31 KW Juli 2019 – Teil I, Was ich in Weimar gemacht habe

Am Wochenende hatte ich überlegt eine kleine Fahrradtour zu machen. An der Fulda entlang, so weit wie ich komme und dann irgendwo übernachten. Nun war aber Regen und Gewitter angesagt. Kurz überlegt und dann beschlossen: Ich fahre nach Weimar. Da gibt es Museen und einen schönen Park. Zugticket gebucht, Hotel gesucht, Rucksack gepackt. Los geht’s. Die Fahrt dauert etwas länger als zwei Stunden. Ich lese und schau aus dem Fenster. Der Himmel ist bedeckt und zwischendrin immer wieder Regenschauer. In Weimar ist der Himmel bei meiner Ankunft blau. Dann wieder grau. Und wieder blau. So bleibt es bis zum Abend. Auf dem Weg zum Hotel komme ich an einem Hasen vorbei.

Am Bauhaus Museum (da will ich gerne hinein).

Am Stadtmuseum. Dort ist die  Ausstellung „Vom Hemd- zum Hängerkleid, Damenmode zwischen Goethe- und Bauhauszeit“, montags geschlossen, Besuch für Dienstag vorgenommen.

Ich biege ab vom direkten Weg zum Hotel und finde eine alte Tür, …

ein Schieferdach mit kaputtem Fenster, …

… einen autonomen Superman …

und bin überrascht und erfreut darüber, dass es noch Fachgeschäfte für Schirme und Taschen gibt.

Ein Hotel Elephant gibt es auch. Ich wohne nicht dort. Schade.

Ich wohne schräg gegenüber von diesem schönen und unbewohnten Wintergarten.

In meinem Hotel angekommen bin ich amüsiert über die verstörende Romantik und stelle fest: ich war schon mal hier. Vor vielen Jahren. Bei einem Seminar oder Fachtagung oder sowas.

Schnell auspacken, abduschen und dann geht es los zum Yoga. Ich hab mir unterwegs ein Yogastudio ausgesucht, es ist sogar recht nah beim Hotel. Unterwegs komme ich an Schmetterlingen vorbei.

Wir sind eine kleine Gruppe und der Unterricht ist richtig gut, tolle Anleitung, alles ganz bodenständig und ich fühle mich hinterher wunderbar.

Und ganz besonders hübsch sind auch die Räume. Ich mag die Tapete.

Nach dem Yoga laufe ich in der Abendsonne in die Innenstadt und bewundere die Häuserfassaden.

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Am Platz der Demokratie scheint die Sonne besonders schön und wundere mich über die vielen Ginko Bäume überall.

Goldene Balkone an der Hochschule für Musik Franz Liszt.

Der Fuß von Carl August im Steigbügel mit Abendsonne.

Jetzt aber los, nicht immer nur trödeln. Der Magen knurrt. Eine Pizza muss her. Nochmal am Elephant vorbei. Das Hotel hat auch einen Keller, Pizza gibt es dort leider nicht.

Ich finde eine tolle Pizzeria, es gibt riesengroße Pizzen. Ich esse meine auf bis zum letzten Krümel und trinke ein Spassbier und ein richtiges Bier dazu. Zurück ins Hotel. Aber nicht auf dem kürzesten Weg sondern durch den Park.

Im Park treffe ich …

bzw. seine beschuhten Füße und einen Totenschädel.

Einen kleinen Hügel hinauf und schon stehe ich vor einem Friedhofstor.

Mal eben hinein gehen.

Ich beende den Friedhofsbesuch, laufe durch den Park biege rechts ab Richtung Hotel und bleibe noch kurz an einem kleinen „Zu verschenken“ Laden stehen. Ich hab jetzt eine Dose mit zwei Eichhörnchen auf dem Eis und die Metallkugeln klappern in meinem Rucksack wenn ich laufe.

Im Hotel gehe ich gleich ins Bett, lese noch ein paar Seiten und schlafe dann sehr fest.

Ich werde früh wach und habe Lust noch einmal zum Yoga zu gehen. Vorher gibt es Tee im Bett, eine Dusche, der Rucksack wird gepackt und der Schlüssel abgegeben. Ich hatte auf der Karte gesehen, dass ich zum Yoga Studio auch über einen großen Friedhof laufen kann.

Der Friedhof ist wirklich sehr groß und sehr schön und deshalb dauert der Weg etwas länger als geplant. Vielleicht folgen demnächst noch Friedhofs-Fotos. Es gibt viele davon.

Trotzdem bin ich pünktlich. Die Stunde ist wie für mich gemacht denn wir beschäftigen uns mit unseren Füßen.

Ich habe zwar Kaffee Durst und Hunger, gehe aber trotzdem noch einmal über den Friedhof bevor ich mir ein Frühstücks – Café suche. Dort gibt es ein ganz schlimm leckeres Teilchen. Es heißt Zimtknut und ist so eine Art dickes, fluffiges Franzbrötchen.

Während ich esse beobachte ich Leute.

Und werde wahrscheinlich auch beobachtet.

Hund fährt Kutsche.

Auf dem weg zum Bauhaus Museum. Origami am Schaufenster.

Blaue Troddeln am Hutgeschäft.

Schönster Wildwuchs.

Die Kunst des Kaufens habe ich in jungen Jahren mit Erica und meiner Oma in ebenso einem Kaufhaus erlernt. Dabei hatte ich die Hände auf dem Rücken zu halten und mit den Augen zu gucken und nicht mit den Händen.

Kaufen will ich nicht, lieber Menschen gucken.

Ich mag so gerne Löwenmäulchen und ganz besonders wenn sie so zitronengelb sind.

Bis ich Foto bereit bin, sind die Kinder fertig mit Auto fahren.

Oft geknipstes Motiv in Weimar. Für mich klingt der Name wie der Beginn einer Geschichte.

Angekommen am Bauhaus Museum. Ich war nicht so vorausschauend mir ein online Ticket zu kaufen. Nun muss ich zuerst in der Schlange stehen und bekomme dann für 15 Uhr ein Ticket. Ich habe noch zwei Stunden Zeit.

Dann gehe ich eben zuerst in die Ausstellung im Stadtmuseum.

Diadem mit Perlen und Haarkamm aus Elfenbein.

So als Fuß – Fan interessiert mich natürlich die Schuh Mode. Deshalb sind die folgenden Fotos sehr „Schuh lastig“.

Hutnadeln und Broschen.

Bademode.

Bevor es im nächsten Museum weiter geht, brauche ich unbedingt eine Pause. Die mache ich im Café vom Bauhaus Museum. Ich würde meinen Kopf gerne neben den Dackelkopf legen. Dazu habe ich aber keine Gelegenheit.

Es ist jetzt 15 Uhr und kann los gehen.

Tomás Saraceno, Sonnenuhr für Raumechos hängt an der Decke unterm Ein-/Ausgang.

Puppen von Julia Feininger…

… und ihre Schatten.

Jenaer Glas Schüsseln, die kenne ich aus meiner Kindheit. Erica hat noch immer einige davon – in rund. Ich finde diese eckigen auch sehr schön.

Beim Anblick dieser Kaffeemaschine bin ich sehr verblüfft. Denn so eine hatte ich tatsächlich in meiner allerersten WG mit 18 und keine Ahnung davon, dass sie irgendetwas mit Bauhaus zu tun hat.

Nach 1,5 Stunden Ausstellung ansehen bin ich erschöpft, voller Eindrücke und begebe mich Richtung Garderobe, vorher noch Hände waschen und etwas Wasser ins Gesicht.

Ich komme noch einmal an der Sitzecke vorbei und wundere mich weil sie nun an einem ganz anderen Platz aufgebaut wurde.

Für das Neue Museum habe ich noch 1,5 Stunden Zeit. Ich laufe los und stelle bei meiner Ankunft fest: es hat dienstags geschlossen. Na sowas.

Ich überlege kurz und drehe um in Richtung Innenstadt. Noch einmal am ehemaligen Gauforum Weimar vorbei.

Schnell finde ich ein Café, lese, trinke Kaffee, schaue mich um und freue mich Zeit zu haben die nicht verplant ist.

Um 17 Uhr breche ich auf zum Bahnhof. Falls jemand nach Weimar ziehen möchte: hier wäre noch eine Etage frei.

Ich bin etwas zu früh am Bahnhof, der Zug fährt um 17:55.

Macht nichts. Lesen oder herumgucken geht immer.

Die Fahrt dauert nur wenig länger als geplant und am Ende des Tages sitze ich auf dem Balkon und schaue in den Hinterhofhimmel.

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5 Kommentare

    1. Die kleine Modeausstellung war so ein schönes Überraschungsgeschenk. Damit hatte ich ja gar nicht gerechnet. Ich dachte vorher nur: Weimer-Bauhaus und so…
      Los, mach einen Ausflug. Ausflüge sind toll.

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