17 KW April 2020 – Den Urlaub fühlen

Kalter Wochenstart am Montag mit 5° und Handschuhen auf dem Weg zur Arbeit. Später ist es sonnig und das Thermometer zeigt 15° mit kühlem Wind. Ich trödele auf dem Heimweg und lese am Nachmittag und Abend.

Am Dienstag wiederhole ich einfach den Dienstag von vor einer Woche: Ich fahre nach der Arbeit nach Mariendorf zum Yoga Video Dreh und komme mir schon total routiniert vor, wie ich da so auf Anleitung rumturne. Mir ist diesmal auch nicht mehr wirklich wichtig wie alles so aussieht, ob der Rücken nun gerade oder schief ist und das T-Shirt Falten schlägt, irgendwelche Zipfel irgendwo rausgucken oder der Bauch zu rund ist. Und weil auch die K. mittlerweile schon viel gelassener ist, ist das Video schneller veröffentlicht als ich „Stop! Ich will doch erstmal gucken!“ rufen kann. Wir hatten sehr viel Spaß und das ist auch zu sehen und zu hören. Und falls jemand mitlachen oder auch nur mal neugierig gucken möchte: hier entlang

Zur Belohnung bekomme ich einen Kaffee im Sonnenschein und einen Barfußspaziergang an den Schafen vorbei durch Feld und Wald und Wiesen.

Als wir zurück kommen begrüßt uns die Nachbarskatze. Als ich dann endlich bereit bin sie zu fotografieren, dreht sie mir den Rücken zu.

Mittwoch warte ich ab 17 Uhr darauf, endlich ins Bett gehen zu können. Sehr groß ist die Müdigkeit. Ich peile 20 Uhr an und schaffe es sogar bis 20:30.

Buga-Bad III am Donnerstag. Ich sehe viele Enten- und Gänsefamilien undSchwäne. Alle schwimmen etwas bergab an mir vorbei.

Als ich Heim komme, beschließe ich endlich Blumenerde zu kaufen und mich um die Balkonkästen zu kümmern. Während ich die Erde kaufe, kommt die Kollegin vorbei und stellt mir 3 Tomatenpflanzen vor die Tür. So ein Glück.

Markteinkauf und Balkon-Kaffee am Freitagmorgen. Dann ins Büro, es mussten noch zwei Berichte geschrieben werden. Danach bringe ich Erica ihren Einkauf und dann laufen wir wieder durch den Wald.

Erica möchte einen Weg gehen, den sie von früher kennt, den ich aber nicht erkennen kann. Meine Einwand nützt nichts: „Ach komm, hier ist der Stacheldraht kaputt, wir gehen über die Wiese und dann muss da der Weg sein. Früher war hier immer ein Weg. “ Es gab keinen Weg. Also haben wir uns wieder, wie schon in der Woche zuvor, durchs Gebüsch geschlagen.

Von dort aus gelangen wir auf einen Waldwirtschaftsweg der uns zur Bildsteinhütte führte. Dort gab es eine Pausenbank für Erica und ich balancierte währenddessen auf den herumliegenden Baumstämmen herum.

Weil ich mir einen Tag gewünscht hatte, der sich anfühlt wie Urlaub, war ich mich am Samstag mit A.&T. zu einem Ausflug verabredet. Und weil die T. so gerne plant, bekam ich schon eine Woche zuvor eine Wanderroute zugeschickt: Lohfelden-Crumbach am Herrenbach Richtung Wattenbach Forsthaus. Mit einem See zum baden. Damit war ich sehr einverstanden.

Samstag um 10:30 treffen wir uns am Bus und schon geht’s los. Nach drei Stationen steigt noch eine Freundin dazu und so sitzen wir mit Mundschutz und großem Abstand im Bus und fahren bis die Reiseleitung sagt: „Wie sind da, hier müssen wir aussteigen“. Nach so ca. 30 Minuten auf geteertem Weg, biegen wir endlich auf einen Feldweg ab und sogleich werden wir aufgefordert die Schuhe auszuziehen – nur ich folge dieser Aufforderung.

Hätte ich meine Urlaubsbegleitung gefragt ob ich ein Foto von ihnen veröffentlichen darf, hätten sie vielleicht ‚Ja‘ gesagt – naja, eigentlich glaube ich das nicht. Deshalb hier so ein Ausschussfoto, um zu erahnen, wie wir da so lang gelaufen sind auf dem schönen Waldweg.

Ich halte kurz den Weiher für den Badesee. Wir müssen aber noch ein Stück laufen.

Nicht mehr weit und schon liegt er vor uns der Stellbergsee. Und zwar völlig einsam.

Deshalb war ich auch schon im kühlen Wasser bevor die Decke für unser Essen so richtig ausgebreitet war. Sehr toll war das.

Natürlich hätte ich auch vom Sprungbrett aus ins Wasser springen können. Das habe ich aber zu spät gesehen. Ehrlicherweise hätte ich mich auch nicht getraut. Genauso wenig, wie mich an dem blauen Seil ins Wasser zu schwingen.

Nach meinem Bad haben wir lange und viel gegessen. Und Kaffee getrunken. Und dann wurde meine Reisegruppe schläfrig. Und ich auch. Aber nur sehr kurz. Dann packte mich ein wenig Abenteuerlust. Also los, vielleicht könnte ich ja einmal um den See laufen.

Und sofort einen Schatz gefunden: Stein mit Glitzer und hellblauem Herz.

Vom anderen Ufer aus konnte ich sehen: Die Reisegruppe schläft noch. Also kann ich trödeln.

Am kleinen Wasserfall rutsche ich aus und sitze plötzlich im Wasser. Nun ist die Hose nass. Ich werde ausgelacht aber es gibt kein Foto – glaube ich jedenfalls.

Dann bekommen wir noch Besuch von einem Hund mit seinen Menschen. Er springt 3x ins Wasser um eine Gummiente zu apportieren. Ich finde er sieht aus als hätte er in Milch gebadet.

Meine Reisegruppe findet wir sollten aufbrechen und die Reiseleitung schaut nach in welche Richtung wir müssen. Wir packen alles zusammen, ich binde mir meine Jacke um die Hüfte damit meine nasse Hose verdeckt ist (das wäre nicht nötig gewesen weil wir niemandem begegnen) und laufen los.

Zwischendurch wird die Reiseleitung sehr für ihre gelungen ausgewählte Tour gelobt. So schöner Boden zum barfuß laufen, tolle Badegelegenheit, prima Wetter, leckere Verpflegung, Wald, Wiesen, Felder, Vogelgezwitscher. Also bekommt sie die volle Punktzahl bei der Bewertung.

Ach nein, stimmt gar nicht. Während wir an der Straße sitzen und auf den Bus warten wird ihr ein Punkt wieder abgezogen: Zu kurz war der Urlaub. Trotzdem sitze ich im Bus und bin glücklich und finde es war ein so sehr toller Urlaubstag – und ich hoffe meine Mitreisenden sind der gleichen Meinung.

Zuhause, während meine Füße in der Schüssel baden, merke ich wie platt ich bin. Ich trinke noch ein Spaß-Bier und wechsele dann aufs Sofa. Dort bleibe ich an einer Krimi Serie hängen. Bis um halb 1. Ich kann kaum glauben, wie spät es ist.

Entsprechend lange schlafe ich heute und vertrödele den Tag. Zwischen den Trödelphasen wasche ich Wäsche und hänge sie auf, beziehe mein Bett, staubsauge, esse zum Frühstück Hasenbrot vom Urlaubstag, lese und putze das Badezimmer. Und vielleicht schaue ich gleich noch die letzten Folgen der Krimi-Serie. Vielleicht gehe ich aber auch sehr bald ins Bett.

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