
Es ist schön, wenn die Arbeitswoche mit einem sonnigen Dienstagmorgen anfängt. Ich finde es so toll, wenn ich morgens in die Sonne radeln kann, das macht gleich gute Laune.
Bei der Arbeit war es zu Beginn recht ruhig, aber dann kam ein Tel der Kolleginnen aus dem Hasenurlaub zurück und das war auch schön. Ich hatte nur einen längeren Termin und ansonsten konnte ich einfach so vor mich hin arbeiten.
Am Abend hatte ich eine außerordentliche Telefonverabredung mit der Freundin aus Köln. Wir telefonieren ja so gut wie nie weil wir beide uns viel lieber schreiben, aber ganz manchmal ist dann doch ein Gespräch erforderlich. Auch wenn der Anlaß kompliziert war, war es trotzdem schön ihre Stimme zu hören und mal wieder miteinander zu sprechen.

In der Nacht zum Mittwoch habe ich schlecht geschlafen. der Grund war atemnoz wegen Heuschnuppfen. Anstrengend.
Auf dem Weg zur Arbeit ging es wieder besser. Immer noch kalter Sonnenschein am Morgen. Es gab allerlei zu tun und auch während der Pause konnte ich mich nicht richtig entspannen. Und so ging es dann weiter bis um 16 Uhr. Da fuhr ich dann mit der Kollegin nach Hause.
Schnell etwas Hemden bügeln und alles in die Reisetasche packen, denn am Donnerstag fahre ich zur ersten Konzertreise des Jahres nach Berlin.

Bevor ich mich am Donnerstag auf den Weg nach Berlin machen konnte, mußte ich noch Dinge erledigen: Mit Erica zum HNO Arzt fahren und anschließend bei ihr auf den Schornsteinfeger warten. Der kam leide rnicht zur verabredeten Zeit. Nachdem ich eine angemessene Zeit (20 Minuten) gewartet hatte, fuhr ich zurück nach Kassel in der Hoffnung, dass Erica ihm den Schlüssel gegeben hat und sich der Rest von allein regelt.
Zu Hause angekommen habe ich die Reisetasche fertig gepackt, noch etwas aufgeräumt, der Nachbarin die Tulpen vom Küchentisch gebracht und bin zum Bahnhof aufgebrochen. Der Zug kam auch nur 30 MInuten zu spät und so saß ich gegen 16:15 gemütlich im Zug.
Die Zugfahrt war gemütlich und Ereignislos. Jedenfalls bis zur Hälfte der Fahrt. Da rutschte nämlich mein Handy vom Sitz auf den Boden und kurze Zeit später hatte ich Schwierigkeiten es anzustellen und irgendwann tat sich überhaupt nichts mehr. Zu dem zeitpunkt dachte ich noch: Ach das wird schon wieder.
Aber es wurde nicht wieder. Bei der Freundin angekommen, haben wir allerlei ausprobiert. Das hat schonmal nicht geholfen. Einen schönen Abend hatten wir aber trotzdem.

Am Freitagmorgen wurde ich pünktlich um 5:45 von meinem totgeglaubten Handy geweckt. Es steckte also doch noch irgendwie etwas Leben drin. Und als ich auf dem Weg zum Café das lustige Kinder-Frosch-Trampolin sah, nahm ich es als gutes Omen. Nach dem Cafébesuch lief ich zum am Vorabend gefundenen Handyladen. Dort wurde ich an die für Reparaturen zuständige Filiale weitergeleitet. Dazu mußte ich fast den ganzen Weg wieder zurück laufen. Dort angekommen, war der für Reparaturen zuständige Mitarbeiter noch nicht da.
Weil es ziemlich kalt war, lief ich den ganzen Weg wieder zurück um mir im Karstadt am Herrmannplatz einen dicken Pullover zu kaufen. Das hat völlig ohne Komplikationen geklappt. Anschließend lief ich wieder am Laden 1 vorbei zu Laden 2. Dort bekam ich einen Çay und schaute dabei zu, wie mein Handy zuerst auf eine Art Herdplatte gelegt wurde, damit sich der Kleber löst und so die Rückseite abgenommen werden konnte. Anschließend wurden 16 klitzekleine Schrauben herausgeschraubt. Dem Rest konnte ich nicht mehr folgen. Letztendlich wurde ich nochmal weggeschickt, weil ein Display besorget werden mußte.

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Freundin lief ich wieder zum Laden. Dort erhielt ich die enttäuschende Nachricht, dass kein Dispaly aufzutreiben war. Sorry, erst am Dienstag oder Mittwoch. Das nützte mir leider nichts und so wurden alle 16 Schrauben wieder reingeschraubt und ich verließ den Laden. Ich hatte mich also mit einem Handy freien Wochenende anzufreunden. Das gelang mir so mittelmäßig. Es war schon schwer, mich damit abzufinden, am Abend beim Konzert keine Fotos machen zu können.
Dann mußte ich noch auf umständlichen Wegen der Kolleginfreundin, mit der wir uns zum Konzert treffen würden, noch die Nachricht übermitteln, dass mein Handy nicht mehr funktioniert und sie einfach so zum Veranstaltungsort kommen soll.
Danach folgte eine Stunde Tiefschlaf. Zu viel zusätzliche Aufregung für einen ohnehin aufregenden Tag.
Letztendlich klappte natürlich alles und wir standen zu dritt ganz überpünktlich vor der Passionskirche und bekamen, wie schon vor einem Jahr, wieder tolle Pltäze in der ersten Reihe.

Marko Nikolic, Božo Vrećo, Christopher Esch, Nasuf Ayrancı, Arda Aygun, Kadir Doğan. Alle waren da.

Und ich mußte feststellen, dass die Berlin Konzerte wirklich ganz besonders toll sind. Vielleicht liegt das an der großen Balkan- und auch Queer-Community in Berlin. Jendfalls haben mir beide Konzerte nochmal auf eine andere Art total viel Spaß gemacht. Und ich finde, ich hab da schon etwas Erfahrung, denn es war mein 10 Jubiläumskonzert.

Was mich außerdem noch sehr gefreut hat, war, dass ich eine junge Frau wieder getroffen habe, die im letzten Jahr neben mir in der ersten Reihe saß. Deshalb gibt es diesmal ein Gemeinschaftsfoto.
Und ich freu emich auch ganz besonders, dass meine beiden Freundinnen, mir ihre Fotos geschickt haben, denn ich hatte ja keine Gelegenheit selbst welche zu machen. Ganz herzlichen Dank liebe Minette für die schönen Fotos hier oben. Und sie macht nicht nur Konzertfotos für mich, sondern malt ansonsten ganz grossartige Fotos die man bei Instagram bewundern kann: @minettethepainter.

Hinterher liefen wir noch ein Stück gemeinsam mit der Kolleginfreundin. Für sie war es das erste Božo Vrećo Konzert und sie war auch sehr begeistert und beeindruckt. Das freut mich dann immer sehr.
Wir haben zuhause auf dem Sofa noch allerlei Konzerteindrücke ausgetauscht und dann fiel ich sehr beseelt und glücklich ins Bett.

Samstagvormittag fuhr ich nach dem Café in die Weinmeisterstraße, erledigte dort in zwei Läden die Besorgungen, die ich mmir vorgenommen hatte und fuhr dann sofort wieder zurück.
Auf dem weg zu Minette fand ich einen Strauß orange Tulpen mit kleinen dicken Knödelblüten, ein Croissant mit sehr viel Pistaziencreme und eine Zitronen – Tarte. Damit und mit dem Käse und dem Brot vom Vortag machten wir es uns auf dem Balkon gemütlich. Denn am Samstag schien ganz überraschend den ganzen Tag die Sonne und es war richtig warm.

Nach dem Frühstück war ich mit dem C. verabredet der mir sehr, sehr, sehr leckere selbstgemachte Pralinen mitgebracht hatte. Wir verbrachten 2 Stunden damit, vor einem Café in der Sonne zu sitzen und uns alles zu erzählen, was im letzten Jahr so passiert war. Das war ganz wunderschön. Anschließend trödelten wir noch durch die Sonne und verabschiedeten uns mit der Aussicht, dass wir uns sehr wahrscheinlich nicht erst in einem Jahr wiedersehen würden.

Weil wir an den vorherigen zwei Abenden unser Berlin-Besuchs-Ritual vernachlässigt hatten, gab es später Pizza und Spaßbier auf dem Sofa. Und es ist völlig egal, ob wir die Pizza am ersten oder letzten gemeinsamen Abend essen. Lecker ist sie immer.

Am Sonntagmorgen blieb nicht so viel Zeit für ausgedehnte Trödelei. Ich lief eine kleine Runde um den Block, trank einen Cappuccino im Café, packte meine Sachen und mußte mich dann schon verabschieden.

Die Züge waren alle sehr voll und fast ausgebucht, deshalb hatten die Kolleginfreundin und ich beschlossen einen Vormittagszug zu nehmen. Auf der heimfahrt habe ich gelernt: Es ist leichter in einem Radau-Abteil den Radau von Fahrgästen hinzunehmen als in einem Ruheabteil. Ab Hannover hatten wir es dann schöner.
Was sich außerdem als, nicht überraschend, sehr sinnvoll herausgestellt hat: Es war sehr gut, der Freundin, die vor zwei Wochen in Kassel war schon mal die ausgedruckte Konzertkarte mitzugeben, ebenso der Kolleginfreundin die Karte zu geben und auch die Zugfahrkarten auszudrucken. Leider verhielt es sich mit dem Deutschlandticket nicht so. Deshalb mußte ich meine U Bahn Fahrten bezahlen. Es war ja nicht zum ersten Mal, dass mir so ein Handymissgeschick passiert ist. Also werde ich auch in Zukunft ganz old fashioned immer alles ausdrucken.
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