Schlagwort: Marokko

45 KW November 2022 – 5 Tage Asilah

Schon sehr früh am Dienstagmorgen, nämlich um 4 Uhr, hatte ich eine nette Begegnung. Der Taxifahrer, der mich zum Flughafen fuhr, fragte zuerst, wohin ich denn fliegen und nachdem ich geantwortet hatte, ob ich in Marokko wohnen würde. Ich kam mir sofort vor wie Frau von Welt und musste in mich hineinlachen.

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Hinter der Mauer liegt das Meer – Christl. Friedhof Essaouira

Neulich überlegte die Nachbarin in meiner Gegenwart laut, wohin ihre Urlaubsreise gehen sollte. “Nach Marokko!” rief ich sogleich. Nun reist sie also in ein paar Wochen nach Marokko und ich bleibe neidisch hier sitzen. Und während ich sämtliche Fotoalben, Reiseführer und Bildbände die ich besitze nach nebenan in ihre Wohnung trage und versuche möglichst viele ihrer Fragen zu beantworten, wird meine Sehnsucht immer größer. Und als ich ihr von all den schönen Orten erzähle fällt mir ein, dass ich hier doch mal einen Post über den Friedhof in Essaouira begonnen hatte. Zwei Jahre ist das her. Kann ich ja mal fertig machen den Post.

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Mittwoch, 10. Januar 2018, Große Storchenfreude

Aus dem knisternden Bett gesprungen, Yoga geturnt, kurzes Frühstück. Losgelaufen in Richtung eines Palastes, die sind ja hier fast in jeder Richtung zu finden. Dazu musste/wollte ich den Weg durch die Souks nehmen. Und da bin ich dann sehr verzweifelt. An mir und an all den hübschen Dingen. Plötzlich wollte ich alles haben, konnte alles gebrauchen und sicherlich auch ohne vieles nicht leben. Was war denn nur los mit mir? Ich kenne mich ja und weiß das das “Wir müssen sparen für schlimme Zeiten” Kriegs- und Nachkriegsgen meiner Eltern sich bei mir eher in das “Ich will alles haben” Wirtschaftswundergen verwandelt hat. So schlimm wie gestern war es aber schon lange nicht mehr. Ich brauche nun wirklich kein Gardinendings. Aber es blinkert so schön.

Im Maison du Caftan Marocain gibt es nicht nur Kaftane, sondern auch wunderschöne Bett- und Tischwäsche und Kissenbezüge. An den Wänden im Eingangsbereich hängen Fotos von Menschen, die sich dort eingekleidet haben wie z.B. Gloria Gaynor, Mick Jagger und Charles Aznavour.

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Dienstag, 9. Januar 2018, Ein Garten und zwei Ausstellungen

Mein tolles Marrakesch Riad Dar Sara hat mich den Taxifahrerzwischenfall sofort vergessen lassen. Schon der Innenhof,  in den ich geführt und in dem mir dann ein Tee serviert wurde, war wunderschön und hat nach irgendetwas Leckerem geduftet.

Meine Tasche wurde auf mein Zimmer getragen, in dem schon die Heizung an war. Die Heizung! Hier kommt ein kleiner Nachtrag. Es war schön in Essaouira, trotz Magen- und Kopfschmerzen und Schnupfen und auch trotz der letzten Tage Regenwetter. Aber das Kaminfeuer hat nicht immer ausgereicht um mich aufzuwärmen und die Wärmflasche auch nicht. Deshalb ist die Freude über ein warmes Zimmer so groß. Und dann erst das Bett (da lagen doch tatsächlich Rosenblätter drauf) und die toll knisternde Bettwäsche und die hübschen Gardinen und die Badewanne mit dem knallheißen Wasser. Das Wasser war so heiß, da musste ich später für die Wärmflasche noch nicht Mal den klitzekleinen Tauchsieder bemühen. Luxus und Bequemlichkeit muss ich nicht immer haben, aber sie sind manchmal eine sehr große Freude.

Die Reisefreundin und auch Marokkoliebhaberin A. aus A. behauptet ja, in den Betten der Marrakech Riads am besten in ihrem ganzen Leben geschlafen zu haben. Und ich habe dann auch tatsächlich sehr gut und ausdauernd geschlafen. Aufgewacht bin ich dann leider mit etwas trübem Gemüt. Das passiert mir gerade immer mal, schade. Aber nicht zu ändern. Heute hat ignorieren geholfen. Zum ersten Mal seit 5 Tagen wieder Yoga geturnt und anschließend noch mal kurz ins Bett gelegt zum Tee trinken. Duschen, Haare trocknen, Frühstück. Das Frühstück lasse ich aber in den nächsten Tagen wieder ausfallen, es bekommt meinem Magen immer noch nicht. Zum Jardin Majorelle ( und hier noch ein schöner Artikel über den Obergärtner aus der FAZ) und das Yves Saint Laurent Museum wollte ich gerne. Ich habe ein wenig rumfragen müssen, habe aber dann den Weg gut finden können. Er führte an einem Bioladen vorbei. Da gab es hauptsächlich Getreide.

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1KW Januar 2018 – NousNous/HalbHalb wie der marokkanische Kaffee

Eine Urlaubswoche ist was ganz anderes als eine normale zu Hause Woche. Oftmals grundsätzlich erst mal toll. Aber eben nicht nur.
Die erste Hälfte der Woche, also bis zum Mittwoch so gegen 15 Uhr, war alles wunderbar. Das Wetter sonnig, das Leben leicht, das Meer am Morgen kalt, der Kaffee danach heiß und stark.
Ab 15 Uhr hatte ich dann Kopfschmerzen, Schnupfen und, das war am schlimmsten, Magenschmerzen mit blöder Übelkeit. Anstrengend war das und hat keinen Spaß gemacht. Es hat mit richtig die Laune verdorben und das Gemüt beschwert. Dazu kam noch zwar sonniges, aber sehr windiges und deshalb kaltes Wetter. Essaouira wird eben nicht umsonst auch „windy city“ genannt. Ob ich wohl eine leichte Windempfindlichkeit von Erica geerbt habe? Mir war also kalt, ich konnte nichts essen, meine eingepackte Bekleidung war nicht der Witterung entsprechend und ich jammerte auf hohem Niveau vor mich hin. Trotzdem gab es vieles, was gut war. Zum Beispiel die Wärmflasche, die ich dabei hatte. Die fühlte sich wunderbar an auf meinem Magen und wenn ich einen Ausflug zum Strand unternehmen wollte, habe ich meinen Pyjama drum herum gewickelt und alles zusammen unter die beiden dicken Wolldecken gepackt. Wenn ich später zurückkam war alles prima warm. Das Wärmflaschentier unter den Decken ist hier zu sehen:

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Die Hafenklinik

Vorsicht Katzenalarm!

Ich bin ein großer Fan von Krankenhaus-Serien. Ich glaube, mit der Schwarzwaldklinik hat es angefangen. Die lief zum ersten Mal im Jahre 1984, habe ich gerade nachgelesen. Da war ich erschreckenderweise schon 20 (Ja ich schäme mich jetzt). Es ging dann weiter mit Emergency Room und heute noch finde ich es wunderbar, mich ins Seattle Grace Hospital zu begeben und dort die halbe Nacht im OP zu verbringen. Wahrscheinlich ist mir deshalb auch gleich der Name für die kleine Katzenklinik, links neben dem Eingang vom Hafen in Essaouira, eingefallen.

Ich hab sie schon im Oktober entdeckt. Zuerst war ich sehr erschrocken, denn mir begegneten Katzen in bedauernswertem Zustand.

Und zwar viele davon. Und der größte Teil war winzigklein und in mehreren mülleimerähnlichen Behältnissen untergebracht.

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Die Palastkatze

Ich hatte die Palastkatze ja schon angekündigt. Hier ist sie nun. Ich habe sie getroffen, als ich auf dem Weg zum Ausgang vom Bahia Palast war und habe nicht sofort gewusst, dass es die Palastkatze ist. Ich hatte im Garten vor dem Palast ein paar Katzen gesehen und auch Fotos gemacht, denn selten fotografiere ich mal eine Katze nicht, die ich treffe. Deshalb dachte ich zuerst, es ist eben eine Katze, worüber ich mich immer freue, und gut. Und sie wollte natürlich auch nicht dringend fotografiert werden. Aber vielleicht hat sie sich auch zu Beginn nur geziert. Darf ich also vorstellen: Die Palastkatze.

Besser immer erst mal wegdrehen, wenn man zum Hinsehen, bitteschön, aufgefordert wird. Egal in welche Richtung.

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