Teil 1 – Nach nur einem Tag: Kappadokien ist wunderschön, so einfach ist das

Nur mal so als Vorwarnung: Es folgen, vielleicht ermüdend, viele Fotos.

Der Anreisetag war lang (von 7 bis 22 Uhr) aber trotzdem kurzweilig. Ich hatte ja viel zu gucken und mein Buch ist ausgesprochen spannend und wirklich toll. Nach meiner Ankunft in sehr kurzer Zeit das Zimmer verwüstet und dann hoch ins Rooftop Restaurant. Der Magen knurrt. Dort gab es Live – Musik. Schnulzige Liebeslieder (vermute ich mal) und ein großer Teil vom Publikum konnte mitsingen und hat es auch getan. Ich leider nicht. Sehr schön war das und ich hatte Spaß. Das Essen war auch lecker. Ich habe etwas bestellt was Şakşuka hieß und gedacht ich bekomme irgendwas mit Tomaten, Aubergine und Ei, denn ich konnte mich erinnnern, dass Aubergine Patlıcan heißt. Ich bekam aber Aubergine in kleinen Stücken in Öl gebraten. Auch sehr lecker. Gerade nochmal nachgesehen und gelernt es gibt noch eine dritte Variante mit gebratener Aubergine in Joghurt Soße. Das hätte ich auch genommen. Aber es war eindeutig nicht das Şakşuka wie ich es aus Jordanien kenne – ich bin ja auch in der Türkei. Geschlafen habe ich danach leider schlecht. So spät essen bekommt mir wohl nicht. Hier unten ist die Hotelzimmerromantik des ersten Morgen zu sehen.

Die originelle Methode das Fenster zu öffnen ist nicht von mir. Hätte aber so sein können. Da klemmt eine Wasserflasche zwischen Fenster und Fensterbrett. Ist nicht so gut zu erkennen.

Ich habe sehr lange herumgetrödelt. Hab ja schließlich Urlaub. Also erst Yoga, dann viel Tee im Bett und etwas lesen. Um 10:20 mal nachgesehen wann dann wohl der nächste Bus nach Göreme fährt. Um 11 Uhr. Und dann erst wieder um 18 Uhr. Mist. Also Lehrgeld für ein teures Taxi bezahlt. Das vergesse ich mal besser schnell. Aber die Fahrt war schön. Der Taxifahrer war sehr geduldig mit meinen kärglichen Türkischbrocken und hat immer wieder seine Übersetzungsapp zur Hilfe genommen. Er hat mir gesagt das Göreme voller Touristen ist und viel zu teuer und ich mal besser nach Avanos gefahren wäre. Na hätte ich ihn mal früher getroffen. Dafür bekam ich eine kleine Avanos Rundfahrt und werde dort in den nächsten Tagen noch einmal hinfahren. Aber erstmal das nächste Zimmer beziehen. Hotelzimmerromantik II. Hier bleibe ich jetzt erstmal ein paar Tage.

Schnell alles ausgepackt und nichts verwüstet sondern ordentlich eingerichtet. Und dann zu einem ersten Spaziergang aufgebrochen. Ich hatte noch keinen Kaffee und Geld brauche ich auch. Neben meinem Hotel steht etwas was vielleicht eine Pferdekutsche ist.

Ich hab mir kein Höhlenhotel ausgesucht weil mich die Vorstellung von einer dunklen, engen Höhle gruselt. Vielleicht sehe ich mir mal so eine Wohnhöhle an und probiere es beim nächsten Mal. Hier hat zumindest schon einmal jemand gewohnt – mit Herzfenster. Ist dann aber trotzdem wieder ausgezogen.

Dachdecker bei der Arbeit. Es gibt hier auch viele gemauerte Häuser die mit Ziegeln gedeckt werden.

Geflickte Oldtimer. Ich muss noch herausfinden ob man damit herumgefahren werden kann oder ob sie nur so an verschiedenen Straßenecken herumstehen damit Tourist*innen Fotos knipsen können.

Nach dem Kaffee ziehe ich mich um. Es ist richtig schön warm, ca. 25°, dann breche zu einem kleinen Spaziergang um den Block auf. So ist der Plan. Zuerst durch Straßen mit buntem Gebimsel an bunten Tüchern. Mag ich.

Dann eine Steile Gasse hinauf. Ob das wohl die Belüftung der Tuffsteinwohnung ist.

Immer weiter geht es hinauf und dann habe ich die erste Aussicht auf den Ort. So schön und auch lustig wie all diese Zipfelmützentürme herausragen.

Alle Menschen die mit mir die steile Gasse heraufgegangen sind, biegen nach links ab. Dort ist ein Kaffee und eine Aussichtsplattform. Da gehe ich mal besser nach rechts. Und bekomme sogleich die Belohnung.

Ich laufe weiter und entferne mich vom Menschengewusel. Nur ein Paar sitzt in einiger Entfernung und erfreut sich an dem Ausblick, genauso wie ich.

Das Minarett der kleinen Moschee sieht aus wie ein Zahnstocher zwischen all den dicken Zipfelbergen.

Arbeit an einem neuen Höhlenhotel.

Ganz weit unten sehe ich den Pool von meinem Hotel. Da will ich gerne reinspringen nach meinem Spaziergang.

Jetzt wende mich ab und laufe immer weiter auf einem kleinen Pfad. Alles ist vom heißen Sommer vertrocknet. Nur ganz vereinzelt blitzt es mal pink hervor.

Oder auch blau. Seltsam. Wie für durstige Tourist*innen bereitgestellt. Ist aber wahrscheinlich einfach nur Müll. Davon hätte ich leider viele Säcke füllen können. Gefunden I.

Ich könnte dauernd ‚wow‘, ‚Hammer‘, ‚unglaublich‘, ‚toll‘, ‚hach‘ rufen. Und das tue ich auch immer mal so für mich. Wobei ‚hach‘ der meistgenutzte Gefühlsausdruck ist. Hier denke ich an cremiges Sahneeis.

Zu schön ist es hier und ich bin verzückt und verzaubert.

Lange bin ich schön einsam durch diese Traumlandschaft gelaufen bevor ich den ersten Menschen begegne. Aber auch nur aus der Entfernung. Allerdings schallt mir ihr sehr lautes Gelächter schon von Weitem entgegen. Erstaunlich wie erheiternd diese Zipfelberge für erwachsene Menschen sein können. Ich laufe einfach drum herum.

Gefunden II. Hier hat vielleicht mal jemand Suppe gekocht.

Sieht vielleicht aus wie eine rote Bergfee. Ist aber ein Apfel.

Die Rosinen trocknen hier einfach an den Bäumen. Das spart Zeit.

Kappadokien ist ein großes Wein Anbaugebiet steht im Reiseführer. Die Trauben sind klein und süß, davon konnte ich mich überzeugen denn nicht überall waren sie schon zu Rosinen getrocknet.

Mein neues Pflanzenbestimmungsbuch hab ich nicht dabei, sonst könnte ich jetzt herausfinden was das hier für Beeren sind.

Und nein, es wird mir nicht langweilig dauernd diese Landschaft zu knipsen.

Ich würde zwar durch diesen Gang passen, traue mich aber trotzdem nicht hindurchzukriechen.

Vielleicht ein wildes Löwenmäulchen?

Es macht so viel Spaß überall hoch zu klettern. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen hier mit Wanderschuhen, die immer empfohlen werden, herum zu laufen. Meine Barfußschuhe fühlen sich an als hätte ich so Geckosaugnäpfe unter den Füssen und ich kann überall toll rumklettern. Mit Wanderschuhen würde ich mich nicht so weit nach oben trauen. Und dann auf dem Po wieder herunter rutschen macht natürlich auch Spaß. Leider hab ich mir dabei mal wieder einen Splitter in den Handballen gerutscht. Aber Hauptsache es steckt keiner im Po.

Kleines Obst. Was ist es nur? Etwa halb so groß wie eine Pflaume und gelborange. Sieht ein wenig so aus wie ein Miniapfel.

Clematis Flusen – kein Schaum oder Schnee.

Manche Türen und Fenster sind zugemauert.

Hier hat ein Vogelgemetzel stattgefunden.

Gefunden III. Bedeutet das etwa Indiana Jones was here?

Ungefähr hier war meine Wasserflasche leer und ich musste feststellen, dass ich sie hier nicht durch ein anderes Getränk ersetzen kann. Also nur noch kurz den Berg hinauf und dann mache ich mich auf den Heimweg. Total vernünftiger Entschluß.

Um die Ecke geschaut und einen Spiegel gefunden. Ja, ich trage auf allen Fotos immer das gleiche T-Shirt. Ich mag es eben gerne und es darf bei keiner Reise fehlen. Nun braucht es eine kleine Handwäsche.

Gefunden VI. Kleine Glocken.

Hinter der Hütte sehe ich ein paar Schafe, Hühner und vielleicht Truthähne. Möchte ich mal genauer betrachten. Das verhindert allerdings das laute, eindringliche und beängstigende Bellen vom sehr großen Bruder dieses kleinen Hundes. Ich glaube die heißen Kangal und es sind sehr große anatolische Hirtenhunden. Ich will jetzt lieber doch keine Truthähne oder Schafe ansehen.

Onkel vom großen Bruder vom kleinen Hund. Also auch der Onkel vom kleinen Hund, fällt mir gerade auf.

Es ist als gäbe es nur rosápinke Blumen hier. Dies könnten Begonien sein.

Die Besitzer*in der kleinen Farm hat das Waschbecken noch nicht montiert.

Wenigstens steht der Sessel schon an einem schönen Platz.

Hier übe ich mich in der Kunst der Mückenfotografie.

Gefunden V. Ich hab ja nun schon einen Splitter im Finger.

Blaue Blume.

Gefunden VI. Manchmal ist Müll auch hübsch.

Kürbisse am Wegesrand.

Gefunden VII. Zaunschmuck.

Gefunden VIII: Großer Reifen.

Bis zur Kirch dort drüben ist es sicher nicht so weit.

Ich bezahle 7 TL und dann wird sie nur für mich allein aufgeschlossen.

Im Inneren finde ich diese schönen Wandmalereien.

Nachdem ich die Kirche verlassen habe wird sie abgeschlossen und dann ist wohl Feierabend und der Mann setzt sich in seinen Bus und fährt davon.

Ich laufe einmal um die Kirche herum und finde das kleine Ticket Office.

Und noch etwas weiter führt ein Pfad zu einem weiteren Tuffsteinhaus. Ich traue mich nicht die Leiter hinauf.

Jetzt aber wirklich zurück. Unterwegs treffe ich eine Reiterin. Ich sage ‚Merhaba‘ und sie sagt ‚Hello‘.

Hinter der Hängematte ist ein kleines Café. Leider geschlossen. Ich sollte hier vielleicht mal frühstücken.

In der Ferne wieder Menschen in Sicht. Da will ich auch nochmal hinauf.

Zurück in Göreme gehe ich natürlich nicht auf dem allerschnellsten Weg nach Hause. Lieber nochmal auf den Berg hinauf. Sehr gute Idee denn so treffe ich endlich die ersten Katzen. Ich hatte mich schon gewundert. Eine Kleine mit großen Augen.

Und eine große mit trägem Blinzelblick.

Leider ist es ja so, dass ich genug Kissenbezüge habe. Schade eigentlich.

Auf dem Weg nach Oben immer mal nach weit dort Hinten geschaut.

Blumen, Kabel, Lämpchen, Wäscheklammern.

Unbekanntes Flugobjekt. Der kleine verhuschte Punkt ist ein Vogel und kein Sensorfleck (die sind nicht ganz so deutlich zu sehen, aber auch vorhanden).

Katze Nummer 3.

Eine Tulpe über der Tür bringt sicher Glück.

Das ist keine große Fischgräte wie ich zuerst gedacht habe.

Leider aus Holz.

Echter Schnappschuss. Genauso neugierig wie ich. Dabei wollte ich nur den Luftballon knipsen.

Schon fast ganz oben. Alle haben Fototermine. Ich auch.

Und dann kehre ich um und trete wirklich den Heimweg an. Auch wenn es mir schwer fällt weil es zu schön ist.

Unterwegs mache ich noch einen Halt zum Abendessen. Das dauert aber nicht sehr lange denn ich bin wirklich erschöpft. Mein kurzer Gang um den Block hat letztendlich 4,5 Stunden gedauert. Noch kurz am Splitter herumdoktern, eine heiße Dusche nehmen und dabei den Splitter verlieren den ich vorher nicht herausbekommen habe. Mit lustigen Hotelschläppchen auf dem Bettrandsitzen und auf das Wärmflaschenwasser warten.

Fotos ansehen, Tagebuch schreiben, nicht mehr lesen, Licht ausknipsen und dann ganz tief schlafen.

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4 Kommentare

  1. Ach, wie schön! Wunderbare Landschaft dort und dein Blick drauf macht immer Spaß. Nur die Hunde tun mir leid, gerade der großen Onkel… fest an einer kurze Leine und kein Wasser zu sehen.
    Wünsche dir noch tolle Abenteuer!

    1. Es ist wirklich total schön hier. Atemberaubende Landschaft. Und ja, die Hunde haben es leider nicht immer gut. Aber die Leine von dem Onkel vom kleinen Hund ist sehr viel länger als zu sehen ist und Wasser hat er auch.

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