeten.

Auf dem Heimweg kam ich am Frisörladen Haarbibis vorbei. Ich mag den Namen und weil ich seit ein paar Tagen einen ganz dringenden Haarschneidewunsch hatte und mir klar war, dass ich vor den Feiertagen nirgendwo einen Termin bekommen würd, ging ich spontan hinein. Zwei Minuten später saß ich mit einem Umhang vor dem großen Spiel. Mein Wunsch war ein Bob. Zuallererst wurde ich gefragt, ob ich mir beim letzten Mal selbst die Haare geschnitten hätte. So schlimm sah es also auf meinem Kopf aus. Mir fiel dann ein, dass mein letzter Friseurbesuch im Juli in der Türkei stattgefunden hatte. Im Spiegel konnte ich beobachten, wie mein Kopf bzw. meine dünnen funzeligen Haare etwas ratlos betrachtet wurden. Waschen wurde als nicht nötig befunden, weil es ja draußen so kalt war. Sehr sorgfältig und vorsichtig wurden mir im Folgenden die Haare geschnitten. Weniger kurz als ich angezeigt hatte und auch ohne Ausdünnen der Haare, weil eben dünn und funzelig, das wurde aber viel freundlicher ausgedrückt. Am Ende war ich sehr zufrieden. Die Haare waren kürzer und sahen ordentlich aus und ich musste nur ca. 30 Minuten still sitzen. So mag ich das. Vielleicht gehe ich wieder dort hin, damit der nette Frisör ein wenig üben kann, dünne Haare zu schneiden.

Dienstagmorgen waren es plötzlich 5°. Mir war das viel zu warm, ich hätte so gerne noch etwas länger Schnee gehabt. Wenigstens konnte ich wieder mit dem Rad zur Arbeit fahren. Dort ging es weiterhin wild zu, aber ich hab alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Plus einige Extras. Bis zum Ende der Woche regnete es täglich mal mehr, mal weniger gründlich und ausdauernd.

Am Mittwoch war der letzte Arbeitstag. Der war nur noch halb so wild wie die Tage zuvor, weil ich wirklich fast alles erledigt hatte, was auf meiner Liste stand. Ab 15 Uhr gingen dann die Ferien los. Das war wirklich eine große Erleichterung. Denn obwohl ich ja fast den ganzen November Urlaub hatte, war in den Wochen danach so viel zu tun, dass ich schon wieder sehr urlaubsreif bin.

Donnerstagmorgen war ich zwar um 5:30 wach, habe aber die Augen sofort wieder zugeklappt und nochmal bis 8 Uhr geschlafen. Und dann bis 9 im Bett herumgelungert und gelesen und an die Decke geguckt. Danach begann das große Räumen, Putzen und Betten machen, denn der alljährliche Kölner Besuch wurde erwartet und kam am Nachmittag auch an.

Am Freitagmorgen war ich früh wach und saß Kaffee trinkend und lesend im Wintergarten, während ein Teil vom Besuch noch schlief und die andere sich für eine Frühstücksverabredung vorbereitete. Sehr gemütlich, das alles. Später habe ich eingekauft und mit der A. im Café gesessen und noch allerlei Dinge erledigt.

Auf Samstag hatte ich keine Lust. Also nicht, weil Samstag war, sondern weil Weihnachten losging und ich in diesem Jahr keinerlei Weihnachtslust verspüre. Das ist schwierig, weil ich von Weihnachtsmögenden und sogar Weihnachtsliebenden Menschen umgeben bin. Nun ja. Und weil Erica nicht ohne Weihnachtsgesellschaft sein soll, fahre ich zu ihr. Wir schmücken den Baum, zum ersten Mal mit Lichterkette statt echter Kerzen. Das erscheint mir sichererer angesichts wachsender Vergesslichkeit. Im Fernseher läuft Der Doktor und das liebe Vieh und Erica amüsiert sich über die altmodische Kleidung vom Doktor und dessen Haushälterin. Später fahre ich durch die Dunkelheit nach Hause und frage mich, wie jedes Mal in den letzten 5 Jahren, ob es wohl das letzte Mal war.

Sonntagmorgen fährt der Besuch zum Familienbrunch und ich mache einen Spaziergang, bei dem ich sehr nass werde. Schon währenddessen und dann den ganzen Nachmittag und Abend musste ich viel niesen und die Nase lief ununterbrochen.

Am Nachmittag waren beide wieder zurück und wir hatten Zeit zum Erzählen und für ein leckeres Abendessen. Es gab Pilzgulasch à la bourguignonne, zum ersten Mal in diesem Winter. Das Rezept gibt es hier und ich habe Rote Bete statt Möhren genommen. Das hatte sich in den letzten Jahren bewährt.

Fast vergessen:

Am Samstag klingelte es Mittags an der Tür und mir wurde ein Päckchen überreicht. Seit 5 Jahren ungefähr habe ich meine Kamera. Und seit dem ersten Tag fand ich den Kameragurt unbequem und hart und kratzig. Am Dienstag hatte ich mir endlich einen neuen bestellt und am Samstag kam er an. Er ist so toll weich und breit und bequem. Ich bin ganz hingerissen. Und natürlich finde ich es auch hübsch. Schönes Geschenk von mir für mich.

Schöne Feiertage an alle Feiernden.

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