
Freitag
In der Nacht zurm Freitag ging es mir total schlecht. Ich hatte richtig schlimme Magenkrämpfe und mit meiner Blase war auch irgendwas nicht in Ordnung. Es war so schlimm, dass ich nach Krankenhäusern mit Notfallversorgung gegoogelt und sogar eine Tasche gepackt habe. Es war wirklich schlimm. Aber der Gedanke stundenlang in einer Notfallambulanz warten zu müssen hat mich davon abgehalten. Irgendwann bin ich dann tatsächlich noch eingeschlafen.

Am Morgen hab ich mich etwas besser gefühlt, aber an Unternehmungen war nicht zu denken. Ich bin einfach den ganzen Vormittag zuhause geblieben, hab Tee getrunken und auf dem Sofa gelegen. Am Nachmittag habe ich eine kleine Spazierrunde gedreht, Tee und Haferflocken eingekauft und mich vor ein Café gesetzt. Dort kam dann auch noch die kranke Freundin vorbei und wir hatten etwas Katzenkino.

Aber nicht sehr lange und dann mußte ich erstmal wieder nach Hause und etwas schlafen.

Und weil es wirklich schwer ist, in Istanbul zu sein und einfach nur krank herumzuliegen, sind wir später nochmal mit der Tram nach Karaköy gefahren und dort auf die Fähre nach Kadıköy gestiegen. Da war ich nämlich in der ganzen Zeit noch keinmal gewesen.


Wir hatten vor, dort vielleicht einen kleinen Spaziergang zu machen, irgendwo Tee zu trinken und dann zurück zu fahren.

Aber zuallererst einmal die Fahrt genießen.


Und die Fahrt war auch wirklich toll.

Als wir in Kadıköy ankamen, war es aber so voll und ich fand sofort alles so anstrengen, dass wir gleich mit der nächsten Fähre zurückgefahren sind. Und das war auch sehr schön.

In Karaköy hatte ich dann das Gefühl es wäre vielleicht mal gut etwas zu essen. Mir war ja den ganzen Tag schlecht gewesen und dementsprechend hatte ich kaum etwas gegessen. Also setzten wir uns ins Café in dem wir schon die letzten Vormittage verbracht hatten. Dort gab es Suppe und die tat richtig gut. Und danach ging es zurück nach Hause und dort auch sogleich ins Bett.

Samstag
In der Nacht zum Samstag ging es mir gut und am Morgen habe ich mich richtig gut gefühlt. Das wollte ich ausnutzen und endlich das Museum besuchen, auf dass ich mich so gefreut hatte. Aber vorher gab es noch einen Cappuccino im Kafe Ara. Dort war es noch sehr leer und ruhig und das war genau richtig für mich.

Nach dem Cappuccino lief ich am Fotoladen vorbei, in dem ich schon verschiedenste Fotos habe machen lassen. Leider gibt es ihn nicht mehr. Deshalb werde ich wohl nie mehr auf dem kleinen Balkon stehen und hinunter auf die İstiklal Caddesi schauen können.

Der Weg zum Museum war richtig toll. Endlich mal raus aus den ganzen touristischen Gegenden und ein Stückchen rein ins echte Leben. Es folgen ein paar kommentarlose Fotos.









Und dann stand ich plötzlich vor dem Arter İstanbul. Hier nur durch den Zaun zu sehen.

Bei meiner Ankunft war ich zwar schon etwas erschöpft, bin aber trotzdem richtig gerne durch die Austellung gelaufen.



Ganz besonders hatte ich mich auf die Sonderausstellung von Mehtap Baydu gefreut. Sie hat u.a. in Kassel studiert und ich habe tatsächlich mal gemeinsam mit ihr an einer Kasseler Grundschule ein Eltern – Kind Projekt organisiert und durchgeführt.


Anschließend bin ich natürlich noch durch den Museumsshop getrödelt und habe kein Foto von der Museumskatze gemacht – sie war zu schnell für mich.

Nach dem Museumsbesuch ging es mir nicht mehr so richtig gut. Leider hatte ich noch den langen Heimweg vor mir und der zog sich ganz besonders in die Länge, weil es mir immer schlechter ging. Es war als hätte mir jemand den Stecker gezogen. Meine Energie war bei 0 und mir war auch wieder übel. Es war einfach nichts mehr von der guten Stimmung am Morgen übrig.

Deshalb hat es total lange gedauert, bis ich endlich zuhause war. Ich habe noch unten im Restaurant vor dem Haus eine Suppe gegessen, bin sehr langsam die Treppe nach ganz oben gekrochen und habe mich dort sofort ins Bett gelegt.

Sonntag
In der Nacht zum Sonntag habe ich nicht besonders gut geschlafen und war oft wach. Am Morgen hat es lange gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass ich vielleicht ins Café gehen könnte. Der Freundin ging es mittlerweile einen Hauch besser und so fuhren wir gemeinsam mit der Tram los. Zuerst gab es einen Cappuccino. Keine Ahnung, warum ich da noch Cappucciono getrunken habe, obwohl es mir nicht gut ging und mir dauernd schlecht war. Etwas gegessen habe ich auch, aber auch das war keine gute Idee.

Trotzdem habe ich gedacht, wir könnten wenigstens ein Mal über die Galata Brücke laufen und in Eminönü auf die Autofähre nach Harem steigen. Also über die Brücke sind wir auch gemeinsam gelaufen und das war auch noch ganz schön.

Nachdem wir die Brücke überquert hatten, ging es mir immer schlechter. Wir hatten noch eine halbe Stunde Zeit bevor die Fähre losfuhr und saßen in einem Café um zu warten. Da wurde mir dann plötzlich glasklar, dass ich überhaupt nichts mehr kann. Irgendwie habe ich es aber noch zur Tram geschafft und auch den Weg von der Haltestelle bis zur Wohnung.

Und ab dann ging dann garnichts mehr und ich habe die nächsten Tage nur noch im Bett verbracht und es ging mir so richtig, richtig schlecht. Weil ich mir nicht vorstellen konnte wie ich den Rückflug am Mittwoch, 14.10. schaffen sollte, habe ich meine Vermieterin gefragt, ob ich vielleicht auch länger bleiben könnte. Und sie war wirklich so total nett und hat mir angeboten, dass ich am Donnerstag in die Wohnung im Erdgeschoß ziehen kann und sie wollte sogar extra kommen und mit mir meine Sachen packen um sie dann nach unten zu bringen. Das hat mich erstmal sehr erleichtert.

Der Freundin ging es mittlerweile zwar nicht toll, aber zumindest so, dass sie am Montag zurückfliegen konnte. Ich lag immer nur im Bett, hab abwechselnd geschwitzt und gefroren, mir war total schlecht, ich hatte keinerlei Kraft und hab mir immerzu Gedanken gemacht, wie und wann ich zurückfliegen kann. Das war alles sehr anstrengend.

Am Dienstag war mir dann klar, dass es eigentlich fast egal ist, wann ich zurück fliegen werde, weil es mir einfach so schlecht ging, dass auch ein paar Tage später nicht viel geändert hätten. Also habe ich von der Pizzafreundin, bzw. ihrem Sohn, Infos über Medikamente die ich nehmen könnte, eingeholt und mich dann zur Apotheke geschleppt. Die Medikamente die ich eigentlich wollte gab es nicht aber ich hatte Voltaren und habe mich damit präpariert und die Taxifahrt, den Flug und auch die Zugfahrt nach Kassel irgendwie überstanden. Glücklicherweise wurde ich von der besten Freundinkollegin direkt am Zug abgeholt, ins Auto verfrachtet und nach Hause gefahren. Dort bin ich sofort und ohne Umweg direkt ins Bett gefallen.
Und im Bett habe ich die restlichen Oktoberwochen dann auch verbracht. Und daran hat sich bis heute leider noch nicht so sehr viel geändert. Meine Krankheit heißt übrigens Grippe plus Harnwegsinfektion.
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Oh weh, du Arme!
Ich hoffe, es geht dir wieder besser.
Liebe Grüße 💗
Herzlichen Dank. Ja, es geht langsam besser aber so richtig topfit bin ich leider immer noch nicht. Liebste Grüße