Monat: November 2018

KW 46 – Was ich gemacht habe als ich vergessen wurde

Am Samstag habe ich Samstagsdinge erledigt: Lange schlafen, Wäsche waschen, lesen, staubsaugen, lesen, lesen, Kaffee trinken, lesen, einkaufsfein machen. Um mich anzumelden habe ich bei Erica angerufen. Aber sie ging nicht dran. Ich fahre los und finde den Sonnenschein so schön. In Obermeiser angekommen drücke ich auf die Klingel. Nichts passiert. Nochmal klingeln. Immer noch nichts. Seltsam. Ich hole den Schlüssel aus dem Auto und nun ist mir etwas seltsam ängstlich zumute. Ich schließe die Haustür auf und rufe laut. Keine Antwort. In der Küche ist der Ofen an und knistert vor sich hin. Erica’s Hausschuhe stehen ordentlich neben dem Tischbein, das Kreuzworträtsel liegt an seinem Platz und der Bleistift daneben. Ich laufe rufend durchs ganze Haus. Niemand da. Weil auch der Haustürschlüssel und die gute Jacke nicht da ist, ist Erica vermutlich ausgegangen und hat mich vergessen. Ich klingele beim Nachbarn. Der ist auch nicht da. Dann soll ich wohl nicht einkaufen sondern spazieren gehen. Ich fahre zum Gut Laar an dem ich schon oft vorbei gefahren bin und von dem Erica immer mal erzählt hat. Und weil ich mich ja immer erst ein wenig informiere nachdem ich etwas entdeckt habe, weiß ich erst jetzt, dass ich mich zu einer Mühlenbesichtigung hätte anmelden müssen. Mehr als das rostige Mühlrad bekomme ich also von der Mühle nicht zu sehen. Dafür entdecke ich viele andere Dinge.

Laar wurde 1322 zum ersten Mal erwähnt und gehörte zum Gerichtsbezirk der Herren von der Malsburg. Sie verkauften das Gut 1691 an den hessischen Landgrafen Karl. Später wechselte es noch einige Male den Besitzer und seit 1902 gehört das Gut zu dem auch ein Schloss gehört den Nachfahren von Wilhelm von Starck.

Ein Stück weiter oben ist eine Mauer mit einem Zaun darauf. Ich vermute einen Friedhof.

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KW 45 – Wechseljahresspaß und wie ich mit nur einem kleinen Handgriff im Jacuzzi saß

**Von Montag bis Freitag habe ich hauptsächlich Dinge von einem Zimmer zum anderen geräumt, gestaubsaugt, mich von den alten Fenstern verabschiedet und die neuen Fenster in Empfang genommen. Ganz trennen konnte ich mich nicht und deshalb dienen zwei der alten Fenster als Bilderleiste. (Die beiden Fotos hier oben sind übrigens von Smilla. Beide sind in Istanbul entstanden, denn dort verabreden wir uns gerne. Und wenn ich es genau betrachte, dann haben wir uns in den letzten Jahren öfter in Istanbul getroffen als in Kassel oder Köln.

**An der Arbeit war es sehr ruhig denn einige Kolleginnen waren bei einer Fortbildung und einige waren krank. Und so waren wir meistens nur zu dritt und haben so rumgearbeitet. Morgen startet der neue Frauenkurs und dafür habe ich allerlei vorbereitet und gemerkt, dass ich mich innerlich noch nicht richtig von dem vorherigen Kurs verabschiedet habe. Abschied ist wirklich ein schwieriges Thema – für mich jedenfalls.

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KW 44 – Was mir hoffentlich eine Lehre war

Sehr geschäftig war die Woche. Allerlei Termine, Dinge, die beendet werden mussten und  Neues was vorzubereiten war. Und damit ich nicht in wilde, stressige Geschäftigkeit gerate und am Ende wirr und genervt bin, hatte ich mir für den Mittwoch einen Tag im home office (klingt trés chic, oder?) verordnet. Das war sehr toll. Ich habe so viel erledigt und dabei hatte ich die schönste Ruhe. Werde ich in Zukunft öfter einplanen. Mittags bin ich zum Baumarkt spaziert, um für die nächste Arbeitswoche etwas zu besorgen. Unterwegs habe ich mich etwas vor der Frau am Fenster erschrocken, denn ich habe nicht sofort erkannt, dass es eine Puppe ist.

Fast jeden Tag war ich mit der Abschiedsfotodokumentation der Glockenreben auf dem Balkon beschäftigt. Ich habe große Angst nicht genug Fotos zu haben die mich über den Abschiedsschmerz hinweg trösten.

Also habe ich mich bei jedem Wetter auf den Balkon gesetzt, Tee getrunken und ein Foto gemacht.

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