49 KW Dezember 2019 – Zu öffnende Türen und Päckchen, Arbeitsfreude, Gorillawünsche und ein kleiner Weihnachtsmarkt

Der Missmut vom letzten Sonntagabend ist glücklicherweise am Montag wieder verschwunden und so konnte ich gemütlich im Büro sozialarbeiten, später mit der Kollegin zu einer Infoveranstaltung gehen und nach der Arbeit Yoga – Schülerin sein.

Und dazu noch Türchen öffnen. Seit ein paar Jahren bekomme ich von der Yoga-Freundin pünktlich zum ersten Advent einen Kartenkalender. So schön, liebsten Dank.

Als ich von der Arbeit komme ist ein großes Paket angekommen. Das Paket ist mir sehr gut bekannt denn es wird seit so ca. 2-3 Jahren von Kassel nach Köln und von Köln nach Kassel immer wieder hin und her geschickt. Jedes Jahr wird die Schicht mit Klebeband dicker. Im Packet waren 24 Päckchen. Ich habe, wie schon im Jahr zuvor, großes Adventskalender-Glück. Dir auch ganz herzlichen Dank liebste Smilla.

Letztes klitzekleinstes Kapuzinerkresseblatt bevor der Winter kommt.

Am Dienstag bringe ich nach der Arbeit 2 Objektive zur Reparatur. Die haben beide rumgemuckt und nun kann ich für womöglich drei Wochen lang ausschließlich Makrofotos üben. Es gibt durchaus schlimmere Probleme.

So sieht es dann aus wenn ich übe.

Ich erzähle der Kollegin von der Fotopause: „Waas? Keine Fotos? Und was ist dann mit deinem Wochenbericht?.“ Ich, lachend: „Keine Sorge, an Fotos mangelt es mir nun wirklich nicht“. Sie, etwas entrüstet: „Aber es müssen doch aktuelle Fotos sein!.“ Das wusste ich nicht, da hab ich nun was zum nachdenken.

Mittwoch übe ich mit einer Schülerin für ihren Schulabschluss. Sie lebt erst seit 4 Jahren in Deutschland und will so gerne einen Schulabschluss machen denn das war in ihrem Heimatland nicht möglich. Sie hat meine allergrößte Bewunderung und Hochachtung weil sie neben ihrer nicht kleinen Familie noch so viel Energie hat, täglich zur Schule zu gehen und dort nicht nur einfach den Unterrichtsstoff zu lernen sondern gleichzeitig eine neue Sprache und den Unterricht in dieser neuen Sprache. Und jedes Mal sagt sie wie froh sie ist und wie schön sie es findet diese Möglichkeit zu haben. Wenn wir Mathe machen (ich bin eine echte Mathe Niete) lacht sie und sagt: „Ich habe früher immer geglaubt ich kann das alles nicht. Und jetzt lernen ich rechnen“. Und so rechnet sie flink alles aus, während ich mit dem Taschenrechner daneben sitze. Am Mittwoch lernen wir für eine Arbeit am nächsten Tag. Sie wird den Anfang einer Geschichte bekommen die sie weiter erzählen soll. Wir lesen Sindbad den Seefahrer bis zu der Stelle an der Sindbad auf dem Walrücken allein gelassen wird und haben viel Spaß dabei, uns auszudenken was dann wohl passiert sein mag. Den Rest des Tages freue ich mich darüber, wie glücklich sie war, eine Geschichte zu lesen, in der sie bekannten Orten begegnete und bin so berührt von ihrem Mut und ihrer Stärke. Ich bin sehr oft so froh und dankbar, dass ich jeden Tag bei meiner Arbeit all diesen unglaublichen, wunderbaren Frauen begegne.

Ich beende die Woche am Freitag Abend mit einer Yogastunde bei der Freundin. Freitagsyoga mag ich sehr gerne um mich von der Geschwindigkeit der Woche zu verabschieden.

Am Freitag hatte ich auch noch eine Idee: Vielleicht könnte ich den netten Nachbarn vom Plattenladen fragen ob er mir sein Objektiv leiht. Er hat, auf meine Empfehlung, die gleiche Kamera wie ich von seiner Frau geschenkt bekommen. Und er hat genauso viel Spaß mit der Kamera wie ich, nutzt aber nur ein Objektiv und das Zweite, was ich am liebsten mag, liegt rum. Schnell schreibe ich ihm und bekomme ein paar Stunden später die Antwort: „Klar, bringe ich dir mit, kannst du heute im Laden abholen“. So ein Glück. Da wird nicht nur die Kollegin erfreut sein sondern ich kann auch noch ein paar Fotos für Ericas Fotobuch machen. Und deshalb hören hier die Makroübungen erstmal auf.

Am Samstag bin ich früh wach. Nach Yoga, Dusche und Tee auf dem Sofa ist es erst 9 Uhr. Der Energieschub geht los. Der Wintergartenbalkon wird entrümpelt, die Kapuzinerkresseranken abgeschnitten, es sind nun nur noch Reste übrig.

Einige Pflanzen von draußen nach drinnen geräumt.

Noch einen Blick auf das bunte Sommergebimsel werfen und es dann abhängen, denn es klappert und klimpert so laut gegen die Balkontür die jetzt nicht mehr den ganzen Tag und die ganze Nacht offen steht.

Danach schnelles Frühstück und schon fahre ich los zum Einkauf mit Erica. Wir fahren wieder nach Hofgeismar. Dort ist an jedem Adventswochenende ein kleiner Weihnachtsmarkt und den möchte Erica besuchen. Zuerst kaufen wir alle fehlenden Lebensmittel im Supermarkt und laufen dann einmal durch die kleine Stadt. Entlang an Weihnachtsbäumen, die von verschiedenen Kindergartengruppen und Schulklassen mit Gebastel geschmückt wurden.

Ich trödele durch ein paar Läden und Erica freut sich über einen Stand mit gebrannten Mandeln.

Was man mit Amaryllis – Zwiebeln alles machen kann: in Lavendel, Sonnenblumenkernen und Nelken wälzen. Na sowas.

Das Ziel ist selbstverständlich das Café mit der großen Tortenvitrine. Die Wahl fällt auf Himbeerkuchen zum gleich essen und Frankfurter Kranz und Käse – Sahne – Torte zum mitnehmen.

Auf dem Rückweg findet auch noch ein halber Marzipanstollen seinen Weg in Ericas Einkaufstasche. Das Tortenpäckchen trägt sie auf der Hand, wie hier im Hintergrund zu erkennen ist.

Wir fahren Heim in der Dämmerung und als ich noch später in Kassel ankomme ist es dunkel. Ich räume etwas rum, koche mir Suppe und gehe mit Buch ins Bett.

Am nächsten Morgen werde ich wieder früh wach, trinke Tee auf dem Balkon, lese ein wenig, mache kein Yoga sondern klettere auf die Leiter und hole endlich die Kugeln und Sterne und allerlei Gebimsel herunter. Aufhängen werde ich es später.

Kleiner Stern im Fenster.

Zuerst habe ich Lust auf einen Spaziergang. Draußen ist es grau, es regnet etwas und es ist sehr windig. Erica würde sagen es ist ein erbärmlicher Sauwind, ich finde es ist ein toll wilder Wind und ich bekomme Nordsee – Sehnsucht. Ich laufe Richtung Friedhof.

Im Garten vom Blumenladen hängen jetzt Kugeln dort, wo im April Ostereier hingen.

Auf dem Friedhof finde ich eine verschimmelte Mandarine.

Werde etwas traurig bei den Kinder – Gräbern.

Bin ganz verzaubert von den schönen Händen der Engel.

Als hätte ich sie nicht schon unheimlich oft gesehen. Manchmal braucht es etwas Zeit und ich sehe die Dinge plötzlich noch einmal neu.

Mein Ziel ist der Besuch beim Gorilla. Weil um ihn herum die Blätter am Boden liegen, kann ich ihn schon aus der Ferne sehen. Darüber ist er nicht erfreut. Lieber hätte er wieder einen Pflanzen- und Blätterdschungel um sich herum um etwas Privatsphäre zu haben. Er möchte auch nicht schon wieder von der gleichen Seite oder von vorn fotografiert werden sondern ich soll bitte mal zeigen wie es seinem Ohr geht. Nicht gut nämlich. Es ist vom Verband eingequetscht und das gefällt ihm nicht. Wetterfeste Kleidung fehlt ihm auch und ob ich da nicht vielleicht etwas machen kann? Ich bin erstmal etwas überfordert und ratlos. Verspreche ihm aber darüber nachzudenken. Dann muss ich mich verabschieden denn ich erwarte noch Besuch.

Anschließend hänge ich Wäsche auf, räume wieder rum und freue mich als es um 12:30 klingelt und die Freundin vor der Tür steht. Wir tauschen zuerst Müttergeschichten- und Sorgen aus und dann hole ich mir noch Rat bei einem Yogalehrerin – Problem was ich gerade habe. Die Freundin ist auch systemische Beraterin und mir immer eine große Hilfe bei solcherlei Problemen. Und so ist es natürlich wie fast immer: Schon beim erzählen erkenne ich, wie mir der Spiegel vorgehalten wird, dann stellt sie noch ein paar schlaue Fragen und schon sehe ich etwas klarer. Dann müssen wir uns leider schon voneinander verabschieden denn die A. muss noch zur Arbeit. Während ich nun endlich die Kugeln, die Sterne und all das andere Gebimsel in der Wohnung verteile, denke ich noch länger über unser Gespräch nach und bin dabei ganz zufrieden mit mir. Wieder was gelernt über mich. Vielen Dank dafür.

Sommerblüten vom Balkon neben zerbrochenem Dezembergebimsel.

Dann bin ich fertig mit allen Dingen die ich erledigen wollte. Nur der Bügelberg wartet noch. Nun muss ich mich zwischen Bügelberg und hier Bloggern entscheiden. Der Kompromiss: 1,5 Stunden bloggern dann bügeln und später in die Badewanne weil ich so aufgedreht bin. Ich habe eine Woche lang keinen Kaffee getrunken und am Nachmittag mit der A. dann gleich zwei Tassen. Das war zu viel. Davon bin ich nervös und irgendwie ist mir sogar fast etwas depressiv zumute – das ist nicht der richtige Ausdruck dafür, aber es fällt mir kein besserer ein.

  • Zur abendlichen Meditation ist zu sagen: sie hat in dieser Woche leider nur 1x stattgefunden. Morgens klappt es einfach besser. Trotzdem probiere ich es weiter.
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