Monat: August 2018

KW 34 – Diesmal ohne Überschrift denn mir fällt einfach keine ein

Montags freue ich mich immer auf die Yogastunde am Nachmittag. Diesmal kam aber die Bitte: „Ich bin echt im Stress. Würdest Du heute für mich unterrichten? Das wäre sehr lieb“. Also hab ich mir, auf dem Heimweg von der Arbeit, erste Gedanken zum Yogaunterricht gemacht und dann gleich die Donnerstagsstunde mit vorbereitet. Beim Fahrrad fahren kommen mir immer ganz gute Yoga-Ideen.

Dienstag hatte ich einen langen Tag. Um 7:30 zur Arbeit geradelt. Da die meisten Frauen gesagt hatten sie würden trotz Opferfest zum Kurs kommen, waren die Kollegin und ich etwas überrascht, als letztendlich doch nur drei Frauen kamen. Aber umso mehr Gelegenheit zum sprechen hatte dann jede einzelne von ihnen und wir konnten individuelle Fragen beantworten und kleine Wünsch erfüllen. Anschließend in eine Kita gefahren und mit Kindern plus Eltern Obst zerschnitten, Smoothies gemixt und getrunken und die Geschichte vom Wolf gehört (Da kommt der Wolf!, von Vincent Bourgeau .Ein schönes, sehr sparsam illustriertes mitmach Bilderbuch ab 2 Jahre, was auch noch den 5 Jährigen viel Spaß macht). Von dort aus bin ich gleich zu Erica gefahren und mit ihr gemeinsam nach Warburg denn sie hatte einen Arzt Termin. Im Wartezimmer war es voll und stickig und ich hatte eine leise Ahnung, das sie vermutlich nicht pünktlich drankommen würde. Deshalb bin ich etwas durch Warburg spaziert. Auch nach einer 3/4 Stunde war noch kein Ende in Sicht. Deshalb wollte ich Cappuccino und eine Eisdiele ward schnell gefunden. Und dort war so ein echter italienischer Eisdielenmann (Wie heißen die denn? Eismeister?) Schwarze Hose, weißes Hemd mit umgeschlagenen Ärmeln bis über die Ellenbogen, gekrempelt kann man dazu nicht sagen, sie waren sehr ordentlich umgeschlagen, sehr lange und schmale Statur, ordentlich nach hinten gekämmten Haare und durchaus stolze Haltung. Ich kam mir gleich etwas schlecht vor weil ich einen Cappuccino und auch noch „to go“ bestellte denn ich wollte Erica nicht warten lassen. Der Cappuccino wurde mit großer Ernsthaftigkeit und Ruhe hergestellt. Ich wurde gefragt ob ich einen Deckel möchte. Nein, den wollte ich nicht. Und auch keinen Plastiklöffel. Da wurde dann allerdings der Kopf geschüttelt. Ohne Löffel könne ich den Cappuccino nicht trinken, da soll ich ihm mal glauben. Wegen der Crema. Denn auf dem Cappuccino sei kein Schaum sondern Crema. Und die mache einen Löffel unbedingt erforderlich. Schaum ist nur Milch mit etwas Luft reingepustet und fällt schnell wieder zusammen. Aber Crema! die ist etwas ganz anderes. Ich war beeindruckt und machte runde Augen, nahm den Löffel, bedankte mich, bezahlte und ging, fast schon ehrfürchtig auf die Crema schauend, Richtung Arzt und setzte mich auf eine Mauer. Da trank und löffelte ich dann andächtig meinen Cappuccino ohne über ein Crema-Foto nachzudenken. Nach 1,5 Stunden Wartezeit war Erica dann endlich fertig und wir konnten noch einkaufen. Ich war um 20 Uhr zu Hause und als ich dann später im Bett lag und den Wecker gestellt habe, konnte ich nicht recht daran glauben, das ich früh aufstehen würde um in der Fulda zu baden.

Weiterlesen

KW 33 – Badelust, Backlust und Herzen im Herzen

Diesmal die Woche anders begonnen als üblicherweise. Also auch ein anderer Weg. Der führte mich mit dem Rad über die Brücke, über die ich sonst, auf dem Weg zu Erica, mit dem Auto fahre. Anschließend lernte ich etwas zum Thema Schulden vermeiden bzw. den Schuldenberg von Menschen, der oftmals beträchtlich ist, zu verwalten. Mein Fazit: Echt kompliziert das Alles. Also werde ich die Menschen, die dazu Fragen haben, am Besten gleich zur Schuldnerberatung schicken oder begleite sie dort hin.

Am Mittwoch hatte ich am Morgen wieder Zeit für ein Bad mit anschließendem Kaffee in und an der Fulda. Einen Schwan hab ich auch getroffen. Der schaute aber konsequent ans Nachbarufer.

Weiterlesen

KW 32 – Fuldawetter, Umschulung und Christopher-Street-Day

Am Montagmorgen große Freude unserer Kursteilnehmerinnen, sie hatten einander vermisst. Wir hatten den Montag nicht mit Inhalten verplant, sondern wollten Raum lassen damit alle erzählen konnten was sie erlebt hatten. Dabei ist mit bewusst geworden wie fehl am Platz das Wort „Urlaub“ oder auch „Ferien“ ist, wenn es sich darum handelt nach 4 Jahren in die Heimatstadt Damaskus zu fliegen, die in Schutt und Asche liegt, Eltern, Verwandte und Freunde endlich wieder zu sehen, die man so lange nicht gesehen hat und dabei die ganze Zeit angespannt vor alter und aktueller Angst zu sein. So unterschiedlich wie die Frauen sind, so unterschiedlich waren auch die Erlebnisse, aber ich habe mir vorgenommen in Zukunft aufmerksamer zu sein bei meiner Wortwahl.

Dienstag war ich am Nachmittag beim unechten Patenkind. Mit Würstchen und Melonensalat wurde die Umschulung in die weiterführende Schule gefeiert. Er geht jetzt in die 5. Klasse. Kaum zu glauben.

Am Mittwoch habe ich mir den Wecker sehr früh gestellt, obwohl ich erst um 9 Uhr im Büro sein musste. Ich wollte so gerne mal ganz früh am Morgen in der Fulda schwimmen. Und so saß ich dann um 8:30, nach einer tollen schwimm Runde, am Fuldaufer und habe einen Morgenkaffee getrunken. Nach der Arbeit bin ich dann gleich nochmal dort vorbei gefahren. Und auch am Donnerstagnachmittag noch einmal. Anschließend gab es dann den ersten Regenguss und 2 Stunden später hat es dann noch einmal so richtig geregnet und sich dann auch etwas abgekühlt.

Am Freitag Einkauf mit Erica und anschließend schnell meine Wohnung für den Übernachtungsbesuch, der für Samstag erwartet wurde, vorbereitet. Und seit der Besuch da ist, denke ich immer: „Ach die Kleine, oh sie ist nicht klein sie ist 31 Jahre und wirklich erwachsen“. Aber wenn sie erzählt blitzt die Kleine immer wieder durch und mir wird sehr rührend ums Herz und ich freue mich so sehr darüber, was sie alles macht und finde sie sehr toll. Hach.

Seit Donnerstag ist es ja merklich kühler, so das ich am Samstag zum CSD tatsächlich eine Jeans angezogen habe. Keine Ahnung wann ich zum letzten Mal eine a hatte. Im Juni? Eine Jacke hatte ich auch an, die habe ich aber nach 30 Metern schon auf den Gepäckträger geknödelt. Und als ich am Kulturbahnhof ankam, war mir dann wieder richtig heiß.

Weiterlesen

KW31 – Stadt, Land, Fluss und wie es dazu kam, dass ich im Fluss schwimme

Wenn ich überlege was ich in dieser Woche gemacht habe dann fällt mir zuallererst die Fulda ein. Und dabei bleibt es dann auch. Denn ich habe die Fulda entdeckt. Natürlich kannte ich sie schon immer, denn ich wohne seit 37 Jahren in Kassel und auch vorher hatte ich schon von ihr gehört. Abe in diesem Jahr habe ich sie zum ersten Mal als Badefluß erlebt. Vorher war sie einfach der große Fluss der durch Kassel fließt. Im Winter habe ich sie manchmal vollständig vergessen. Im Sommer, auf dem Weg in den Schrebergarten dachte ich: „Ach, dich hatte ich ja ganz vergessen. Schon schön das du hier so groß und breit entlangfließt.“ Und wenn ich manchmal, eher selten, an ihr entlang Richtung Nordstadt geradelt bin, dachte ich sogar: „Toll, hier sind ja sogar Schiffe, es fühlt sich an wie Urlaub in einer anderen Stadt.“ Eben in einer Stadt am großen Fluss. Aber nun, nun habe ich entdeckt das man im großen Fluss auch schwimmen kann. In den letzten Jahren hatte ich schon bemerkt, das dort immer mal Menschen drin schwimmen, aber ich hab immer gedacht es wäre total gefährlich und womöglich auch verboten. Man darf in der Fulda rudern, paddeln, Kajak fahren, angeln ….aber schwimmen eben nicht unbedingt. Weil es ein total gefährlicher reißender Strom ist. Quatschgedanken eben.  Und dann komme ich aus dem Urlaub zurück und die Kollegin S. erzählt: „In der Türkei war ich ja diesmal nicht am Meer, aber seit ich wieder hier bin war ich jeden Tag mit M. in der Fulda.“ M. ist ihre Tochter, 4 Jahre alt. Da wurde ich dann doch neugierig, denn wenn eine Vierjährige in die Fulda geht dann kann ich das ja wohl auch. Außerdem wurde noch berichtet das das Wasser eher kühl sein sollte. Und kühles, am liebsten ja sogar kaltes, Wasser finde ich toll. Ist aber leider gerade nirgendwo zu finden. Die Schwimmbäder sind mir zu voll und das Wasser dort zu warm, an der Buga ebenso. Am Dienstag war ich im Bühl in Ahnatal/Weimar: viel zu voll und auch das Wasser total warm. Und nun also die Fulda. Am Donnerstag nach der Arbeit war es dann so weit. Wir sind zu S. geradelt, sie hat ihre und M’s. Badesachen gepackt, dann haben wir M. abgeholt und los ging es ans Fuldaufer. Es war einfach toll und das Wasser kalt. Große Begeisterung. Es gibt viele Möglichkeiten ins Wasser zu steigen. Man kann allein am Ufer sitzen oder sich einen Platz in Gesellschaft suchen. Perfekt. Und so habe ich am Freitag die Thermoskanne mit Kaffee eingepackt und bin vor dem Büro ins Wasser gesprungen.

Und anschließend mit der Kaffeetasse in der Hand zugeschaut was sich so am und auf der Fulda tut.

Am Samstag dann gleicht noch einmal an einer anderen Stelle.

Weiterlesen