Samstag, 2. Juni 2018 -Wie meine Kamera kurz verschwunden war und der Besuch im Katten Kabinet

Es hatte sich richtig abgekühlt über Nacht, also trinke ich meinen Tee im Bett und nicht auf der Terrassentürtreppe. Auch vom Bett aus habe ich einen schönen Blick.

Ich überlege das Stedelijk Museum zu besuchen, anschließend eine Kaffeepause und dann ins Katten Kabinet. Ein Katten Kabinet ist ein Katzenmuseum, für alle die sich darunter auch erstmal nichts vorstellen können so wie ich. Schon beim Gedanken daran werde ich etwas schläfrig. Trotzdem. Onlineticket bestellen. Oh, da bin ich wohl etwas zu spät. Nicht mehr möglich, alles voll. Und auf „in einer langen Schlange anstehen“ habe ich keine Lust. Und schon macht sich Erleichterung breit. Ich kann loströdeln und einen USB -Stick kaufen (das notebook hatte am Abend vorher angekündigt bald wegen Überfüllung zu schließen und ich hörte die Stimme der schlauen S.: „Aber ich hab dir doch extra eine Speicherplatte geschickt (Geschenkt hatte sie sie mir auch noch!). Warum hast Du die denn nicht dabei?“). Und anschließend ins Katten Kabinet.
Erster Halt nach 550 Metern. Zuersteinmal ein Cappuccino im Café Wilhelmina was eigentlich richtigerweise Lunchroom Wilhelmina heißt. Ich habe es immer gerne ein HausCafé zu haben. Hier war ich schon am ersten Tag zum Kaffee. Der Cappuccino ist toll heiß, es gibt sowas seltsames wie „rockigen Zahn“ zum essen, die Bedienung ist sehr nett. Außerdem stehen auf den Tischen jeden Tag so wunderschöne Blumen, was daran liegen könnte, das genau gegenüber ein Blumenladen ist.

Beim Blick auf den Blumenladen habe ich die Idee das die liebe A., die mir ihre schöne Wohnung überlassen hat, einen wirklich großen Blumenstrauß bekommen soll. Allerdings kommt sie erst in einer Woche zurück aus Marokko. Ich trinke meinen Kaffee aus, bezahle und gehe über die Straße um einen Gutschein zu kaufen. Und dann will ich noch gerne ein richtig schönes Foto von dem Pfingstrosenberg machen. Allerdings: „Oh, Kamera weg.“ Ich schwitze vor Schreck. Gehe zurück ins Café und bin glücklich und erleichtert das die Kamera abgegeben und von der netten Mitarbeiterin aufbewahrt wurde. Sie überreichte sie mir mit den Worten: „Die sieht teuer aus, sie müssen gut auf sie Acht geben“. Ich lachte wirr und stotterte „Danke“ und weg bin  ich. Was bin ich erleichtert, ich hätte mich ja nicht getraut der S. unter die Augen zu treten, die mir die Kamera ausgesucht hat. Aus Spaß fange ich an mir zu überlegen mit welcher Attrappe ich hätte versuchen können sie zu täuschen. Das ist ein Teil vom Pfingstrosenberg.

Was mir sonst noch widerfahren ist war glücklicherweise sehr viel weniger aufregend.

Blumenmarkt von hinten.

Schöne Blumenröcke, Spitzenbluse und Haarschleife.

Blumen vor dem Fenster und Glitzerschmuck dahinter. Manchmal bin ich mir bei den Blumen nicht sicher ob sie tatsächlich echt sind.

Das Katten Kabinet ist in der Herrengracht in einem der stattlichen Häuser zu finden. Es gehört zu den nicht neu restaurierten Häusern, was den gewissen Charme ausmacht und auch den etwas vermufften aber für mich freundlichen Duft erklärt. Am Eingang kaufe ich mir eine Eintrittskarte und gebe meine Tasche ab. Dafür bekomme ich eine kleine Karte. Es ist ein ausgeschnittener und laminierter Kopf einer bekannten Katzenfutterfirma.

Alles macht einen etwas düsteren Eindruck durch die dunkle Vertäfelung der Wände und die dicken Samtvorhänge.

Ich finde es schön eins dieser großen alten Häuser von Innen besichtigen zu können und dann noch umgeben von einer großen Anzahl von Katzenfotos, Katzengemälden, Katzenfiguren, Katzenstatuen und anderen Dingen mit „Katzen“ vorne dran, zu sein. Hier ist in der Mitte eine Katzen-Mumie zu sehen und rechts daneben stehe ich.

Einen Raum weiter ist der einzige Sessel schon besetzt.

Und auch auf dem Sofa ist nicht mehr wirklich viel Platz, denn hier liegen zwei von den drei Katzen die ich gesehen habe. Und sie lassen sich von den Besucher*innen sehr bereitwillig streicheln, kraulen, fotografieren und mit Säuselstimmen ansprechen. Ich reihe mich da mit ein, aber selbstverständlich spreche ich nicht mit Säuselstimme sondern in angemessen, ernstem Ton.

Der nächste Raum ist ein roter Salon.

Dort gibt es einen freien Sessel für mich. Und es ist so schön im Sessel zu sitzen und zu beobachten wie alle Menschen die herein kommen und die Katzen sehen, sofort anfangen zu lächeln.

Und ich glaube die Katzen lächeln auch.

Manch eine allerdings verspürt vielleicht auch eine innere Ungeduld und bereitet sich auf eine etwaige Abwehr von zu viel Nähe vor.

Einen kleinen Garten mit einer Ausstellung von Werbetafeln aus Metall, die natürlich alle eine Katze zum Thema haben, gibt es auch.

Besonders eignen sich Katzen wohl um für Schuhcreme zu werben.

Die Katzen haben wahrscheinlich am letzten Wochenende eine Party gefeiert und noch nicht aufgeräumt, denn die Girlande hängt noch verregnet von einem Ast zum anderen.

Zum Abschluss stöbere ich im Museumsshop und amüsiere mich besonders über das Katzen Bingo.

Nach dem Museumsbesuch bin ich wohlverdient müde und hungrig. Zur Entspannung hätte ich dieses Angebot annehmen können. Wollte ich aber nicht. Dann wäre ja das kleine Arrangement zerstört.

Also zuerst etwas essen und dann mit einigen Umwegen Richtung Wohnung schlendern. Dabei bin ich dieser Dame begegnet, der so viele schöne Ideen und Gedanken aus dem Kopf wachsen.

Die drei Mädchen kamen in Begleitung ihrer Mutter auf mich zu gerannt und gesprungen und haben dabei laut gesungen und sich zwischendrin immer mal kaputt gelacht.

Kurzer Apfelkuchenstop im Café Wilhelmina.

Zuhause angekommen Gespräche mit der Katze Zimt. Abenessen zubereiten. Geht ganz schnell. Brot, Käse, Tomatensalat und Bier. Anschließend aufräumen und staubsaugen und dabei wieder etwas Neues entdecken.

Vor dem Licht löschen: den Wecker stellen. Schade, am nächsten Tag fahre ich schon zurück.

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