2 KW Januar 2020 – Der Wecker, die Meisen und eine zurückgekehrte Leidenschaft

Der Montag Morgen startet wie befürchtet: Der Wecker klingelt und ich will nicht aufstehen. Ich finde es sehr toll früh wach zu sein, ich bin sehr gerne früh an der Arbeit, oder im Park oder am Fluss, am Meer, beim Yoga, auch früh auf dem Markt einkaufen finde ich richtig gut. Nur den klingelnden Wecker und aufstehen kann ich nicht leiden. Sehr schade ist das und es bleibt die ganze Woche so. Dabei sind noch Ferien und der Wecker klingelt nicht schon um 5:45 wie üblich, sondern erst um 6:30, weil ich finde es genügt, wenn ich um 9 Uhr an der Arbeit bin. So ist das leider mit mir und dem Wecker.

Montag am späten Nachmittag gehe ich zum Yoga. Drei Wochen war ich nicht beim Unterricht und dementsprechend habe ich am Dienstag sogar etwas Muskelkater. Aber um 15:30 ist mein Massage Termin und anschließend spüre ich den Muskelkater nicht mehr. Er wird überdeckt von dem Gefühl so 2 bis 3 gebrochene Rippen und eine Menge blaue Flecke zu haben. Puhhh, Thai Massage ist manchmal recht fordernd.

Am Mittwoch treffe ich mich mit der Kollegin im kleinen Café, sie hat noch Urlaub und ich klage ihr mein Wecker – Leid. Natürlich sprechen wir außerdem noch über erfreulichere Dinge

Am Donnerstag startet mein Yoga – Kurs auch wieder. Ich freue mich sehr, alle wieder zu sehen und weil mir das Unterrichten so viel Spaß macht, überlege ich mal wieder wie ich mehr davon machen könnte.

Freitag fahre ich direkt vom Büro zu Erica. Nach dem Einkauf sitzen wir in der Küche zusammen. Erica isst Torte und trinkt Kaffee und ich bin auf Meisen Jagd.

Auf 95% der Fotos ist nur das Vogelhaus, manchmal mit ein paar verhuschten Flügelschlägen zu sehen. Meisen sind wirklich flinke Vögel.

Auch Meisenpopos bekomme ich gut hin.

Nach der Meisen Show am Fenster fahre ich zurück. Ich tausche das Auto gegen mein Fahrrad und los geht’s zum Yoga. Als ich zurück komme mache ich mir ein schnelles Abendessen und beginne dann in der Kiste ganz oben und hinten im Regal zu kramen. In der Kiste ist noch etwas übrig gebliebene Sportbekleidung von vor ca. 15 Jahren als ich noch sehr regelmäßig, man könnte auch sagen irrsinnig oft oder ununterbrochen, in die Mucki – Bude gepilgert bin. Das habe ich jetzt zwar nicht wieder vor, aber ich will mal wieder vorbei schauen. Im Zuge von „ein neues Jahr – neue Ideen“ ist mir eingefallen, dass ich gerne irgendwas mit Musik machen möchte. Und mit Ausdauer. Weil ich keine besonders große Freundin vom Joggen bin, auch wenn ich sehr gerne draußen herumlaufe, muss etwas anderes her. Und der Grund, warum ich früher mit so viel Eifer und ganz besonders großem Spaß in die Mucki – Bude gegangen bin hieß Spinning. Spinning ist wie verrückt Fahrrad fahren bei donnerlauter, bevorzugt elektronischer, Musik. Für mich hatte es immer was von Techno tanzen, aber eben auf dem Rad und zu einer, was mittlerweile für mich wichtig ist, vernünftigen Uhrzeit. Um zu probieren ob es mir immer noch Spaß macht, habe ich einen Probetermin verabredet und dafür wurde die Sportbekleidungskiste durchsucht. Etwas aufgeregt bin ich auch und ich bin sehr gespannt ob ich eine Stunde durchhalte, oder mich einfach mittendrin neben das Rad setzen muss weil ich nicht mehr kann. Ich habe mir eine neue Mucki – Bude ausgesucht in der mir das Kursangebot gut gefällt und wo außerdem noch eine Freundin hin geht mit der ich schon vor 15 Jahren Spinning gefahren bin.

Die Hinterhof – Ringelblume blüht einfach immer weiter.

Im schönsten Sonnenschein fahre ich Samstag Mittag los. Mit dem Fahrrad sind es ca. 15 Minuten und wir treffen uns am Eingang. Umziehen, einen kleinen Besichtigungsgang und dann geht es auch schon los. Schnell fällt mir wieder ein wie ich das Rad einstellen muss, dann beginnt auch schon die Musik und wir fangen an zu radeln. Es ist genauso wie früher: die Musik beginnt, ich klappe meine Augen zu, der Kopf fängt an zu wackeln, die Beine strampeln los und ich bekomme gute Laune. Natürlich ist es nicht so als hätte es die 15jährige Pause nicht gegeben, aber ich breche auch nicht zusammen.

Die ersten Tulpen bohren sich durch das Laub.

Ab unter die Dusche. Anschließend bin ich zu einem Infogespräch verabredet. Ich habe etwas Sorge, dass ich mir das ganze Studio ansehen muss, obwohl ich nur an Kursen teilnehmen möchte. Muss ich aber nicht. Der Trainer ist sehr nett, beantwortet meine Fragen und will mich zu überhaupt gar nichts überreden – sehr schön. Ich bekomme auch ein paar Fragen gestellt und so erfährt er, dass ich Yogalehrerin bin, worüber er sehr erfreut ist und mich fragt ob ich nicht Interesse hätte in die Liste der Vertretungslehrer*innen eingetragen zu werden. Darüber freue ich mich sehr, bin aber trotzdem eher zurückhaltend. So schnell kann es mit der Erfüllung von Wünschen für das neue Jahr gehen. Ich würde schon gerne mehr Yoga unterrichten, aber lieber einen weiteren eigenen Kurs oder manchmal einen Workshop.

Über dem Auestadion scheint die Sonne während ich nach Hause radele und dabei beschließe, es am nächsten Tag gleich noch einmal zu probieren und mir vorerst eine 10er Karte zu kaufen. Zu Hause muss ich frühstücken, lesen, waschen und aufräumen und später dann etwas bloggern. Und ganz schön groggy bin ich auch.

Am Sonntag ist es kalt und leider ist der Sonnenschein verschwunden und so sitze ich, statt wie am Vortag auf dem Balkon, in der Küche für den Morgentee mit Buch. Ich nehme trotzdem das Rad für den Weg, da bin ich dann schon gleich aufgewärmt. Die Freundin steht auch schon vor der Tür, ich kaufe eine 10er Karte und dann startet auch gleich meine 2te Spinning Stunde. Die macht genauso viel Spaß wie am Tag zuvor und ich freue mich über die wiederentdeckte Leidenschaft. Was mir ein wenig Gedanken macht ist mein Eigensinn. Ich hoffe die Spinning Trainer*innen verdrehen nicht innerlich die Augen darüber (ich würde das sicher manchmal tun wenn ich mich in einem Kurs hätte), dass ich nicht unbedingt das tue, was sie sagen sondern einfach zur Musik losfahre. Momentan kann ich es noch mit „ich bin Anfängerin und hab noch nicht genug Kondition“ entschuldigen. Aber ich kenne mich ja und vermute deshalb es wird sich auch mit mehr Kondition nicht grundsätzlich ändern.

Street Art Philosophenweg

Auch nach dieser 2ten Stunde steige ich verschwitzt und glücklich vom Rad und stehe kurze Zeit später unter der Dusche. Schwimmbad- oder Trainingsduschen finde ich ganz toll weil dort immer so viel Platz ist und es so einfach ist abwechselnd heiß und kalt zu duschen.

Auf dem Heimweg schiebe ich mein Rad ein Stück durch die Aue um nicht gleich wieder so loszuschwitzen.

Auch den Philosophenweg schiebe ich noch ein Stück entlang.

Ich finde eine „Zu verschenken“- Kiste und habe nun zwei alte Holzbilderrahmen und hoffe sie sind passend für zwei Fotos die bisher in einem Wechselrahmen steckten.

Ich biege ab in die Gräfestraße. Dort ist ein kleiner Antiquitäten Laden in einer Wohnung den ich bisher nie bemerkt habe. Es werden dort 4 Kaffeemühlen angeboten und eine seltsame Tasse oder Flasche mit der Aufschrift „Christus und die Frauen“.

Ein paar Meter weiter ist eine Hecke aus Berberitzen. Sie leuchten so schön rot. Erinnern mich aber auch sofort an die Hecke in unserem Schrebergarten als wir ihn neu gepachtet hatten. Dort gab es auch eine Berberitzen Hecke und es war unglaublich anstrengend und mühevoll die orangegelben, widerspenstigen Wurzeln auszugraben. Was wir trotzdem voller Enthusiasmus taten – wir wussten damals auch nicht, was noch so alles auf uns zukommen würde: Schnecken- und Wühlmausplagen zum Beispiel.

Am Nachmittag lese ich und bloggere hier etwas rum, kümmere mich um die restliche Wäsche und meditiere mich in eine positive Grundhaltung für die kommende Woche. Wobei die Dinge, die so in der neuen Woche anstehen mir keine Sorgen oder Unwillen oder sonst irgendwelche negativen Gefühle bereiten. Nur der Wecker der wieder um 5:45 klingeln wird…

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