Freitag, 5. Juni 2026 – Tirana VI, Letzter BU Tag bei Aleanca und Qëndresa Qytetare

Auch am letzten Morgen vom Bildungsurlaub habe ich zuerst etwas Yoga geturnt und Tee im Bett getrunken. Am Abend vorher hatte ich schon ein paar Sachen gepackt, deshalb ging es dann schnell mit dem Rest.

Der kleine Morgenspaziergang endete im Lieblings-Café.

Das anschließende Hotelfrühstück sah auch aus wie immer. Es gab eine kleine Frühstückskarte, aus der wir jeden Morgen auswählen konnten. Und weil ich keine Person bin, die gerne Abwechslung hat, habe ich jeden Morgen das gleiche Frühstück bestellt. Ich hab nur manchmal das Gemüse im Rührei gewechselt.

An dem letzten Morgen stellte sich dann noch heraus, das drei Personen sich ein Auto geliehen hatten um ihren Urlaub um ein paar Tage zu verlängern. Und weil sie in die gleiche Richtung fahren wollten wie ich, würden sie mich mitnehmen. Das fand ich sehr toll, denn der Busbahnhof war nicht unbedingt um die Ecke und es war heiß und umständlich dort hinzukommen.

Nach dem Frühstück haben alle noch die letzten Sachen gepackt. Das Gepäck durften wir dann an der Rezeption stehen lassen bis zum Nachmittag.

Zuerst haben wir uns mit einer Vertreterin von Aleanca, der ältesten und größten LGBTI+ Organisation in Albanien getroffen.

Die Arbeit von Aleanca umfasst viele verschiedene Bereiche.

Zuallererst geht es natürlich darum die LGBTI+ Community in Albanien zu stärken und einen Ort zu schaffen, an dem Begegnung stattfinden kann. So gibt es verschiedene Veranstaltungen wie Film- und Spielabende, Picknicks, Diskussionsgruppen um sich kennenzulernen und auszutauschen.

Der Tirana Pride wird gemeinsam ausgerichtet und es findet auch eine überregionale Vernetzung der albanischen LGBTI+ Community mit der Community in Kroatien statt indem z.B. am Gay Pride in Kroatien teilgenommen wird.

Es gibt Beratung und Unterstützung bei Fragen oder Problem zu den Themen, Wohnraum, Ausbildung und Beruf, Familie, Schutz bei Gewalt, Mobbing und vieles mehr.

Ein weiterer Teil der Arbeit besteht aus Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. So werden Fachkräfte im Bereich der öffentlichen Gesundheit und Pflege, Fachkräfte der sozialen Dienste, Psycholog*innen von Schulen und Sozialzentren zu Themen im Zusammenhang mit den Rechten von LGBTI+ in Albanien informiert und sensibilisiert.

Es finden Polizeischulungen statt bei denen um die Rechte der LGBTI+ Community, sowie die Identifikation, Meldung und Bearbeitung von Fällen von Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTI+ und die Umsetzung von angemessenen Dienstleistungen geht.

Aleanca versteht sich außerdem als die Interessenvertretung und Lobbyarbeit mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren, Regierungsakteuren und der internationalen Gemeinschaft zum Schutz der Rechte von LGBTI+ in Albanien.

Es werden Informationskampagnen durch die Verteilung von Informationsmaterialien (Flugblätter, Plakate, Broschüren) und auf Sozial Media organisiert.

Nun habe ich leider vergessen, wer von den Beiden die Gründerin von Aleanca war.

Nach dem Besuch bei Aleanca gab es Mittagessen. Und zwar nicht diese Törtchen da oben, die fand ich einfach nur hübsch, sondern für mich einen Salat.

Nach dem Essen haben wir nochmal den Ort gewechselt und uns unterschiedlichsten Kaffeegetränken zusammengesetzt. Espresso – Tonic ist nach wie vor mein Sommerfavorit.

Beim herumsitzen kann ich auch immer schön herumschauen.

Nach der Mittagspause waren wir bei Qëndresa Qytetare, dem Zentrum für zivilen Widerstand verabredet.

Das Zentrum beschäftigt sich mit Analysen zu Korruption, der Transparenz und Rechenschaftspflicht in Alabnien. Sie veröffentlichen Forschungsergebnisse zu strukturellen Defiziten im öffentlichen Sektor. Und wir bekamen auch noch Informationen zur Rolle von zivilgesellschaftlichen Akteuren im Kampf gegen Machtmissbrauch.

Anschließend sind wir gemeinsam zum Hotel zurückgelaufen, haben uns voneinander verabschiedet, der Mietwagen wurde bepackt und ich wurde nach Durrës gefahren. Ganz herzlichen Dank dafür.

Nachdem ich meine Sachen ausgepackt hatte, bin ich gleich zum Meer gelaufen. So schön. Anschließend hab ich noch eingekauft, geduscht, Abendessen gekocht und lag am Ende des Tages glücklich im Bett.

Hier folgt noch ein kleines Fazit und Infos zum Bildungsurlaub:

  • Es war der beste Bildungsurlaub den ich bisher gemacht habe. Ich habe unglaublich viel gelernt.
  • Die Unterbringung in dem kleinen Familiengeführten Hotel sehr gemütlich und alle waren total freundlich.
  • Alles war bestens organisiert und die Gruppe hatte genau die richtige Größe (13 Personen). Ich mochte alle in der Gruppe und habe mich wohl gefühlt (Außer in der Zeit in der ich mir komisch vorkam, weil ich am Abend immer alleine unterwegs sein bzw. sehr früh ins Bett wollte und alle anderen noch in der Bar waren. Aber das kenne ich ja schon von mir.)
  • Es ging fast jeden Morgen um 10:00 Uhr los, Mittags eine Pause von meistens 2 Stunden und am Nachmittag waren wir gegen 16:00/17:00 Uhr fertig. Ich finde es für mich total gut, auch genug Zeit für mich zu haben und auch um alle Eindrücke und Informationen verarbeiten zu können.
  • Unser Referent war Dr. Nurettin Alphan Tuncer. Er organisiert seit 2014 Bildungsreisen nach İstanbul und Izmir, Athen, Rom, Neapel, Marseille und Tirana ( und vielleicht auch noch andere Städte, die habe ich aber vergessen). Außerdem ist er Mitgründer der Initiative “Zweiheimisch” und promovierte an der HU Berlin über die Transformation der türkischen Gesellschaft und ihre Außenpolitik während des Kalten Krieges. Das steht zumindest alles in dem Heftchen, welches wir bekommen haben. Ich finde er ist ein wandelndes Geschichtsbuch und kann kann sehr spannend erzählen und kluge Fragen stellen.
  • Seine Bildungsreisen sind zu finden bei Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt (meine Reise nach Tirana wurde von ihnen organisiert) und Forum Unna.
  • Das ist jetzt hier Werbung ohne Auftrag oder sonstiges und meine Reise war natürlich auch selbst bezahlt. Ich spare jetzt für die nächste Reise. Und auch wenn ich schon so, so oft in İstanbul war, überlege ich ernsthaft, einen Bildungsurlaub mit Alphan in İstanbul zu machen.
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