
Das ist wohl so ziemlich die längste Überschrift von allen und sie wird auch als überhaupt nicht lesefreundlich erachtet, aber so war der Tag nun mal.

Am Morgen hatte ich mir den Stadtplan von Fès angesehen und überlegt, wohin ich gehen könnte. Außerdem hatte ich noch einen Blog (2 on the go) zurate gezogen und diesen tollen Spaziergang gefunden. Vielen Dank dafür an dieser Stelle.

Nachdem alle Morgendinge erledigt waren, Tee im Bett, Yoga, Badezimmer, Frühstück, ging es los. Zuallererst am Bab Boujloud und am Bab Mahrouk vorbei.

Von dort aus hatte ich schon den ersten Blick auf einen Friedhof. Der Friedhof oder die 2 Friedhöfe, es ist nicht so klar ersichtlich, weil es zwei Namen gibt, ist sehr groß.

Vorbei an den Gräberfeldern hat man im Hintergrund Blick auf Bäume und Palmen und mittendrin befindet sich das Ibn El Khatib Krankenhaus. Vor der Mauer viele Grabsteine und dann kommt eine kleine Schlucht, in der und um die herum sich leider eine Menge Müll befindet.

Stadtmauer mit Baustelle und Kreisverkehr.

Die kleinen Türmchen vom Busbahnhof.

Lilapink.

Ein Stück weiter die Straße hinauf kam ich zur nördlichen Burg, die auch ein Museum beherbergt. Weil ich eine halbe Stunde vor der Mittagszeit dort war, habe ich mir zwar eine Eintrittskarte gekauft, aber nicht so viel vom Museum angesehen.

Viel lieber wollte ich von oben nach unten schauen. Dazu bin ich die kleine, steile Treppe heraufgestiegen. Mir wurde richtig schwindelig, so weit oben.

Aber dann der Blick. Tolle Ausblicke wäre noch die Möglichkeit einer kurzen Überschrift gewesen.

Hübsche Bank, auch wenn sie etwas unbequem aussah.

Auf der anderen Straßenseite vom Borj Nord geht es recht gemächlich zu. Wenig Verkehr und ein paar Menschen sitzen in Cafés herum.

Puderfarben.

Bei den Ruinen der Gräber der Mariniden angekommen. Die Mariniden-Dynastie herrschte vom 13. bis 15. Jahrhundert in Marokko. Viel ist vom alten Gemäuer nicht übrig, aber auch hier ist der Blick die eigentliche Attraktion.

Medina von Fès mit den grünen Dächern der Kairaouyine-Moschee. Im Hintergrund oben links der Friedhof Bab Ftouh und rechts der Friedhof Bab Amraoui.

Womöglich wäre diese Treppe ein kurzer Weg zur Medina gewesen. Sie war mir aber viel zu steil und ich glaube, sie endete irgendwo im Nichts.

Stattdessen bin ich an der Straße entlang gegangen, einmal fast ganz um den Friedhof drumherum.

Dass auf muslimischen Friedhöfen alle Gräber südöstlich Richtung Mekka ausgerichtet sind, war mir bekannt. Um aber ein wenig mehr zu erfahren, habe ich mich gerade nochmal ein Stück ins Internetz reingelesen. Finde ich alles sehr spannend. Bei der muslimischen Bestattung findet die Grablegung ohne Sarg statt und die verstorbene Person wird auf die rechte Körperseite in Gebetsrichtung nach Mekka niedergelegt. Das klingt sehr geordnet, sieht für mich oft trotzdem wie ein riesiges Durcheinander aus. Vielleicht liegt es daran, dass es oft nicht so klassische Wege gibt, wie ich sie von vielen Friedhöfen hierzulande kenne, die ja hauptsächlich christliche Friedhöfe sind. Auffällig ist auch noch, dass die einzelnen Gräber eher schlicht gestaltet sind. Es gibt zwar häufig, aber auch nicht zwingend, einen Grabstein mit Namen, Todestag oder auch noch einem Koranvers, aber ansonsten sehr wenig Grabgestaltung wie Blumen etc. Aber ich fand Grabsteine mit Einkerbungen wie kleine Schalen. In ihnen befand sich Wasser und frische Blätter. Als ich dort vorbeilief, dachte ich noch, wie praktische es sei, dass sich so Regenwasser für eine Art Blumenvase ansammeln könnte.

Auf dem Foto sieht es schon fast hübsch aus, aber in Wirklichkeit sind die Plastikfetzen, die überall herumfliegen, leider nicht so schön.

Das ist ein ausgeschriebener Wanderweg, zu dem ich nicht abgebogen bin.

Angekommen am Bab Guissa wollte ich versuchen ganz, ohne Blick auf die Karte zurück zum Riad zu finden.

Der Brunnen ist wohl gerade nicht in Betrieb. Hübsche Mosaike sind trotzdem zu bestaunen.

Wasserhahn, nicht ganz so hübsch wie die Mosaike, aber farblich passend.

Oft stehen am Rand der Gasse Kartons oder Körbe, mit kleinen Dingselchen, die dann später aufgebaut und verkauft werden. Ich mag das Vertrauen darauf, dass niemand etwas davon klauen wird. Zumindest stelle ich mir das mit dem Vertrauen darauf so vor.

Bunte Glitzerklunkerlampe.

Diese Bunte saß direkt vor meinem Riad. Ich hab mich so gefreut, denn sie sieht fast genauso aus wie meine Katze Nele, von vor sehr langer Zeit.

Mein Riad gefunden, ohne auf die Karte zu schauen. Das war aber auch nicht schwer, denn es gab in der Medina tatsächlich Schilder, die mir den Weg zum Bab Bou Jeloud gezeigt haben. Und von dort aus brauchte ich keine Hilfe mehr. Nach dem schönen langen Spaziergang hab ich mich etwas frisch gemacht und dann, wie so oft, den Rest vom Tag lesend im Café verbracht, in dem ich dann auch gleich noch ein leckeres Abendessen bekam. Und nach dem schönen Tag war ich dann ganz versöhnt mit Fès und der zerrissene Start war vergessen.
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