40 KW Oktober 2019 – Anreise unter erschwerten Bedingungen

Nun entsteht hier zwar so eine kleine Lücke zwischen den Ballonerlebnissen am Montag Morgen in Göreme und meiner Ankunft in Istanbul (es fehlen 3 Tage), aber mir ist gerade mehr danach über meine Zeit in Istanbul zu schreiben. Die fehlenden Kappadokien Erlebnisse kommen einfach etwas später. Meine Fahrt nach Istanbul war diesmal sehr viel anstrengender als in den letzten Jahren. Ich bin am Mittwoch Abend um 19:45 in Göreme losgefahren. Ungefähr 11,5 bis 13 Stunden sollte die Fahrt dauern. Letztendlich waren es 12,5 Stunden. Und eigentlich hätte es auch ganz entspannt sein können, ich hatte einen tollen Einzelplatz, für Getränke und Kekse etc. ist in den Metro Bussen gesorgt und es gibt regelmäßig alle 2-3 Stunden einen Toiletten Stop. Allerdings hatte ich diesmal vergessen meine Ohrstöpsel in meinen kleinen Rucksack zu packen. Sie waren nun in der Reisetasche im großen Busbauch und da kam ich nicht dran. Das hatte leider zur Folge, dass ich nicht schlafen konnte. Nicht schlafen können ist für mich eine wirklich schlimme Sache. Ich werde unleidlich, fühle mich schrecklich und schrappe latent an einem Tränenausbruch entlang. Leider war es nun nicht zu ändern und irgendwie geht es dann doch auch immer. Schlecht eben. Deshalb war die Ankunftsfreude etwas getrübt und von Müdigkeit überdeckt. Am Otogar Esenler, der Endstation in Istanbul, mußte ich dann noch eine Weile auf den Transferbus nach Taksim warten. Dabei habe ich dem Kind sehr neidisch beim munter sein zugesehen.

Nach 20 Minuten kam der Bus und brachte mich nach Taksim. Weil ich mein Apartment erst ab 10:30 beziehen konnte, habe ich mir ein Café gesucht, Kaffee getrunken und Leute geschaut. Und wurde immer erschöpfter. Dann bin ich die ganze İstiklal Caddesi von Taksim bis nach Şişhane entlang gerollkoffert, das ist ein ganz schönes Stück, bis ich am Apartment war. Schlüsselübergabe ging schnell, auspacken ging schnell und dann dachte ich eigentlich ich lege mich mal kurz für 15 Minuten hin. Wie kam ich nur auf 15 Minuten? Es wurden fast 2 Stunden. Das war aber auch wirklich nötig. Genügt hat es nicht. Mein Bett ist toll groß und oben am Kopfteil steht ‚Yatak‘, das bedeutet Bett. Ich bekomme also die volle Unterstützung beim Vokabeln lernen.

Weil ich den Tag nicht verschlafen will macht ich mich auf den Weg zu einer ersten Erkundungsrunde Richtung Galata Brücke. Auf dem Weg begegnet mir eine Schlange. Warum ich mich über die Schlange so sehr gefreut habe, erzähle ich demnächst ausführlicher.

Plötzlich bemerke ich wie hungrig ich bin. Gegenüber vom Fähranleger Karaköy gibt es Gözleme und so setze ich mich zum Essen auf die gemütlichen Polster, sehe dem Kaffee-Mann beim Kaffee kochen zu und esse dabei Ispanaklı Gözleme, Gözleme mit Spinat. Gleich geht es mir besser.

Und die Fahrt über den Bosporus nach Kadıköy tut mir auch gut. Ein wenig Wind um die Nase wehen lassen macht mich gleich munterer und das blitzeblaue Wetter auch.

Ich laufe am Wasser entlang und freue mich. Mache mich aber schon bald auf den Rückweg.

Auf der Fähre finde ich hübsche Socken. Die Fähre ist immer ein toller Ort für Fuß-, Stumpf- oder Schuh Fotos.

Da wo früher das Istanbul Modern Museum war ist jetzt die Großbaustelle für den neuen Hafen. Dort kann man immer viele Kräne bestaunen. Toll.

Am Abend mache ich es wie die Katze und legte mich sehr früh ins Bett.

Für Freitag hatte ich mir vorgenommen, gleich am Vormittag zum Yoga zu gehen. Das war eine gute Idee. Schon währenddessen und hinterher fühle ich mich richtig gut.

Anschließend herumschlendern ohne Plan.

Ich laufe durch die Straßen die ich alle aus den letzten Istanbul Besuchen kenne. Katze übt Kopfstand.

Mein minikleiner Schlafzimmerbalkon von vor zwei Jahren.

Und der ‚viele Sachen‘ Laden neben dem Eingang.

Auf dem Weg zum Taksim Square: Kleider.

Hier wird gerade die neue, riesige Moschee gebaut.

Zuerst gab es immer nur Blumenkränze …

… dann kamen Micky Maus Ohren und Einhörner dazu …

… und nun noch dies: Puppen im Wagen mit Geklimper auf dem Kopf.

Neues Hotel. Oder vielleicht auch nur fertig saniert. Oder vielleicht fällt es mir auch bei diesem Besuch endlich auf.

Die Istiklal entlang. Hinter der Tür befindet sich eine große Baustelle.

Und ein paar Häuser weiter ein toll großer Kran.

Und diese drei Musikanten kenne ich tatsächlich noch vom letzten Jahr.

Blaues Tuch.

Ein Flatterkleid gekauft und ein schönes Café für eine Pause gefunden.

Und dann ist es auch schon Zeit für Abendessen und das Bett ruft wieder sehr laut nach mir. Mir steckt die schlaflose Nacht noch immer in den Knochen. Falls sich jemand wundert: Ja, die Dinkelnudeln sind mit mir zusammen angereist. Sind eben meine Lieblingsnudeln.

Samstag Morgen, um ca. 4 Uhr, werde ich von Blitz und Donner und Regengeplätscher oder eher wildem Regen wach. Schön ist das. Ich mag Istanbuler Regenwetter gerne. Als ich später auf mein Teewasser warte läuft die Katze über das nasse Kopfsteinpflaster.

Und als ich noch später die Wohnungstür öffne und nach draußen treten will, bleibt mein Fuß in der Luft hängen, denn sonst wäre ich auf die kleine Schnecke getreten.

Ich habe keinen Schirm dabei und auch keine Regenjacke und bin mir sicher es regnet erst wenn ich beim Yoga bin. So ist es aber nicht. Ich kann noch in eine Café flüchten bevor es wieder los geht.

Ich habe die Hoffnung auf Yoga schon aufgegeben aber der Regen hört tatsächlich rechtzeitig auf und so komme ich noch pünktlich an. Nach dem Yoga will ich gerne zur Galata Brücke und fahre auch dort hin. Unterwegs geht aber schon wieder der wilde Regen los. Also bleibe ich an der Haltestelle sitzen, der Regen endet nicht, also einmal auf die andere Seite rennen und dann die Bahn zurück nehmen.

Ich laufe schnell in ein Café zum frühstücken, es gibt ganz besonders leckeres Menemen. Als der Regen weniger geworden laufe ich zurück zur Wohnung, heiße Dusche, Wärmflasche und für 1 Stunde mit Buch ins Bett.  Am Nachmittag wieder Streifzüge durch die Straßen. Am Abend finde ich ein schönes Lokal mit Dachterrasse, Blick, Abendessen und ein Efes Bier gibt es auch.

Weil ich noch immer nicht genug gesehen habe und mich innerlich auch etwas getrieben fühle, laufe ich durch die Straßen von Cihangir und bleibe bei fast jedem Antiquitätenladen stehen.

Zwischendurch mal kurz bei einem Versuch der Katzen Dressur zusehen.

Vogel, Fuchs und Nashorn verstehen sich gut.

Sonntag brauche ich mehr Zeit für Tee im Bett und gehe nicht zum Yoga. Sonntags Yoga ist nämlich schon um 10 Uhr. Wochentags Yoga erst um 11 Uhr – das gefällt mir besser. Also nur etwas Apartment Yoga und später einen Spaziergang Richtung Istanbul Modern Museum. Dabei habe ich eine Haarspangenetagere gesehen.

Vor dem Museumsbesuch: Frühstück mit Blick an die Decke.

Und Blick zum Goldenen Horn und einer lila Dachterrasse.

Museumsbesuch. Im Istanbul Modern Museum war ich bei meinem zweiten Istanbul Besuch, damal war es noch direkt am Bosporus in einem sehr großen, grauen, Gebäude was an eine Halle erinnert hat. Dort wo ja nun der neue Hafen entsteht. Ich finde dieses neue bzw. alte Haus viel schöner.

Zu allererst komme ich in einen Raum mit einem Film und einem Kleid von Mehtap Baydu. Und da bin ich doch sehr freudig überrascht denn mit ihr zusammen habe ich vor ein paar Jahren einmal ein Elternprojekt an einer Kasseler Grundschule geplant und durchgeführt.

Ein Stockwerk höher gibt es eine kleine Ara Güler Ausstellung. Ich freue mich wieder.

Dann mag ich noch dieses große Bild von Necla Rüzgar sehr und bin überhaupt erstaunt, dass tatsächlich einige Arbeiten von Künstlerinnen zu sehen sind. Tatsächlich viel mehr als ich erwartet hätte. (Leider bekomme ich Necla Rüzgar mit keinem deutschen Text verlinkt, hole ich später nach.)

Kunst gucken.  Ramazan Bayrakoğlu, Yangun, Fire 2010

Später finde ich Kunst auf der Straße.

Laufe zur neu gestalteten Promenade an der Galata Brücke wo früher der Fischmarkt war. Es gibt ihn immer noch, aber nun führt eine Fahrrad- und Fußgängerstraße dort hin.

Man darf aber die Richtungsvorgabe auch einfach ignorieren und ein Wettrennen veranstalten.

Auf dem Weg nach Üsküdar liegt jemand unter der Galata Brücke. Kenne ich noch nicht.

Und auch dieser Funkturm scheint neu zu sein. Erinnert mich an einen großen ergonomisch geformten Kugelschreiber.

In Üsküdar laufe ich zuerst nach links um Neues zu entdecken.

Angel- und Foto Spaß.

Im kleinen Lokal gibt es Balık ekmek.

Neue Fähren die aussehen wie große Walfische.

Bunte Hasen über die ich fast gestolpert wäre. Das war ja auch die Absicht. Gekauft habe ich trotzdem keinen.

Minnie Maus Jacke.

Sonntagsausflug.

Rock mit fliegenden Insekten. Schmetterlinge, Libellen, Bienen…

Man kann nicht früh genug mit dem „rumsitzen“ üben anzufangen.

Schiffe gucken.

„Simit var!“ schallt es aus allen Richtungen.

Çay gab es auch.

Über den Bosporus schauen.

Schuhe.

Ganz außergewöhnlich. Menschen auf Fahrrädern oder Rollern sieht man wirklich selten.

Zeitung lesen.

Der Hahn macht auch einen Sonntagsausflug zum Bosporus.

Als ich so am Ufer entlang schlendere winkt mich die Mutter von Filiz heran. Filiz lacht mich sofort an. Ich soll bitte einen Tee mit ihnen trinken. Filiz möchte nämlich gerne besser englisch lernen und ich sehe wohl so aus als könnte ich es ihr beibringen. Ich setze mich zu ihnen und schon geht es los. Lachen, Fragen beantworten, noch mehr lachen und immer weiter geht der englischtürkische Austausch. Auch die Mutter von Filiz möchte zwischendrin immer mal ein englisches Wort lernen, sie spricht mit mir auf türkisch und weil ich fast nichts verstehe drängelt sie Filiz alle ihre Fragen zu übersetzen. Wir tauschen Mailadressen aus, ich mache noch schnell ein Foto und dann verabschieden wir uns voneinander. Herzlichen Dank für diese wirklich richtig tolle Begegnung.

Der Tag geht langsam zu Ende und ich laufe zur Autofähre nach Harem.

In Eminönü ist natürlich noch richtig was los und auf der Brücke auch.

Sogar die Kleinsten sind noch wach, nur ich bin schon wieder müde.

Trotzdem bleibe ich noch eine Weile auf der Brücke stehen zum Kräne gucken…

… und Menschen auch.

Irgendwann ist dann aber wirklich Schluss. Nun muss ich nur noch den steilen Berg hinauf, durch die engen Gassen und bunten Läden rechts und links.

Weil der Galata Turm eine so prima Fotokulisse hergibt, habe ich wirklich Mühe daran vorbei zu kommen, finde aber trotzdem einen Weg durch die Menge.

Das waren schöne, aber auch sehr anstrengende erste Istanbul Tage. Ich fühle mich innerlich unruhig, zerrissen, kopf- und planlos. Normalerweise gibt sich das nach einem Tag und auch nach ein paar Yogastunden. Diesmal ist es anders und ich muss noch herausfinden woran genau es liegt.

Und genauso wirr und planlos wie ich mich fühle, kommt mir gerade dieser Post vor. Das ist nun nicht zu ändern und für Perfektionismus bin ich ja nun sowieso nicht bekannt. Also wird jetzt auf ‚Veröffentlichen‘ geklickt.

 

 

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