48 KW November/Dezember 2022 – Manchmal dauert die Ankunft länger als gedacht

Um hier mal wieder in den Tritt zu kommen, überspringe ich ein paar wenige Urlaubstage, von denen ich hoffentlich in den nächsten Wochen noch berichte.

Deshalb begann diese Woche erst am Dienstag. Da ging ich am Morgen noch in Tanger zum Morgenkaffee ins Café und ließ mich danach mit dem Taxi zum Flughafen fahren.

Der Rest des Tages und auch ein großer Teil vom Abend ist mit ziemlich bewegungslosem sitzen in Verkehrsmitteln gefüllt. Zwischendurch, in Madrid, renne ich mal wie wild durch den Flughafen und erwische tatsächlich am Ende noch den Flieger. Nur mein Koffer rennt nicht mit und so bin ich am Ende des Tages in Frankfurt, aber der Koffer noch nicht. Ich steige also ohne Koffer in den Zug, habe dort mit dem Zugpersonal ein schlimmes rassistisches Erlebnis, aber mit dem Bordbistro – Personal das allergrößte Glück. Um 24 Uhr bin ich zu Hause und um halb 2 im Bett.

In der Nacht wurde ich immer mal wach und wusste nicht, wo ich bin. Am Mittwochmorgen kam mir alles seltsam vor. Das Wetter war nass und den ganzen Tag wurde es nicht hell. Mir fehlte mein Koffer für das Ankunftsritual. Ich packe gerne aus und wasche, wenn ich zu zurückkomme. Weil aber ein großer Teil von mir noch gar nicht angekommen war, lag ich viel herum und habe gelesen und geschlafen. Ganz kurz war ich einkaufen. Wie gut, dass ich den Rest der Woche noch frei hatte.

Auch am Donnerstag fühlte ich mich den ganzen Tag noch nicht angekommen. Es gab Obstsalat zum Frühstück und den größten Teil des Tages verbrachte ich wieder mit lesen. Die Yogastunden für den Abend habe ich auch noch vorbereitet und auf den Koffer gewartet. Um halb 16:30 fuhr ich zum Yoga und es war schön, dass sich alle gefreut haben, dass ich zurück bin. Als ich um 20 Uhr zurückkam, war immer noch kein Koffer da.

Die ersten Schneeflocken des Winters habe ich am Freitagmorgen gesehen. Das war schön. In der Nacht war ich auch wieder aufgewacht und musste überlegen, wo ich bin. Der Koffer kündigte sich zwischen 13 und 14 Uhr an. Da hatte ich noch Zeit vorher mal schnell ins Büro zu fahren, um zu hören, wie die Lage ist und mit zwei Kolleginnen einen Kaffee zu trinken. Kurz nachdem ich nachhause gekommen war, kam endlich der Koffer und wurde mir vom netten Nachbarn sogar bis vor die Wohnungstür getragen. Danach konnte das große Waschprogramm beginnen. Währenddessen kam noch Spontanbesuch zum Kaffee und weil es so schön war und wir irgendwann Hunger bekamen, haben wir den Kaffeenachmittag bis nach dem Abendessen ausgedehnt. Es war fast ein Pizza-Freitag ohne Pizza, stattdessen mit Gemüse in Kokosmilch und Reis. Und die Gartenchefin hat gefehlt, das war schade.

Samstag war ich mit Erica einkaufen. Sie hatte vergessen, dass ich komme, obwohl ich es im Kalender eingetragen hatte. Vergesslichkeit ist ein sehr großes Thema geworden im letzten halben Jahr. Noch größer als bisher sowieso schon.

Sonntag war ich von 11 bis 17:30 beim Polarmarkt. Das ist der Winterflohmarkt vom Kulturzentrum Schlachthof, in dem ich arbeite. Dort traf ich die Kollegin und wir hatten zusammen einen Stand. Unsere Einnahmen waren recht gut und ich hab auch nur ein weißes Hemd gekauft, weil ich am Tag zuvor das weiße Urlaubshemd hellblau verfärbt hatte. Ansonsten hatte ich zwar Blick auf das schöne Kleidungsstück mit den Rosen, aber es war gar kein Kleid und auch kein Rock, sondern irgendwas dazwischen. Also eine kurze Hose mit Oberteil und hinten irgendwie noch sowas Rockartiges dran und alles zusammen war nur ein Teil. Wie so ein Kleidungsstück genannt wird, konnte die Verkäuferin auch nicht sagen.

Was ganz besonders toll war: Als ich bei Erica war, hatte meine Blumenladen-Freundin eine Papiertüte für mich abgegeben. Darin war ein Winterkranz aus Heidekraut. Ich hatte schon gedacht, dass ich in diesem Jahr eben keinen Kranz habe, weil ich einfach zu spät bin. Und dann so eine Freude. Und von der Yogafreundin kam noch ein Kartenadventskalender angeflogen. Nun ist es schon etwas winterlich in der Wohnung und vielleicht hänge ich in den nächsten Tagen auch noch ein paar Sterne an die Fenster. Am Sonntagabend fühlte ich mich dann auch zum ersten Mal angekommen.

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6 Kommentare

  1. Das war ja ein schöner langer Urlaub mit Fortbildung. Ich habe mich sehr an den schönen Fotos erfreut.
    Ich habe ja auch eine Erika
    (mit “k”) und kenne das Problem mit der Vergesslichkeit, bei uns kommt noch dazu das sie nirgends mehr hin will, jedesmal ein Kampf.
    Eine schöne Woche !

    1. Vielen Dank, darüber freue ich mich sehr.
      Und ja, es war wirklich toll mal so lange weg zu sein.
      Unsere Erik(c)as sind vielleicht irgendwie miteinander verbunden,
      denn meine will auch nicht mehr so richtig irgendwo hin will.
      Außer zum Einkaufen. Ich kämpfe da nicht mehr, weil ich denke,
      mit 89 Jahren darf man alles, was man will. Auch herumsitzen und nicht rausgehen.
      Und ganz besonders: sich am liebsten von Kuchen und Torte und Schokolade ernähren.
      Liebste Grüße

      1. Kuchen und Torte – ich erkenne starke Ähnlichkeiten !
        Ich denke auch mit 89 und 91 darf man alles, allerdings denkt mein Bruder, bei dem sie wohnt, da anders. Bei ihm muss sie funktionieren wie ein Uhrwerk. Sehr schwierig für mich. Liebste Grüße zurück !

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